Nachdem gestern Stadt, Kultur und Geschichte auf dem Programm standen, wollte ich Ihr heute die beeindruckenden Landschaften Schottlands zeigen. Aus diesem Grund begaben wir uns auf die Insel Arran. Genau, dieselbe Insel, die ich ziemlich genau eine Woche zuvor mit Dominik schon für unsere Wanderung bereist hatte. Ich war aber unglaublich gespannt auf dieses Mal, da wir ja erstens komplett anderes Wetter hatten (strahlend blauer Himmel ohne eine Wolke! Wo gibt’s denn sowas???) und zweitens wollten wir uns Fahrräder mieten und eine Tour um den nördlichen, bergigen, aber kurioser Weiser einfacher zu fahrenden Teil der Insel unternehmen.
Dadurch hieß es heute früh aufstehen, denn wir mussten um 8:40Uhr schon im Zug sitzen um die erste Fähre zu erreichen. Ansonsten hätte die Zeit für die geplante Tour nicht gereicht. Schon auf dem Schiff war die Sicht auf die Insel fantastisch und schürte noch die Vorfreude kräftig an.
Nachdem wir zwei Mountainbikes geliehen und noch ein wenig Proviant im lokalen Supermarkt gekauft hatten konnte es also losgehen. Fahren auf der linken Seite, vor allem für meinen Besuch eine große Herausforderung :) Unsere Tour führte uns einmal komplett an der Küste entlang um den nördlichen Teil, bevor wir dann wieder quer durch die Mitte der Insel zurück zu unserem Ausgangsort fuhren. Die Sicht war wirklich atemberaubend und es waren auch vergleichsweise wenig Autos unterwegs, wodurch wir auch nicht zu sehr auf den Verkehr achten mussten.
Kurz vor der Nordspitze stellte sich uns dann ein zwar nicht besonders steiler, dafür aber langer Anstieg in den Weg. Es kam einem so vor, dass je höher man kam desto stärker brennte die Sonne auf uns herab. Kurz vor dem Ende mussten wir beide schweißgebadet kapitulieren und die letzten Meter schieben. Die Szenerie war aber wirklich unglaublich schön. Es folgte eine noch steilere Abfahrt und als wir wieder im Tal angekommen waren haben wir unser erstes Zwischenziel erreicht, die einzige Destille auf der Insel und wie man sagt auch die einzige im Süden Schottlands, die sich mit denen weiter im Norden messen kann. Hier wird zwar auch einer der teuersten Whiskys ausgeschenkt, aber er war wirklich sehr, sehr gut. Wie sich im Laufe des Besuchs von Mutter herausstellte Ihr persönlicher Favorit, da er auch nicht rauchig schmeckt. An einer Tour durch die Produktion konnten wir leider nicht teilnehmen, da die Führung erst in knapp 45Minuten war und wir beschlossen, zuerst einmal unsere Fahrradtour zu beenden. Dafür gönnten wir uns einen Karottenkuchen zum Whisky, ebenfalls eine schottische Spezialität. Super süß aber auch super gut!
Gut gestärkt und das Blut in Wallung gebracht ging es weiter ein kurzes Stück im Norden entlang, wo wir auch noch eine Burgruine besichtigen konnten. Dabei musste stets vor Schafen, die die Straße kreuzten, Obacht geboten werden.
Als wir an der Ostküste wieder gen Süden fuhren mussten wir mit Erschrecken feststellen, wie blitzschnell die Zeit verrann und wir in echte Bedrängnis gerieten. Es stellte sich kurz die Frage, ob wir es noch rechtzeitig bis zur letzten Fähre schaffen würden. Ich hatte da allerdings nur kurz Zweifel und ein Blick auf die Karte stimmte mich wieder optimistisch, was bei Mutter ein wenig Überzeugungsarbeit gekostet hat. Es war durch die brütende Hitze aber auch wirklich unglaublich anstrengend geworden. Wir strampelten aber tapfer weiter, nur den zweiten und letzten großen Anstieg direkt vor unserem Ausgangsort und Fährhafen Brodik mussten wir dann schiebend auf zwei Beinen bezwingen. Dafür reichte die Kraft einfach nicht mehr. Erneut sei aber erwähnt, die Landschaft entschädigte für absolut alles! Siehe Bilder… :)
Eine Stunde bevor die letzte Fähre ablegte erreichten wir schließlich wieder den Fahrradverleih und kehrten anschließend erst einmal in das nächste Pub auf einen Kaffe ein. Es zwar Instantkaffe, aber das war uns zu diesem Zeitpunkt vollkommen egal. Hauptsache er kickt! :)
Mit Fähre und Zug erreichten wir dann wieder sicher Paisley, wo wir uns dann mit einem Abendessen und Bier im Pub belohnten. Mutter kostete schottischen Lachs (auch eine Spezialität) und ich Griff zum schottischen Klassiker (wie schon des Öfteren erwähnt). Hackfleisch in Zwiebelsoße mit Kartoffelbrei uns Erbsen. Das tat echt richtig gut.
Danach ging es gleich ins Hotel und ziemlich schnell vielen uns beiden nach diesem Tag dann die Äuglein zu. Es war aber der absolute Wahnsinn!
Die Bilanz:
60km Fahrrad gefahren und einen kräftigen Radfahrersonnenbrand an den Armen geholt, vor allem ich, da ich ja während meiner Zeit hier zum schottischen Albino mutiert bin. :)