Alex, Ania, Tobi und Ich trafen uns am Samstag morgen um 7:30 Uhr (die Uhrzeit war zumindest mal angesetzt :) ) Nahe der Grenze zu Malaysia, um auf Pulau Tinggi, ja ihr lest richtig, so hatten wir es eigentlich geplant, zu fahren (Tinggi ist eine weitere kleine Insel, 4km von Sibu entfernt). Wir hatten uns diese Insel rausgesucht, da in meinem Reiseführer stand, dass hier die Möglichkeit besteh, bei Dorfbewohnern günstig unterzukommen, die einen dann in ihrem Boot umherfahren usw. Klang natürlich super und ideal für einen Spontanen trip, dazu noch würde es günstig werden. Angekommen an der Grenze dann, hatte es aber einen kleinen Praktikanten erwischt. Tobi musste wie man so schön sagt die Segel streichen, da es Ihm den ganzen Morgen schon nicht gut ging. Diagnose, Magen Darm Probleme. Wir diskutierten noch fast eine halbe Stunde zu viert an der Grenze rum, half aber nix, Tobi packte es und wir machten uns dann schließlich noch zu dritt weiter auf den Weg. Angekommen in Johor Baru, der Grenzstadt auf Malaiischer Seite, machten wir uns auf die Suche nach einem Transport zu der "Fährstadt" Tanjung Leman, von wo aus ein Boot ablegen sollte. Es stellte sich heraus, es fahren keine Busse von Johor Bahru nach Tanjung Leman, wie wir es eigentlich vor hatten. Uns wurde dann erzählt, wir müssten einen Bus nach Kota Tinggi, einer Stadt auf halben Weg, nehmen und von dort einen Bus nach Tanjung Leman. In anbetracht der Zeit die wir sparen wollten, checkten wir noch die Taxipreise, welche jedoch viel zu teuer waren, also ab in den Bus.
Nach einer Stunde in Kota Tinggi angekommen, machten wir uns dann auf die Suche nach dem nächsten Bus. Überraschung Nummer 2, es fährt von Kota Tinggi kein Bus nach Tanjung Leman. Da ham se uns ja mal nen schönen mist verzapft! Es half also nix, wir mussten ein Taxi nehmen. Durch die Busfahrt sparten wir uns aber so viel Geld, dass das Taxi nun nicht einmal mehr die Hälfte kostete wie von Johor Bahru und somit unser Budget für die Fahrt noch deckte. Nach ein paar vergeblichen Verhandlungsversuchen mit dem Fahrer, machten wir uns schließlich auf den Weg.
Eine weitere Stunde später kamen wir dann also in der "Fährstadt" Tanjung Leman an, "Fährstadt" deshalb, da die Anlegestelle nur aus einem kleinen Tickethäuschen, zwei Essensständen, zwei kleinen Supermärkten und einem Telefon bestand. Überraschung Nummer 3, wir erfuhren, dass es keine öffentlichen Boote zu allen Inseln, die von hier aus erreichbar sind gibt, sprich keine Boote in die man einfach einsteigt und auf die Insel fährt, um sich dann vor ort wie von uns gedacht eine Unterkunft bei einheimischen sucht. Ob dies jedoch stimmt, bleibt eine offene Frage, da das Problem bei allen Transporten in Asien ist, dass man nie sicher sein kann, ob man nun an eine vertrauenswürdige Person gelangt ist oder eine der 99% erwischt, die einen in irgendwelche Resorts oder sonstige Unterkünfte vermitteln wollen um eine Provision zu kassieren und einem dann einen Bären nach dem anderen aufbinden. Wir telefonierten also mit den Resorts um abzuklären, wie viel nur ein Boot kosten würde. Natürlich viel zu teuer, wenn überhaupt möglich. Also setzten wir uns einfach in ein Schnellboot eines Resorts auf Pulau Sibu, so schnell kann der Plan von Tinggi auf Sibu umgeworfen werden :) (war ja alles spontan), welches Gäste die gebucht hatten abholte und fuhren einfach mal auf die Insel mit der Annahme, wenn wir mal da sind, wird es schon irgendwie laufen. Wir hatten zuvor schon mit den Inhabern telefoniert, da wir erfahren haben, dass sie auch Backpacker Unterkünfte zu günstigen Preisen anbieten, jedoch waren diese bereits ausgebucht. Die Alternative natürlich wieder mal für uns zu teuer.
Illegal auf Sibu angekommen wurden wir von der Fähre natürlich direkt am Resort abgesetzt, auf der komplett anderen Seite der Insel wie das Fischerdorf wo wir uns eine Unterkunft suchen wollten. Wir "verhandelten" also ein wenig mit den Besitzern, bis sie uns schließlich ein Angebot machten. Wir bezahlten den Backpacker Tarif, erhielten jedoch eine bessere Unterkunft. Die Gier nach Gäste siegte also und wir hatten einen guten Deal gemacht. Es ging also alles doch noch gut aus, so wie eigentlich immer, wenn man keine andere Wahl hat um einen Rückzieher zu machen. :) Wir waren zufrieden und die Kollegen vom Resort auch.
Die Anlage war wirklich schön, es waren lauter Holzhütten die wir ein Dorf angeordnet waren direkt am Strand. Der ideale Ort also um zu relaxen. Einziger Wehmutstropfen, Die Getränke waren ein wenig teuer, vor allem für das was angeboten wurde, genauso wie das Essen für Malaiische Verhältnisse nicht gerade günstig war und es hat auch nicht jedem von uns immer geschmeckt, außer mir. :) Hab wohl keine Geschmacksnerven mehr... Dafür waren der Strand und das Meer echt ein Traum. Wir schlüpften nach unserer Ankunft also gleich in die Badesachen verbrachten den Rest des Tages mit schwimmen und Ballspielen am Strand. Abends dann ließen wir den Tag mit einem Bierchen und einem "Was bin ich?" Spiel das man ausleihen konnte noch ausklingen.
Tags darauf quälte ich mich um ca. 7 Uhr aus dem Bett, um den Sonnenaufgang direkt an unserem Strand zu begutachten. Ich bekam zwar nur noch das Ende mit, für ein Bild und ein wenig in der aufgehenden Sonne zu relaxen hats allerdings gereicht. Besser war da die Ania, die es schon um 6 aus dem Bett geschafft hat. Eine halbe Stunde später lag ich dann wieder platt im Bett und wir schliefen uns aus bis um 10. Dann ging es erstmal ab zur Morgenschwimmen. Nach einem ermüdenden Schwimmen gegen noch stärkere Wellen als am gestrigen Tag und einer erneuten Ballrunde am Strand, wurde dann erstmal Frühstück und Mittag in einem erledigt.
Nach dem wir dann den Rücktransport organisiert hatten, Boot um halb fünf, dann mit einem Bus direkt bis Singapur, ging es zum Schnorcheln an einen anderen Strand, da das Wasser aufgrund des starken Seegangs an unserem Strand nach 5 Metern schon nicht mehr klar ist. Ich und Ania liehen uns eine Schnorchelausrüstung, Alex hat mal wieder mitgedacht und seine eigene mitgebracht. :) Danach ging es 20 Minuten quer durch den Dschungel auf einen Pfad, der mal über eine kleine Steinwand führte, mal von Ästen versperrt war oder einfach komplett zugewuchert war. Hinzu kam noch die Sengende Hitze und dass so mancher in unserer Dreiereskorte in Flip Flops unterwegs war, zum Glück nicht ich :) Völlig durchgeschwitzt erreichten wir aber den Strand in einer kleinen Bucht und es hat sich wirklich richtig gelohnt. Man ist quasi direkt an einem Korallenriff und sieht schon nach einem Meter die ersten Fische und was für welche. Es gab auch einige Anemonen von denen jede von mindestens einem Clownfisch (Nemo) bewohnt wurde, die uns auch gleich schnellstmöglich verjagen wollten und wie aufgeregt immer auf uns zu schwammen wenn wir über ihnen waren. Es war wirklich unglaublich schön und atemberaubend, was wir dort alles gesehen haben. Einfach wie im Film. Leider mussten wir nach einer Stunde bereits den Rückweg antreten, da wir ja noch bezahlen mussten und jeder Duschen wollte. Aber es war ein unvergessliches Erlebnis und so ziemlich das Highlight an diesem Wochenende.
Punkt halb fünf ging es dann also wieder los mit dem Schnellboot, diesmal jedoch auf einer noch wildereren See als bei unserer Ankunft, was jeder zu spüren bekam, vor allem ich da ich ziemlich weit hinten im Boot saß und klatsch nass in Tanjung Leman ankam. Da blieb kein Auge trocken sag ich da mal. Der weitere Rücktransport verlief dann zwar ähnlich ruppig über die mit Schlaglöchern übersäten Straßen Malaysias, aber zumindest trocken im Auto. :)
Bleibt nur noch zu sagen, dass es ein supergeiles Wochenende war, vor allem konnte jeder von uns mal wieder entspannen und einfach nichts tun. Schaut euch einfach mal die Bilder an, dann wisst ihr denke ich bescheid :)
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| 23.06.07 - 24.06.07 Pulau Sibu |


