Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Freitag, 30. April 2010

Tage des Donners

Ich bin wieder zurück aus einer ereignisreichen und wunderschönen Woche in Livingstone. Aber lest selbst. ;)

Alleine trat ich am Donnerstag vergangener Woche die Reise nach Livingstone an. Um 23:00Uhr gings mit dem Bus von Mpika in die Hauptstadt Lusaka, wo ich um 05:00Uhr morgens ankam. Um 06:00Uhr gings dann mit einem anderen Bus weiter nach Livingstone, wo ich schließlich um ca. 12:30Uhr ein wenig platt, aber glücklich, ankam. Bus fahren in Sambia ist natürlich schon ein wenig besonders, wenn mans mal mit Deutschland vergleicht. Zum einen haben die Busse fünf anstatt vier Sitze in einer Reihe und natürlich auch so viele Reihen in den Bus eingebaut, damit es gerade noch für den minimal Platz reicht, den ein standard homo sapiens benötigt, um seinen Hintern auf einen der Sitze zu platzieren. Sprich, ich leide im Bus immer wieder unter chronischem Platzmangel. Wie es dabei viele der Leute schaffen, während der ganzen Fahrt ihr Kind bzw. ihre Kinder auf dem Schoß und zwischen sich und Vordersitz zu quetschen, ohne dass dabei sämtliche Körperteile einschlafen, ist mir wirklich ein Rätsel. Jedenfalls habe ich, trotz Ölsardinen-Dasein, die Hin- und Rückfahrt sehr genossen. Man bekommt das Gefühl, dass man einfach einer von vielen Sambiern ist und kann dabei noch super das Treiben auf den Straßen beobachten oder die monotonen Buschlandschaften genießen, die am Fenster vorbeibrausen.

In Livingstone checkte ich dann in eine Unterkunft nahe der Bushaltestelle ein, welche sehr beliebt bei vielen Rucksackreisenden ist. Da hier DAS Touristenherz Sambias schlägt, hat man im Gegensatz zum Rest vom Land, mal abgesehen von der Hauptstadt Lusaka, wirklich kein Problem, etwas für den schmalen Gelbeutel zu finden. Für schlappe 6€ die Nacht im 16er Schlafsaal hatte die Unterkunft sogar einen kleinen Pool, eine Lümmelecke mit vielen Kissen und eine Bar mit Billard. Nicht schlecht!

Ich verbrachte dann den Rest des Tages (welcher zu wunder aller komplett verregnet war), mit lesen und relaxen in der Unterkunft. War mal ganz schön, einfach ein wenig die Seele baumeln zu lassen.

Tags darauf sollten gegen späten Nachmittag Franzi Klein mitsamt Ute, ihrem Gast aus Deutschland, hinzustoßen. Ich ließ es am Morgen ein wenig ruhig angehen, ging zum Mittagessen in ein sambischen Restaurant an der Straße und besuchte anschließend bis sie kamen das Livingstone Museum. Es soll das beste Museum in Sambia sein mit vielen Infos und Ausstellungsstücken zu der Geschichte, vor allem der Kolonialzeit und die Jahre der Unabhängigkeit bis heute. Für Sambier beträgt der Eintritt nicht einmal 50cent, dank Arbeitserlaubnis also auch für mich. :) Hat sich echt gelohnt und war interessant, mal ein wenig mehr von Land, Leute und Geschichte zu erfahren.

Fast zur gleichen Zeit wie Franzi Klein und Ute kamen dann überraschend auch noch Susanne und Franzi Leidreiter nach Livingstone, meine beiden Mitfreiwilligen von der Brücke der Freundschaft (für alle, die in dem Namen wirr-warr sich noch nicht zurechtfinden ;) ). Die beiden kamen gerade von ihrem zweiwöchigen Urlaub aus Namibia zurück und mussten in Livingstone noch eine Nacht verbringen, da sie den Anschlussbus nach Lusaka verpassten. So gab es also ein überraschendes, gemeinsames Wiedersehen und wir gingen alle zusammen Essen, bevor wir anschließend den Rest des Abends bei ein paar Bier ausklingen ließen. Das war natürlich erste Sahne! :)

Am nächsten Morgen gönnten wir uns alle nach den Reisestrapatzen eine etwas längere Mütze Schlaf. Bis auf Franzi L. und Susanne, welche mit dem 06:00Uhr Bus die Weiterreise nach Lusaka antraten. Für heute war das erste Highlight angesetzt und die Hauptattraktion für jeden Besucher der nach Livingstone kommt: Die Viktoriafälle. Wenn der Sambesi wie jetzt, am Ende der Regenzeit, voll mit Wasser ist und er sich auf der gesamten Felsbreite von 1700m in eine 110m tiefe Schlucht stürzt, bilden die Viktoriafälle den breitesten, einheitlich herabstürzende Wasserfall der Erde. Ein wirklich unglaubliches Bild. Sie sind übrigens benannt nach der britischen Königin vom englischen Missionar und Forschungsreisenden David Livingstone, der als erster Europäer den Wasserfall zu Gesicht bekam. Wenn man am oberen Rand des Wasserfalls steht, kommt es einem so vor, als würde der Fluß einfach im Boden versinken. In der Schlucht wird das gesamte Wasser dann in einen engen “Flaschenhals” gepresst. Die Gischt, die durch die Fälle entsteht, steigt bis zu 300m hoch und durchnäßt alles und jeden, der sich dem Wasserfall nähert. Durch den ganzen Dunst hat man dementsprechend “nur” die Möglichkeit, einen kleinen Teil der Fälle frei zu sehen. Mit einem Regenmantel gewappnet kann man dann den Felsvorsprung, der den einen Teil des Flaschenhalses bildet, bis zur Grenze nach Simbabwe, der Hälfte der Wasserfälle, entlanglaufen und sich von der Gischt duschen lassen. Dazwischen kann man auch immer mal wieder die Fälle und ihre Außmaße erkennen, während diese unaufhaltsam vor sich hindonnern. So richtig beschreiben kann man diese Naturgewalt gar nicht, sondern muss es einfach erlebt haben. Wenn man so wie wir während dieser Zeit die Fälle zum ersten Mal sieht, kann man es sich kaum vorstellen, dass während der Trockenzeit und ganz extrem in einer Dürreperiode von den mächtigen Fällen nur noch ein kleiner Bruchteil auf der Simbabwe-Seite über die Kante plätschert. Schilder wie “Vorsicht beim entlangwandern an der Kante des Wasserfalls” kommen einem wie ein schlechter Scherz vor, aber vor allem in den Monaten von Juli bis Oktober soll das anscheinend möglich sein. So oder so, es war einfach unbeschreiblich und der absolute Wahnsinn! :) So, wie man sich die Fälle vorgestellt hat und doch so anders.

Nach unserer Rückkehr mit einem der kleinen Minibusse, die in ganz Sambia neben den Taxis das lokale Transportwesen bilden, ging auch schon fast wieder die Sonne unter und wir verpassten dem Tag bei einem gemütlichen Abendessen und ein paar Bierchen ein würdiges Ende.

Der nächste Tag begann für mich und Ute relativ früh um 05:30Uhr. Wir beide unternahmen eine Wandersafari im kleinen aber feinen Mosi oa Tunya Nationalpark, welcher sich ganz in der Nähe der Wasserfälle am Ufer des Sambesi entlangstreckt. Franziska setzte für heute aus und durchstreifte stattdessen wie ich zwei Tage zuvor das Museum. Mosi oa Tunya ist übrigens der Name für den Wasserfall in der Sprache des hier einheimischen Volksstamm der Kolo und bedeutet soviel wie “Donnernder Rauch”. Ich und Ute machten uns also alleine auf den Weg. Zu unserer Freude stellte sich heraus, dass wir sogar eine Privattour bekamen, da sich für heute keine weiteren Besucher angemeldet hatten. Es ging also gemeinsam mit unserem Rasta-Parkführer, der unglaublich nett und competent war, mit einem Jeep in den nahegelegenen Park, wo wir noch einen der in jedem Park vorhanden Parkwächter einluden, der uns im Notfall mit seinem Gewehr beschützen und darauf achten sollte, dass wir keinen Unfug anstellen. ;) Wir streiften den ganzen Morgen zu Fuß durch den Busch, keine Menschenseele weit und breit und nur die Geräusche der Tiere war zu hören. Es war wirklich unglaublich schön und spannend, mit unseren beiden Männern vom Fach die Spuren zu verfolgen um die Tiere zu finden. Die besondere Attraktion des Mosi oa Tunya Nationalparks sind zweifelsohne seine vier weißen Nashörner, die einzigen weißen Nashörner in ganz Sambia und eine vom aussterben bedrohte Tierart. Sollte einer von ihnen uns angreifen, dürfte ihn unser John Rambo auch nicht erschießen. Wir hatten Glück und konnten sogar einen von ihnen, das einzige Männlein, aufspüren. Er relaxte gerade im Schatten von ein paar Büschen und war in guter Laune, sodass wir uns ihm auf ca. zehn Meter annähern konnten. Ein unbeschreibliches Gefühl wenn man so einem riesen Tier in seiner natürlichen Umgebung ohne Zaun und Gitter gegenübersteht. Neben dem Nashorn konnten wir noch Antilopen, eine Giraffe, Geier und Büffel aufspüren und bestaunen. Letztere gelten für viele als die gefährlichsten Tiere im Busch, da man ihre Laune sehr schwer einschätzen kann und wenn sie einen angreifen nur noch die Flucht auf einen Baum ergreifen kann. Dementsprechend vorsichtig näherten wir uns ihnen und blieben auch auf etwas größerer Distanz, um sie nicht zu provozieren. Nach knapp drei Stunden wandern war unsere Tour auch schon zu Ende. Zurück bleibt eine traumhafte Wanderrung durch noch traumhaftere Buschlandschaften am Sambesi und das unbeschreibliche Gefühl, diesen mächtigen Tieren eins zu eins gegenüberzustehen.

Abends kehrten wir drei dann wieder gemeinsam in ein sambisches Restaurant ein und genossen ein wenig traditionelle Küche. Denn nur ein Tag mit Nyshima (Maisbrei) ist ein guter Tag. ;)

An meinem letzten Tag in Livingstone gönnten wir Drei uns noch eine große Tour. Wir brachen zu einer Safari in den Chobe Nationalpark auf. Dieser befindet sich in Botswana, unweit von der Grenze zu Sambia. Die beiden Länder berühren sich eigentlich nur an einem kleinen Punkt. An dieser Stelle treffen sich am Sambesi mit Sambia, Simbabwe, Botswana und Namibia vier Länder. Erneut brachen wir früh morgens um 06:00Uhr auf. Bereits auf dem Weg zur Grenze begegnete uns am Straßenrand der erste Elefant. Die Dickhäuter bewegen sich in dieser Region frei zwischen den vier Ländern umher, sodass es schwer zu sagen ist, wie groß die Elefantenpopulation in den vereinzelten Ländern genau ist. Jedoch ist der Chobe Nationalpark für seine Elefantenvielzahl bekannt (mit rund 50 000 Elefanten die größte Population von allen Parks in Afrika), was wir am Ende des Tages auch bestätigen konnten. In Botswana angekommen wurden wir von einem Safari Geländewagen abgeholt und an den Chobe Fluß transportiert, wo es zuerst für drei Stunden auf Bootssafari ging und von dem der Park seinen Namen erhielt. Gemeinsam mit vier anderen Besuchern schipperten wir mit unserem Kahn den Fluß entlang und erspähten Marabus, Krokodile, Antilopen und Nilpferde. Ganz zu schweigen von den wunderschönen Landschaften. Anschließend gab es Mittagessen, welches im Paket mit drin war und in einem nobel hobel Lodge stattfand. Irgendwie fühlten wir uns auch ein wenig komisch, aber das Essen war wirklich der Wahnsinn. Es gab ein riesen Buffet mit diversen Salaten, einer kalten Platte, verschiedenen Hauptgängen und eine Vielzahl an Desserts, unter anderem Eis und Obstsalat! Ich versuchte mich einmal querbeet durchzukosten und nahm von allem nur ein bißchen, was schon eine mächtige Portion formte und ich schaffte es nicht einmal, alles zu probieren. Papp satt ging es nach einer Stunde Mittag auch schon wieder zurück in den Nationalpark. Dieses Mal 2 ½ Stunden mit dem Geländewagen und wir bekamen noch mehr Tiere aus kürzester Distanz zu sehen. Vor allem, wie bereits erwähnt, Elefanten. Mehrere Herden kreuzten während der Fahrt unseren Weg und wir konnten sie beim essen und baden beobachten. Daneben sahen wir erneut Nilpferde, dieses Mal jedoch grasend außerhalb des Wassers, sowie jede Menge Antilopen, Warzenschweine, ein paar Büffel, diverse Vögel, Giraffen und Affen. Es ist einfach unglaublich beeindruckend, all diese Tiere in Freiheit und der wunderschönen Natur zu beobachten und ihnen sogar richtig nahe zu kommen. Um ca. 16:30Uhr betraten wir wieder Sambischen Boden und waren vollgepackt bis oben hin mit neuen Eindrücken.

Nach einem schönen, entspannten letzten Abend in Livingstone machte ich mich am nächsten Morgen mit dem 06:00Uhr Bus wieder auf den Weg nach Lusaka, wo ich nach 6 ½ Stunden Fahrt und einer kurzen Wartezeit um 15:30Uhr meinen vollbepackten Anschlussbus zurück nach Mpika nahm. Der Bus war so sehr überladen, dass unterwegs bei den Polizeisperren teilweise die Leute aussteigen mussten, um mit dem Taxi vorzufahren, damit unser Bus unbestraft die Fahrt fortsetzen konnte. An der letzten Polizeisperre kurz vor Mpika wurde unser Bus erneut gewogen. Dieses Mal mit allen Passagieren an Board und war prompt zu schwer. Eine Weiterfahrt wäre nun eigentlich nicht mehr gestattet. Jedoch mit ein paar Kwacha mehr an deinen Freund und Helfer ging es schließlich doch weiter und ich erreichte mein sambisches zu Hause um ca. 01:00Uhr. Und so endete diese wunderschöne Woche in Sambia, in der ich wieder um einen riesen Sack voller neuer Eindrücke reicher wurde.

25.04.10 Die Viktoriafälle


26.04.10 Wandersafari im Mosi-oa-Tunya Nationalpark


27.04.10 Safari im Chobe Nationalpark (Botswana)

Dienstag, 20. April 2010

Von Duschen in Chilonga und Livingstone

Nach dem ereignisreichen Osterwochenende fällt dieser Eintrag dementsprechend magerer aus.

Nach Ostern drehte sich bei mir alles um die Arbeit, die mehr und mehr Fortschritte macht. Mein Programm für die Lager der Werkstätten und Baufirma beihnhaltet mittlerweile die wichtigsten Funktionen, wenn es nur um die Verwaltung der Daten, sowie die Ein- und Ausgabe von Artikeln/Waren geht. Das Ausdrucken der Inventur (am Bildschirm ist sie bereits sichtbar), sowie die Ausgabe von ein paar Statistiken sind noch die größten Baustellen. Die vorläufige Version kann ich aber in den nächsten Tagen endlich im Lager einführen und die Leute darin anlernen. Da freue ich mich schon sehr darauf.

Am kommenden Donnerstag, also übermorgen, fahre ich allerdings erstmal ne Woche nach Livingstone und zu den Viktoriafällen im Süden an der Grenze von Sambia und Simbabwe (siehe Karte). Somit muss die Einführung wohl noch bis Mai warten, aber auf die Woche kommt es jetzt auch nimmer an. :) Dort verbringe ich nach meiner Ankunft einen Tag alleine, bevor dann Franzi Klein (die Ndola-Franzi ;) ) gemeinsam mit ihrer Nachbarin aus Deutschland, welche ihr momentan einen Besuch abstattet, hinzustoßt. Bin schon tierisch darauf gespannt und freue mich, diese Naturgewalt, welche kurz nach der Regenzeit (also genau jetzt) am imposantesten sein soll, hautnah zu erleben. Dunstdusche garantiert! ;)

Auch am Krankenhaus in Chilonga gibt es nach wie vor jede Menge zu tun. Seit letzter Woche haben wir ein großes Problem mit einem der beiden Wassertanks, welche das Krankenhaus mit dem flüssigen Lebenselexier versorgen. An der oberen Kante hat sich mit der Zeit ein großer Riss gebildet, aus dem nun bei vollem Tank eine große Dusche von oben herabregnet. Wir vermuten, dass das Gewicht der Metallrohre, welche angebracht sind um den Überlauf abzuleiten, durch ihr Gewicht das Plastik verbogen haben bis es schließlich unter dem Wasserdruck gerissen ist. Als nächstes werden wir nun erst einmal Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen und dann im Anschluss die Metallrohre durch welche aus Kunststoff ersetzen. Den Riss wollen wir dann mit einem Heißluftföhn und alten Tankteilen wieder “verschweißen”. Soweit zur Theorie. Mal schauen, wie schnell wir das alles schaffen und ob es danach auch hält. Hier ein Bild des Tanks:

Von Chilonga


Das Ausfüllen der neuen Wartungs- und Pumpliste für die Pumpe am großen Reservoir und das Ventil der Zulaufleitung von der Bachquelle wurde zu Beginn von meinen beiden Kollegen Martin und Daniel alias Rambo nicht sonderlich berücksichtigt. Lag wohl auch daran, dass momentan im wöchentlichen Wechsel immer einer von ihnen im Urlaub ist um Urlaubstage abzubauen. Aber mittlerweile denken sie daran. :) Das hat mich echt riesig gefreut, als ich das heute bei meinem Besuch im Krankenhaus feststellen durfte.

Abseits der Arbeit jage ich meinen Körper noch immer über den Fußballplatz auf der Suche nach dem runden Leder, was mir nach wie vor große Freude bereitet und sich gerade jetzt, da ich arbeitstechnisch wieder etwas mehr vor der Flimmerkiste sitze, super als Ausgleich eignet. Letzten Freitag war ich mal wieder im Städtchen, wo ich zufällig den schon verschollen geglaubten Louis wieder traf und sogleich ein paar Bierchen mit ihm und Lutz hob. Das war echt ein schöner Abend und klasse Start ins Wochenende. :) Hier noch ein Foto von einem Album ganz am Anfang meiner Zeit in Sambia, für all diejenigen, die sich nicht mehr an ihn erinnern:

Von 23.08.09 Ein ganz normaler Sonntag in Mpika


So, das soll es dann für heute auch mal wieder gewesen sein. Jetzt seid ihr wieder auf dem Stand der Dinge, bevor ich mich für eine Woche zu den Viktoriafällen verabschiede. Donnerstag Abend um ca. 19:00Uhr geht’s mit dem Bus los, um dann mit ein Mal Umsteigen in Lusaka und einer Fahrt ohne Zwischenfälle am Freitag gegen 16:00Uhr Livingstone zu erreichen. Melde mich dann nach meiner Rückkehr mit brandheißen Geschichten aus dem Nähkästchen wieder.

Bis dahin, machts gut und haut rein! ;)

Zum Abschluss noch ein Link zu meinem aktualisierten Album kulinarischer Köstlichkeiten aus Sambia. Viel Spaß dabei!

Essen und Trinken in Sambia

Donnerstag, 8. April 2010

Mein Ostern 2010 - Beide Daumen hoch!

Hallo allerseits! Ich bin wieder zurück von diversen Kurztrips über das Osterwochenende und die Arbeitswelt hat mich schon wieder fest umschlungen. Es waren aber wirklich richtig schöne Ostern, mal von der 4 ½ stündigen Ostermesse am Samstag Abend abgesehen, die sich dann gegen Ende doch etwas in die Länge zog. Vor allem wenn, wie üblich, das ganze in Bemba stattfindet und man nur noch Sackbahnhof versteht. Aber gut, hauptsache Gesicht gezeigt. ;)

Nachdem Franzi Klein Karfreitag nacht mehr oder weniger unbeschadet (ich verweise an dieser Stelle mal an ihren Blog, wo sich bestimmt eine ausführliche Fassung der Geschehnisse finden lässt) mit dem Bus von Ndola in Mpika angekommen ist, ging es tags darauf nach dem Frühstück mit ein paar Klamotten, Fußball, einer Kiste Bier, sowie Andreas, Jean-Baptiste, Susanne und Franziska in unserem kleinen Daihatsu “Rocky” gen Chalabesa, einem größeren Dorf im Busch und Heimatort für Franzi Leidreiter. (Man, das ist ja echt ein Hick-Hack mit den doppelten Franzi’s. Hoffe, ihr steigt da noch durch. Wenn nicht: Pech! ;) ) Ich spielte den Chauffeur mit Andreas als Copilot, während sich die beiden Mädels mit Jean-Baptiste und dem ganzen Gepäck in den kleinen Laderaum zwängten. In Chalabesa arbeitet Franzi in der Vorschule, der Krankenstation von Chalabesa (eines von mehreren Buschkliniken der Diözese), sowie einem AIDS-Projekt mit und lebt gemeinsam mit drei Nonnen in einem Kloster. Dort kamen auch wir nach unserer problemlosen Ankunft unter. Wir drei Jungs im Gästehaus, welches sich noch auf dem Gelände des Klosters befindet, die zwei Mädels direkt im Kloster. Dort hausten wir dann von Samstag Mittag bis Ostermontag Nachmittag und hatten alle zusammen eine echt sau schöne Zeit. Das Kloster hat einen riesen Garten in dem eine unglaubliche vielfalt an Obst und Gemüse wachsen. Noch dazu hatten sich die Nonnen im Vorfeld gut mit Proviant von Mpika oder der größeren Stadt Kasama eingedeckt, sodass es jeden Tag ein großes Festmahl gab. Man hätte echt nicht denken können, dass wir uns rund 20km im tiefsten Busch befinden. Selbst Wein war bei einem kleinen Umtrunk am Abend des Ostersonntag vorhanden.

Daneben erkundeten wir einfach ein wenig das wunderschöne, ruhige Chalabesa mitten im sambischen Busch und spielten mit unserem mitgebrachten Ball, ein paar Jungs und fünf mal so vielen Zuschauern Fußball. Leider hatte sich mein Ball jedoch bei unserer letzten Partie am Sonntag Abend mit einem großen Rums in die ewigen Fußball-Gründe verabschiedet. Aber er hat seinen Dienst nach rund acht Monaten Intensivgebrauch unter hießigen Bedingungen wahrlich geleistet. Am kommenden Wochenende wird gleich mal nach einem Neuen geschaut. :) Hat aber echt sau Spaß gemacht, bis auf dass uns ein paar Jungs nach dem Spiel noch auf Bemba beleidigt und veräppelt hatten. Aufgrund mangelnder Sprachkentnisse auf beiden Seiten viel die Verständigung oder Verteidigung natürlich schwer, aber viele der Kinder und Jungendlichen sind eben Weiße generell und dann gleich so viele auf einmal auch nicht gewohnt. Muss man eben drüber stehen und ihnen irgendwie mit Blicken zeigen, dass man das jetzt nicht so toll fand.

Am Abend der Rückkehr nach Mpika hatte unser Cheffe Thomas dann noch einen kleinen Osterschmaus- und Umtrunk angesetzt, an dem schon wieder geschlemmt wurde was das Zeug hielt und noch ein schöner Abschluss des verlängerten Wochenendes war.

Aber dem noch nicht genug. Am darauffolgenden Dienstag war noch ein zusätzlicher freier Tag, den Thomas dazu nutzen wollte, ein wenig in Mutinondo, dem privaten Naturreservat welches ich nun schon einige Male besucht hatte, zu entspannen. Mich, Andreas und Jean-Baptiste hatte er netter Weise angeboten, ihn zu begleiten, was wir natürlich ohne zu zögern dankend annahmen. Franzi Klein verbrachte den Tag noch bis zur ihrer Abreise zurück nach Ndola bei Susanne im Waisenhaus. Der Tag in Mutinondo war wieder mal der absolute Wahnsinn! Während Thomas einen gemütlichen Tag einlegte und ein wenig seine sozialen Kontakte pflegte (er ist mit den Innhabern eng befreundet), machten wir Drei uns auf den Weg den höchsten Granithügel, den Mayense, zu erklimmen. Eine nette Wanderung für 2 ½ Stunden und eine bombastische Aussicht vom Dach des Mutinondogebietes. Nach anschließendem Mittagessen verbrachten wir die Zeit bis zur Rückreise noch mit Planschen an einem nahegelegenen Wasserfall. Dort hatte ich im Oktober bereits ein Bad eingenommen, aber die Wassermassen während der Regenzeit haben die Naturdusche noch um einiges spektakulärer und spaßiger gemacht. :) Auch, wenn sich die Regenzeit jetzt wirklich spürbar dem Ende neigt. In den letzten zehn Tagen hatten wir nur einen Regenschauer erlebt und der befand sich auf dem Rückweg von Chalabesa nach Mpika. So richtig kalt ist es aber in der Nacht momentan auch noch nicht und tagsüber gibt es wieder Sonne satt.

So, wie man lesen kann, habe ich es mir über die letzten Tage ganz schön gut gehen lassen. Daher jetzt auch genug mit dem gesülze und ich lass euch stattdessen an ein paar visuelle Eindrücke ran, die euch bestimmt ohnehin mehr interessieren als mein Getexte. ;)

Hoffe, auch ihr hattet schöne Ostern und der Carsten meldet sich demnächst mal wieder, ist doch logo! :)

03.04.10 - 05.04.10 Osternwochenende in Chalabesa


06.04.10 Mutinondo Wilderness Area