Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Sonntag, 14. März 2010

Jetzt schlägt’s 24!

Jaja, da war es also mal wieder soweit. Der Kalender hat wie jedes Jahr um diese Zeit beschlossen, mein Alter um eine Stelle hochhüpfen zu lassen und zum zweiten Mal in Folge durfte ich den sogennanten Geburtstag in einem anderen Land miterleben. Es war auch wahrlich ein anderer Geburtstag als sonst. Erstmal möchte ich mich noch bei allen Gratulanten bedanken, die an dem Tag so zahlreich an mich von weiter Ferne gedacht haben. Hat mich wirklich wahnsinnig gefreut! Ansonsten hatte ich wohl den entspanntesten Geburtstag aller Zeiten. Dies liegt mitunter daran, dass für viele Menschen in Sambia, genauer in Nordsambia, der Geburtstag keine wichtige Rolle spielt. Er wird viel mehr zur Kenntniss genommen, was ich am eigenen Leib bei meinem sambischen Nachbar und Arbeitskollegen Humphrey erfahren konnte. Der hatte wohl irgendwie mitbekommen, dass ich Geburtstag habe und nur gemeint:
– “So, heute ist also dein Geburtstag?”
– “Ja.”
– “Oh, na das ist ja toll.”
Schon echt lustig. Ich habe mir gar sagen lassen, dass viele noch nicht einmal ihr Geburtsdatum wissen. Eine große Party fiel dieses Jahr dementsprechend flach (im Gegensatz dazu was letztes Jahr im Studentenwohnheim in Schottland ablief ;) ). Es war aber wie gesagt trotzdem ein schöner Tag und es gab sogar einen kleinen Kuchen. Noch dazu hatte ich an dem Tag überraschend frei. Wie jedes Jahr fällt mein Stichtag auf den Weltfrauentag, der in Sambia schon lange eine große Rolle spielt, jedoch seit diesem Jahr nun offiziell ein gesetzlicher Feiertag ist. Das ganze hatten wir morgens beim Frühstück erfahren. Zu schade, dass das selbe nicht in Deutschland gilt. :) Eine kleinere Feier gab es dann aber nachträglich doch noch am vergangenen Samstag. Im kleinen Kreis haben wir gegrillt und ein paar Bierchen getrunken. Thomas, mein Chef, hatte bei seiner Rückkehr aus Deutschland sogar im deutschen Metzger in Lusaka eine ganze Stange Leberkäse am Stück gekauft, den er großzügig zu diesem Anlass spendete. Dazu gabs noch Brot und Kartoffelsalat. Ein echter Festschmaus also und sehr schöner Abend.

Auch ansonsten liefen die ersten beiden Wochen nach Tansania und Sansibar wirklich blendend. Der erste Tag nach meiner Rückkehr war echt super schön, weil ich so herzlich von allen Leuten wieder begrüßt wurde und sich alle mächtig freuten, dass ich nun wieder da bin. Einfach ganz so, als wenn man wieder nach Hause zurückkehrt und so fühlte es sich auch echt an. :) Es gab auch sofort wieder jede Menge zu tun. Im Krankenhaus kümmerten wir uns bei meinen beiden Arbeitstagen wieder verstärkt um die Wasserversorgung. Die noch immer anhaltende Regenzeit sorgt wirklich für wahnsinnig viel Laub und Schlamm in den Rohren, sodass wir alle möglichen Stellen abklapperten um die Leitungen zu säubern, allen voran die Eintrittsstelle an der Bachquelle, welche mittlerweile durch den gestiegenen Wasserspiegel unter Anwendung von Kletterkünsten zu erreichen ist. Auch war es an der Zeit, die Pumpen, welche Wasser aus verschiedenen Bohrlöchern in die Versorgungstanks für das Krankenhaus transportieren, zu inspizieren. Daneben gab es natürlich wie immer noch eine Reihe kleinerer Aufgaben wie verstopfte Wasserhahnen oder eletrischen Krims Krams. Wie immer, ein heiden Spaß! :)

Auch in sachen Lagerverwaltung geht es immer mehr voran. Das Programm steht beinahe und freu mich schon darauf, wenn ich den Leuten dann alles zeigen kann.

Noch kurz zum Wetter: Der Dauerregen an den ersten Tagen meiner Rückkehr wird mittlerweile von immer mehr Sonnenstunden abgelöst. An besagtem Grill-Samstag hatten wir sogar den ersten Tag seit November, an dem es durchgehend sonnig war. Ein Zeichen also dafür, dass die Regenzeit sich dem Ende neigt und mit ihrem gehen kommt die nächtliche Kälte, die man teilweise schon ein wenig zu spüren bekommt, jedoch im Mai/Juni ihren Höhepunkt erreicht. Im Laufe des Aprils hört der Regen dann komplett auf und es bleibt regenfrei bis November. Echt verrückt.

So, nach dem Megaeintrag vom letzten Mal, lass ich es für heute auch mal wieder gut sein und schone eure Lesekünste ein wenig. Als Abschluss noch den Link zu meinem erneuertem Chilonga-Album mit brand neuen Bildern, sowie ein paar Impressionen von unserem kleinen Grillabend und ein Schnappschuss meines Geburtstagsessens 2010. :)

Ich wünsch euch was und allen sich in Deutschland befindenden Lesern ein baldiges Ende des Schneeschippens und einen freudigen Beginn der Biergartensaison! ;)


Mein Geburtstagsessen: Wels, Pilze in Erdnussbutter, Bohnen und Nyshima – Super lecker! :)


13.03.2010 Kleine Geburtstags(nach)feier


Chilonga