Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Weiterführendes Bloggen

Wem es mitlerweile zu langweilig ist, immer nur das Geschwalle dieses Nomadencarsten zu lesen, dem hab ich heute mal einen Leckerbissen zu bieten. So wie es ausschaut, beginnen die Leute vom SPIEGEL mir Konkurrenz zu machen und fuhren im Juni gleich mit zwei Artikeln über Sambia auf. Kann aber natürlich auch sein, dass das nur entfernt was mit der WM in Südafrika und der in Deutschland eingetretenen Afrikaeuphorie zu tun hat. ;) Zumal es auch Reiseartikel sind. Aber interessant und authentisch sind sie allemal. Daher wollte ich euch die Links nicht vorenthalten. Ein paar schöne Schnappschüse gibt’s dort auch noch zu sehen.

Artikel über die TAZARA Eisenbahn die Sambia und Tansania verbindet
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,699951,00.html

Artikel über die Viktoriafälle
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,700020,00.html

Ich sende euch ganz viele Grüße aus dem sambischen Winter ins (wie immer pünktlich zu ner WM) endlich sommerliche Deutschland! Im Gegensatz dazu konnte ich hier nun nach knapp 11 Monaten meine mitgebrachte und bereits eingestaubte Fleecejacke aus der Versenkung holen, welche im täglichen Einsatz ist. :)

Freitag, 18. Juni 2010

Wo geht nur all die Zeit hin?

Obwohl gerade einmal drei Wochen seit meinem letzten Eintrag und der Zeit in Nabwalya verstrichen sind, kommt es mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Demnach gibt’s auch mal wieder ein paar Sachen zum aus dem Nähkästchen plaudern. ;)

Vermutlich kommt mir das alles so weit weg vor, weil ich mich nach Nabwalya in Mpika und Chilonga wieder voll in die Arbeit gestürzt habe, bzw. auch mit selbiger überhäuft wurde. Es wird irgendwie nicht weniger und es gibt immer wieder an vielen Ecken “kurz mal eine Kleinigkeit” zu tun. Es schleicht sich allmählich ein kleines Zeitproblem heran, denn wenn man ganz ungläubig auf den Kalender schaut, habe ich gerade mal noch sieben Wochen hier zur Verfügung. Echt der Wahnsinn, wie die Zeit gerade verfliegt.

In Puncto Programm für die Lagerverwaltung der KFZ-Werkstatt und Schreinerei habe ich den letzten Wochen mehrere Anläufe gestartet, die Datenbank mit der Inventur des Lagers zu füllen. Leider entdeckten wir dabei immer wieder Fehler im Programm, Fehler bei der Konfiguration auf dem Rechner oder es fielen uns Änderungen/Erweiterungen ein, die wir noch vor der Dateneingabe einbinden wollten. So ging es zwar stetig vorwärts, aber der wichtige Meilenstein der Dateneingabe, der schon seit Wochen vor der Nase umherschwirrt, ist noch immer nicht erreicht. Wir arbeiten aber daran und in den kommenden Tagen sollte es nun endlich auch mal klappen! :) Ich bin da jedenfalls zuversichtlich.

Am Krankenhaus in Chilonga ist, nachdem vor einigen Wochen bereits an einem der beiden Wassertanks des Krankenhauses ein Riss am oberen Rand entstand, während meines Aufenthalts in Nabwalya auch der zweite Tank kaputt gegangen. Dieses Mal bildete sich der Riss allerdings direkt über dem Boden des Tanks. Dadurch mussten die Tanks vom Netz genommen werden, weil die Pumpe nur in Beide parallel befüllen kann. So hängt das Krankenhaus seither permanent über ein Notfallrohr an den Tanks der angrenzenden Unterkunftshäuser für Angestellte, deren Kapazität für diesen hohen Konsum nicht ausgelegt ist. Aber lieber ab und an kein Wasser, als gar keins mehr.
Eigentlich sind diese Tanks so robust, dass sie für mindestens zehn Jahre keine Probleme bereiten. Die beiden Angesprochenen sind gerade mal ein Jahr alt. Nachdem wir die Herstellerfirma in Lusaka diesbezüglich mal angehauen haben, meinten die dann auch, dass in dieser Reihe einige Tanks mit fehlerhaftem Material produziert wurden und boten uns immerhin sofort an, die Tanks kostenlos umzutauschen, wenn wir die Defekten nach Lusaka fahren. Der Transport dieser großen, unhandlichen Dinger ist zwar auch nicht gerade kostengünstig, aber was bleibt einem anderes übrig. Die Tanks abzuschließen und vom Turm herabzulassen konnten wir an einem Tag erledigen. Mittlerweile hat die Diözese einen LKW nach Lusaka geschickt, der sie dem Hersteller übergibt und die Neuen abholt. Anfang nächste Woche wird der LKW wieder zurück sein und wir können sie dann anschließen, womit sich die Wassersituation wieder entspannen sollte.

Von ChilongaVon Chilonga


Bei meinem nächsten Arbeitstag in Chilonga haben wir uns auch noch vorgenommen, das komplette Krankenhaus nach Geräten und den dazugehörigen Handbüchern abzusuchen. Es passierte schon des Öfteren, dass ein Gerät defekt war oder man es neu einstellen musste, aber das Handbuch nicht mir aufzufinden war. Daher wollen wir zum einen mal erfassen, was eigentlich alles an Geräten da ist um anschließend alle Handbücher die sich finden lassen zentral abzulegen, damit man sich beim nächsten mal besser und schneller zu helfen weiß.

Wie schon erwähnt, es gibt einfach immer was zu tun. :) Die Arbeit im Krankenhaus ist nach wie vor noch viel Umfangreicher. An der Bachquelle mussten wir die Rohre abermals von jede Menge Laub befreien, wodurch der Bach wieder etwas mehr Wasser liefert und nicht mehr ganz so oft gepumpt werden muss. Und dann natürlich die tagtäglichen Handwerksarbeiten an den verschiedensten Ecken und Enden von Elektroinstallationen, über Klempnern bis zu kleinen Zimmermanns- und Schreinertätigkeiten.

Es bereitet mir alles einfach nach wie vor große Freude. Ob am Krankenhaus oder mit den Leuten in der Diözese. Zu meinen Kollegen habe ich überall so ein gutes und schönes Verhältnis. Vor allem im Krankenhaus kann ich zurückblickend richtig die Veränderung der Menschen nachvollziehen, wie sie Stück für Stück offener und entspannter wurden.

Ein Highlight der vergangenen Wochen war zweifellos das Eintreffen des großen Geschenkepakets der Familie Schweizer mit jeder Menge Kleidung und Spielsachen für das Waisenhaus St Francis in Mpika. Martha Magawa, die Betreiberin, ist eine sehr gute Bekannte von mir und Sie ist wirklich eine liebenswürdige, tolle Frau, die trotz zehn eigener Kinder, was selbst für sambische Verhältnisse eine sehr große Familie ist, noch so einiges mehr auf die Beine stellt. Das Paket kam jedenfalls sehr gut an und Frau Magawa hatte ihren Spaß daran, die Übergabe in einen Staatsakt mit offiziellem Foto zu verwandeln. Danach spielten wir mit den Kinder und den neuen Bällen ein wenig Fußball. Frau Magawa zeigte uns noch ihr Grundstück und wie sie sich mit Landwirtschaft, Hühnerzucht, sowie dem Bau eines Gästehauses sonst noch beschäftigt. Man hat ja sonst nix zu tun. :) War sehr schön und weiter unten könnt ihr euch ja selbst anhand der Bilder davon überzeugen.

Was war denn sonst noch….ach ja, es ist endlich Zeit für Afrika, wie es hier überall so schön heißt. :) Damit ist natürlich der Start der Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika gemeint. Wie in wohl jedem Land Afrikas ist auch in Sambia das jagen der Lederkugel Sport Nr. 1 und fester Alltagsbestand der Menschen bis in die entlegensten Zipfel des Landes. So ist es ein Leichtes, abseits der Arbeit irgendwo ein Spiel zu verfolgen. Ob privat mit Leuten oder in einer der kleinen Bars. Beides schon ergiebig getestet und für erste Sahne empfunden. :) Die führenden Mannschaften in der Umfrage “Wen unterstützt du bei der WM?” sind natürlich vorneweg die Afrikanischen Teams, dicht gefolgt von Brasilien. Anstatt einer Vuvuzela wird hierzulande beim betrachten der Spiele an der Flimmerkiste aber lieber ein Flaschenhals an den Mund gesetzt. ;)

So, das waren dann auch schon wieder die heißesten Nachrichten aus Mpika/Sambia. Ich hoffe, sie haben diese Ausgabe genossen und ich würde mich freuen, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder vorbeiklicken. :) Dieses Wochenende geht’s für mich erstmal wieder auf Achse. Ich werde heute Abend (Freitag) mit Franziska aus Chalabesa einen Bus besteigen, um abermals die ca. neunstündige Fahrt, sofern ohne Zwischenfälle, nach Lusaka anzutreten. Grund dieses Mal ist der Besuch von Franziskas Eltern, die am Sonntag sambischen Boden betreten werden. Für ihren zweiwöchigen Urlaub mit der Tochter aus dem Busch leihen sie sich ein Auto von Thomas, meinem Chef, aus, welches gerade noch in Lusaka steht. Das ist natürlich alles schön und gut wird sich der geneigte Leser mittlerweile denken, aber komm mal zum Punkt. Meiner einer wird als Mentaltrainer mitreisen, wenn Franziska am Samstag nach zehnmonatiger Fahrpause ihre (hoffentlich nicht allzu sehr) eingerosteten Fahrkünste in Lusakas Chaos beim abholen des Autos wieder auffrischt. Wenn alles glatt läuft, werden wir am späten Montag Nachmittag zu viert Mpika erreichen.

Apopro Lusaka, das hätte ich nun doch noch fast vergessen zu berichten. Ich selbst bin nämlich vor einigen Wochen an einem Tag mit dem Auto meines Nachbars Lutz nach Lusaka gefahren, um ihn von seinem Deutschlandurlaub vom Flughafen abzuholen. Unterwegs lief natürlich, wie zu erwarten, nicht alles hundertprozentig glatt. Probleme mit der Alarmanlage des Autos, welche aber mit Improvisation eigenständig gelöst werden konnten, sowie ein kleines tä ta tä mit der Verkehrspolizei, welches aber ohne Folgen blieb. So erreichte ich nach 10h Fahrt um 15Uhr pünktlich zur Landung des Flugzeugs den Flughafen. Danach machten wir uns gleich wieder auf den Weg zurück nach Mpika, wo wir um 1Uhr morgens leicht müde, aber glücklich und zufrieden ankamen. Mpika-Lusaka-Mpika in 20h. Nicht schlecht und auch für Lutz nach 10 Jahren Sambia ein neuer Rekord. :) War echt ne tolle Erfahrung, die Strecke mal selbst hinter dem Steuer zurückzulegen.

07.06.10 & 13.06.10 St Francis Waisenhaus


Chilonga