Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Freitag, 27. März 2009

Ausflug zur Isle of Skye: Tag 1 - Anfahrt mit Zwischenstopps

Hallöchen mal wieder Ihr alle!

Ich bin wieder heil zurückgekehrt von unserem Wochenendausflug mit meinen Mitstreitern Steffen und Holger. Jedoch verlief alles ein wenig anders, als wir es zuerst geplant haben.

Tags zuvor haben wir uns zusammengesetzt um zu überlegen, wo es im Süd-Osten Schottlands denn überall hingehen soll. Dabei stellten wir aber fest, dass uns außer diesem Wochenende nur noch ein weiteres bleibt, an dem wir alle drei Zeit haben, um einen Ausflug zu machen. Also beschlossen wir kurzerhand, doch nicht in den Süden zu fahren, da wir ja schon einen großen Teil davon gesehen haben, sondern die Devise lautete: „Auf nach Norden!“. Nur, wo hin? Am Wochenende ist die Zeit schließlich äußerst begrenzt. Nach anstrengenden Überlegungen viel die Wahl schließlich auf die 300km entfernte Insel Skye, welche zu der Inselgruppe der westlichen Hebriden gehört und da sie als einzige durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist auch am besten von allen per Auto zu erreichen. Skye ist übrigens nach Aussage des Reiseführers auf Rang drei der meistbesuchten Ziele Schottlands. Wir waren also dementsprechend gespannt.

Am Freitagnachmittag ging es dann los. Abfahrt war auf 14:00Uhr angesetzt. Bis jeder fertig war, vollgetankt und Proviant gekauft, war aber auch schon wieder 16:00Uhr. Was dieses Mal jedoch nicht so schlimm war, da an diesem Tag hauptsächlich die Anreise auf dem Programm stand. Unterwegs auf Schottlands Straßen lag es dann an den beiden Copiloten Steffen und meiner einer sich in den Reiseführern auf die Suche eines interessanten Zwischenziels zu machen. Die Wahl viel auf Loch Awe, den größten See Schottlands und die sich auf einer kleinen Insel befindende Burg Kilchurn. Ein kleiner aber feiner Umweg. Aufgrund der Abenddämmerung bot uns dort ein schöner, mystischer Anblick.

Dann ging es weiter gen Norden, so lange es noch etwas hell war hielten wir immer mal wieder hier und da an, um nicht an der ganzen schönen Landschaft vorbei zu rasen. Um 23:30 erreichten wir schließlich überglücklich die Insel Skye. Es dauerte übrigens so lange, da es nördlich von Glasgow keine Autobahnen mehr gibt und abseits der Hauptstraßen (auf der Insel sowieso) ist man dann auf einspurigen Straßen mit Ausweichzonen unterwegs. Es galt zuerst Ausschau zu halten nach einem günstigen Schlafplatz am Wegesrand, den es hieß wieder Carsten -> Zelt, Holger und Steffen -> Auto. Dieses Mal hatte ich auch Luma und dicke Wollsocken, schönen Dank auch noch an Theresia!, dabei. :) Nach etwas Rumgesuche entdeckten wir schließlich eine größere Fläche, auf der wir Auto und Zelt unterbringen konnten. Das war also schon einmal geritzt. Wir beschlossen dann nach Portree zu fahren, den größten Ort auf Skye. Dort fanden wir schließlich noch ein offenes Pub (in Großbritannien machen die Pubs nicht selten vor 0:00Uhr zu) in dem wir uns von der Fahrt erholen und den Tag ausklingen lassen konnten. Als wir hereinkamen waren natürlich alle andern in der Bar schon bestens am Start und es dauerte ganze 5 Minuten, bis wir in das erste Gespräch verwickelt waren. Ein etwas betrunkener, nicht immer leicht verständlicher Schotte suchte unsere Gesellschaft. Wir haben uns echt nett unterhalten, da bemerkte Steffen auf einmal, dass sein Bier fehlte. Unser neuer schottischer Freund versuchte sofort, die Sache mit dem Barmann zu klären, da fand sich am Nachbartisch der Übeltäter, welcher das Bier gemopst hatte. Nach einem „Was, ist das dein Bier?“ (Er hatte übrigens gar keins und ist kurz nach uns in die Bar gekommen) zeigte er sich Gott sei Dank schnell einsichtig und nicht aggressiv. Sein Zahnloser Kollege stieß auch noch dazu um sich ebenfalls für ihn zu entschuldigen, erzählte nen Witz, den keiner Verstand und dann gab besagter Übeltäter Steffen ein neues Bier aus. Währenddessen stellte sich auch heraus, warum er das Bier geklaut hat. Er hat schlichtweg keines mehr bekommen. In den nächsten Minuten landete dann auf wundersame Weise Bierschaum auf Steffens Pulli, worauf noch eine Runde Whiskey für uns drei raussprang. Und nun kommts, der Whiskey war der Wahnsinn! Echt super lecker! Er wird auf der Insel von der lokalen Destille hergestellt und schmeckt wie Rauchfleisch, aber ist sehr sanft beim trinken, sprich, das oft übliche brennen im Hals blieb komplett aus. Und ich kann nun mit Stolz behaupten: „Ich mag schottischen Whiskey!“ :) Die Destille hat leider nur von Montag bis Freitag geöffnet, sonst hätten wir da auf jeden Fall noch vorbeigeschnuppert. Tja, man kann eben nicht alles haben.

Nachdem die letzte Runde eingeläutet wurde und wir ausgetrunken hatten, machten wir uns dann auch wieder auf den Rückweg Richtung Zelt-/Schlafplatz. Was für ein gelungener Start ins Wochenende. :)

20.03.09 Ausflug zur Isle of Skye Tag1 - Kilchurn Castle und Anreise

Ausflug zur Isle of Skye: Tag 2 - Der Norden von Skye (Trotternish, Waternish und Dunvegan Head)

So, willkommen bei Tag 2 der Isle of Skye Tour des Lachsacktrios. :) Der Tag begann für mich mit Regentropfen, die mich im Zelt aus meinem Schlummer wach trommelten. Ansonsten habe ich die Nacht jedoch sehr, sehr gut geschlafen. Nicht zuletzt dadurch, dass ich dieses Mal die Grundausrüstung dabei hatte. :) Holger, unser Fahrer, der gesundheitlich auch noch ein wenig angeschlagen mit uns auf Tour kam, hatte wohl die schlechteste Nacht. Nachdem alles gepackt war und es nur noch das Zelt abzubauen und einzuladen galt, hatte der Regen noch immer nicht gestoppt. Es blieb uns also nichts anderes übrig als, ein „leicht“ feuchtes Zelt mitzunehmen. Wir konnten es später jedoch zum trocknen auslegen, also alles halb so schlimm.

Nachdem die morgendlichen Pflichten erfüllt waren hieß es erstmal wieder zurück nach Portree, um sich dort bei einem britischen Frühstück und britischem Tee für den anstehenden Tag zu stärken. Wir sind dort in ein total nettes Cafe eingekehrt und die traditionell im Frühstück enthaltene, gebratene Blutwurst war wirklich die Beste, die ich hier in Schottland bisher probiert habe.

Der heutige Plan war dann den nördlichen Teil der Insel Skye zu erkunden, was sich auf die Halbinseln Trotternish, Waternish und Dunvegan Head bezog. Erfreulicher Weise beschloss auch Petrus uns den Tag mit einer Aufklarung des Wetters zu versüßen. Unser erstes Fernziel war der „Man of Storr“. Ein 50 Meter hoher, aus vulkanischem Gestein bestehender und allein stehender Felsen, der einem Hinkelstein ähnelt. Über die Jahrtausende wurde er durch immer wiederkehrende Eiszeiten aus dem Gestein gefeilt. Zwischendrin hieß es allerdings immer wieder anhalten um die wunderschöne Landschaft zu genießen, was übrigens mal wieder für den kompletten Trip galt! Am Parkplatz nahe des „Man of Storr“ angekommen, musste dann wieder jeder zeigen, was für ein Rheinhold Messner in einem Steckt. Es war eine Wanderung, die man wohl als moderat bezeichnen würde mit einem stärkeren Anstieg am Ende. Aber die Aussicht von dort und die Natur, durch die wir wanderten, waren echt mal wieder der Hammer! Der Abstieg wurde dann durch diverse Bergab-Rennen ein wenig beschleunigt. Zum Ausgang sag ich nur so viel: für Holger und Steffen bin ich jetzt nur noch „die Ziege“… :)

Anschließend ging es durch von Schafe gesäumte Landschaften und Straßen an den hohen, senkrecht ins Meer stürzenden Klippen von Skye entlang weiter Richtung Norden. Jedes weitere Wort wäre an dieser Stelle wohl echt zu viel und ich verweise mit Freude auf die folgenden Bilder.

Am nördlichsten Punkt angekommen ging es an der anderen Küste wieder nach gen Süd-Westen, um dort später schließlich weiter Nord-Westwerts zu kommen. Unterwegs besichtigten wir noch den alten, historischen Friedhof des Ortes Kilmuir wo sich das Grab der Flora MacDonald befindet, eine schottische Nationalheldin. Sie rettete einst den schottischen Thronfolger, den Stuart Prinzen Charles, welcher sich auf Skye von englischen Truppen eingeschlossen befand. Ein großes, keltisches Kreuz markiert dort ihre letzte Ruhestätte, welches jedoch bereits erneuert werden musste, da so mancher Touri wohl unbedingt ein Andenken von davon haben musste.

Unser nächstes, großes Fernziel war dann Dunvegan Castle, ein Schloss, das sich als einziges in Schottland rühmen kann, seit nunmehr über 700 Jahren im Besitz derselben Familie, den MacLeod, zu sein. Das Schloss machte auch den Anschein als wäre es noch bewohnt. Die 4 Pfund Eintritt (etwas mehr als 4€ momentan) haben wir allerdings nicht gelöhnt, da viel Inventar ohnehin über die Jahre verkauft werden musste, weil die Familie einige Male vor dem Ruin stand.

Unsere Reise führte weiter nach Westen zur Halbinsel Head of Dunvegan. Dort befand sich früher eine über Schottland hinaus bekannte Dudelsackschule, welche heute ein Museum ist. Wir beschlossen allerdings draußen zu bleiben und gleich weiter Richtung Westküste zu fahren. Dort fanden wir einen Leuchtturm, umgeben von sagenhafter Landschaft, vielen Schafen und faszinierenden Klippen.

Leicht K.O., aber überglücklich und mit Bauchschmerzen von einem erneuten Tag voller Gelächter kehrten wir zurück nach Portree, wo sich die einzigen Hostels/Gästehäuser auf Skye befinden. Aufgrund Holgers anhaltenden Husten war es wohl besser, heute mal ein Dach über dem Kopf mit einem richtigen Bett aufzusuchen. Das Hostel war auch wirklich super, sehr neu und sauber. Lediglich die Tatsache, dass es nur zwei Duschen und Toiletten für das ganze Haus gab, stellte sich tags darauf als kleines Problem heraus. Im Supermarkt besorgten wir dann noch Zutaten fürs Abendessen (Spaghetti Napoli mit einer Knolle Knoblauch :) ) und ne Pulle Wein, welches wir dann in der Küche des Hostels zubereiteten. Danach ließen wir den Abend noch gemütlich ausklingen und gingen relativ zeitig ins Bett, da wir am nächsten Tag schließlich noch viel vor uns hatten. Genächtigt haben wir übrigens alleine in einem 8er Schlafsaal. Es waren jedoch auch noch andere Gäste hier.

21.03.09 Ausflug zur Isle of Skye Tag 2 - Der nördliche Teil von Skye

Ausflug zur Isle of Skye: Tag 3 - Der Süden von Skye, die Cullins und die Heimfahrt

Nach einer extrem guten Nacht brach Tag 3 heran. Holger war leider noch immer erkältet. Da hatte das ganze Wick Vapurup, welches Steffen so schön sogar auf seinem Rücken aufgetragen hat, wohl auch nix dran ändern können. :) Auf ein Hallo-Wach-Dusche musste erstmal das Frühstück zu – bzw. vorbereitet werden. Da wir aber mal wieder zu viel Proviant mitgenommen haben, kam so ein Frühstück gerade recht. Es gab, man kann fast schon sagen wie immer, Sandwichbrot mit Salat, Käse und oder Schinken. Dazu noch Salatdressing als Soße. Leeeeecker!

Am heutigen Tag war dann der südliche Teil der Insel an der Reihe. Allen voran eines der Highlights auf Skye, die Cullins. Die Cullins sind eine Bergkette, welche auch als die Alpen Großbritanniens bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass die meisten Gipfel und Hänge nur mit Kletterausrüstung erklommen werden können. Das Gestein ist, wie schon beim „Man of Storr“, schwarz-graues Vulkangestein. Unser Vorhaben war eine Wanderung des Schwierigkeitsgrades Schwer, welche bis auf die Spitze des höchsten Gipfels der Bergkette führt. Erstaunlicher Weise aber einer der einzigen Berge, deren Besteigung überhaupt als Wanderung bezeichnet werden kann. Das Wetter war uns an diesem Tag jedoch nicht so hold wie tags zuvor, sodass wir die als schroff beschriebenen Gebirgsspitzen leider pausenlos in dunklen Wolken versunken waren, was jedoch wie ich finde ich ein super Bild darbot. Wir beschlossen trotz aufziehender Schlechtwetterfront und vermutlich keiner Sicht loszuwandern, da es bei ca. ¾ der Strecke einen Gebirgssee als Zwischenziel gab. Ab ungefähr der Hälfte wurde dann auch klar, warum der Weg als schwer beschrieben wurde. Wiesen und Pfade verschwanden und wurden durch bloßes Gestein ersetzt. Bergauf war dies auch überhaupt kein Problem, lediglich beim Bergab standen wir vor ein, zwei größeren Herausforderrungen. Aber gerade deshalb war die Wanderung auch super klasse! Denn genau deshalb hatten wir uns ja einen schweren Weg herausgesucht.

Oben am Gebirgssee angekommen machte es dann aber keinen Sinn, weiter zu gehen, da wir nun bereits tief in die Wolken vorgedrungen waren. Der weitere Weg wartete wohl mit noch mehr Herausforderrungen auf, außerdem hatte es sich mittlerweile richtig eingeregnet und wir wollten dann auch nicht riskieren, dass Holger am nächsten Tag völlig flach liegt. Also vielen wir den Beschluss umzukehren. Nach einer Gesamtwanderzeit (Auf – und Abstieg) von 3 Stunden kamen wir dann wieder unten am Auto an und machten erstmal ne Brotzeit. Die Wanderung war aber wie gesagt echt der Wahnsinn. Nur schade, dass man nicht ein wenig mehr gesehen hatte. Bei dieser Tour habe ich aber zumindest bemerkt, dass meine nun doch schon in die Jahre gekommene Regen – und Windjacke Dauerregen nicht mehr mit macht. :)

Anschließend ging es weiter gen Süden. Vorbei an den Ausläufern der Cullins und am größten Berg auf Skye, den Glamaig. Dieser schaut aus, als hätte jemand einfach ne riesige Ladung Sand oder Kies fallen lassen. Wie ein perfekter Kegel eben. Das freut den angehenden Mathematiker selbstverständlich. :)

Später kehrten wir dann noch in ein Pub ein, um uns mit Kaffee wieder ein wenig aufzuputschen. War sogar richtig was los, da Sonntagnachmittag natürlich Fußballzeit ist. Die heiligste Zeit in ganz GB schätze ich. :)

Anschließend machten wir uns überglücklich und voller neuer Eindrücke wieder auf den Heimweg in das 300km entfernte Paisley. War echt mal wieder ein genialer, super lustiger und entspannter Wochenendausflug. Und jetzt, viel Spaß bei den Bildern! Macht’s wie immer gut und bis bald!

22.03.09 Ausflug zur Isle of Skye Tag 3 - Die Cullins im Süden und die Heimreise

Donnerstag, 19. März 2009

Geburtstagsfeier und ein Überraschungsgast...

Hallo alle mittanand!

So, lang lang ists her, aber hier wuchte ich mal wieder ein paar Sachen ins Netz rein. Es hat sich die letzten Tage auch echt viel getan. Am Mittwoch letzter Woche bekam ich nämlich völlig überraschend Besuch aus Deutschland. Und zwar von der Tanja! Ich war echt absolut baff und mir hat’s für ca. 2 Stunden regelrecht die Sprache verschlagen. Erst am Abend habe ich so langsam realisiert, dass Sie wirklich da ist. An Diplomarbeit war die nächsten Tage natürlich nicht mehr zu denken, was nach Rücksprache mit meinem Betreuer auch kein Problem war und so musste schnell ein Alternativprogramm aufgestellt werden. In den nächsten Einträgen könnt ihr ein wenig Nachverfolgen, was wir so unternommen haben und natürlich sind auch wieder ein paar Bildchen mit von der Partie. Aber fangen wir erstmal ganz vorne an:

Ich habe ja nämlich noch gar nicht von meinem Geburtstag berichtet. Es war wirklich ein netter Abend, als wir reingefeiert haben mit wahnsinnig vielen Leuten. Viele haben sich an die Abmachung, selbst etwas zu trinken mitzubringen gehalten, viele aber auch nicht. Irgendwie hat dann aber doch alles gereicht. Um 12 gab’s dann nen Schokokuchen mit einem Löwen darauf als kleine Anspielung auf die noch kommende Zeit in Afrika. Außerdem habe ich von den beiden Holländerinnen noch einen Schal aus 100% schottischer Schafswolle erhalten. Um 6 Uhr morgens war dann allmählich Schluss und ich hab am Sonntag mehr oder weniger ausgeschlafen. Einer musste die Sauerei schließlich wieder wegmachen. :)

Drei Tage später war es dann soweit. Tanja kam zu Besuch. Ganz allein hat sie sich bis nach Paisley durchgekämpft und mich in der Fußgängerzone abgepasst. Ich war sooooooo baff! Und bin’s auch jetzt noch wenn ich wieder dran denke. Sind dann erstmal in ein Pub zum Essen und ich hab erstmal einen Most gebraucht, um etwas runterzukommen. Tanja hat ihr erstes Bier auf Britischem Boden ausgetestet. Abends haben wir dann noch ein paar Leute im Wohnheim besucht und bei den Holländern zu Abend gegessen. Zuvor haben wir uns noch überlegt, was wir morgen machen wollen und sind dann auch recht zeitig ins Bett geplumpst.

Vor lauter Aufregung gibt es auch wenige Bilder von diesem Tag. Nicht einmal an meinem Geburtstag habe ich Bilder gemacht. Ich hatte es schlichtweg vergessen. Konnte bisher auch von niemand anders Bilder auftreiben, werde die aber nachreichen sobald ich mal welche habe. Dafür sind noch ein paar Bilder von nem Pokerabend dabei, welcher ein Tag nach meinem Geburtstag war und bei dem ich sage und schreibe 3 Pfund gewonnen habe! Und das beim ersten mal Pokern um Geld. :)

09.03.09 Poker & 11.03.09 Ankunft von Tanja

Besuch von Tanja - Tag 1: Largs

Am ersten Tag ging es schon früh um 8 ab nach Largs. Dort haben wir dann auch ein Mal übernachtet, um dem Trubel hier im Wohnheim ein wenig zu entkommen. Largs ist ein nettes kleines Städtchen an der Küste und befindet sich ca. 30km Luftlinie westlich von Paisley. Man kann dort sogar per Bus hinfahren, was dann auch unser Fortbewegungsmittel war. Die Fahrt war, bis auf die alten, klapprigen Busse hier, auch sehr schön, da man durch typisch schottische Landschaften fährt (klingt irgendwie auch logisch wenn man in Schottland ist… ;) ). Largs ist übrigens auch der Ort, an dem als letztes noch Wikinger in Schottland lebten, bis Sie in der Schlacht von Largs vertrieben wurden. Dementsprechend findet man dort auch ein Museum vor, welches allerdings 5 Pfund eintritt gekostet hätte und das war es uns dann auch nicht wert. Der eigentliche Grund, warum wir hier her fuhren war auch, um ein wenig zu wandern. Ich habe schon kurz nach meiner Ankunft mir eine Broschüre mit verschiedenen Wanderwegen in Schottland besorgt und dort war eben unter anderem einer in Largs beschrieben. Schwierigkeit: Leicht, was gut war da Tanja ja auch keine Trekkingschuhe dabei hatte bzw. nach unserer letzten Wanderung keine mehr hat :) Zur Wanderung und dem Schwierigkeitsgrad komme ich aber gleich wieder zurück.

Erstmal musste nach der Ankunft natürlich eine Unterkunft gesucht werden. Aber als aller erstes machte Tanja beim Aussteigen Bekanntschaft mit dem schottischen Wind, den sie zwar schon von Paisley her kannte, aber hier an der Küste ist es natürlich noch um einiges extremer. Nach einer 2 minütigen Winderfahrung gesellte sich dann noch regen dazu und so war statt Unterkunftssuche erstmal Unterstandssuche angesag. Tja, spätestens jetzt kann man sagen: Willkommen in Schottland! :) Aber genauso schnell wie der regen kommt, geht er ja auch meist wieder, was dann auch der Fall war. Sind dann schnell im Touribüro vorbeigehechtet, um vielleicht noch ein paar Unterkünfte zu erhalten, die im Reiseführer nicht aufgeführt sind. Der Touribeauftragte war ein sehr freundlicher Schotte, der sich sehr bemühte, verständliches Englisch zu sprechen. Auch wenn Tanja davon überzeugt war, er wäre keiner weil es sich für sie als ausländisches Englisch anhörte. Tja, das sagt ja mal schon wieder alles zum Thema schottische Sprache. :)

Wir haben dann auch ein sehr schönes Bed & Breakfast gefunden mit einer sehr freundlichen Inhaberin. Wir hatten sogar einen Fernseher, den ich zum ersten Mal wirklich richtig benutzt habe, da ja einen Tag zuvor in Winnenden der tragische Amoklauf geschah, so konnten wir uns abends in den lokalen Nachrichten noch ein wenig darüber informieren. Echt der Wahnsinn, wie das um die Welt ging.

Nach dem wir die Unterkunft im Sack hatten, ging’s dann los mit der Wanderung. An der ersten Abzweigung haben wir uns auch gleich mal verlaufen, weil absolut kein Schild dran stand, in welchen kleinen Weg es jetzt reingeht. So geschah es, dass wir die eigentliche Route in umgekehrter Richtung liefen. Was jedoch, wie sich noch herausstellen sollte, äußerst günstig war. Es ging nämlich auf gut begehbaren Wegen mit tollen Aussichten immer nahe der Küste entlang. Unterwegs trafen wir, wie es sich in Schottland gehört, Schafe und sogar Pferde. Ein Schloss war auch in der Karte eingezeichnet, zu dumm nur dass es sich um eines handelt, das wirklich noch bewohnt wird und das ganze Grundstück daher privates Eigentum ist. Hatten eher auf eine Ruine gehofft, aber so ist es eben. Dann hörte der gute Weg auf und es ging auf Trampelpfaden ein kleines Stück den Berg hoch. Noch mal zur Erinnerung, Tanja hatte nur Turnschuhe dabei. Dann hörte auch dieser Weg auf und es ging durch eine Schafweide hindurch, was zu Beginn wirklich sehr schön war. Sogar die Schafherde lief uns über den Weg. Es wurde allerdings immer matschiger sodass es selbst mir mit Trekkingtretern die Schuhe bei jedem Schritt fast auszog. Aber so schnell gaben wir nicht auf und haben uns irgendwie durchgemogelt bis die nächste Weide kam und die war wirklich nur noch mit Gummistiefeln passierbar. Tja, so ist das eben wenn man im Spätwinter hier wandern geht. Das muss nicht immer klappen. Also blieb uns leider nichts anderes übrig als umzukehren. Die Wanderung war allerdings trotzdem sehr schön, auch wenn es natürlich ein wenig blöde ist, bei einem Rundweg den gleichen Weg wieder zurückzulaufen.

Abends haben wir uns dafür das Bier im Pub auch richtig verdient. In der ersten Kneipe war eine „Open Mic Night“, d.h. jeder, der irgendwie ein Instrument spielen oder singen kann oder zumindest meint, es zu können, darf hier auftreten. Ein Stammgast legte ein paar Lieder hin und wir haben uns mit jeder Menge Leute unterhalten. War wirklich eine super Atmosphäre. Sind dann noch ein Pub weitergezogen, wo bedeutend mehr los war. Danach waren wir aber wirklich platt und es war auch schön, mal wieder in einem ordentlichen Bett zu schlafen (das im Wohnheim ist wirklich nicht gerade der Brüller, aber das tuts).

12.03.09 Largs

Besuch von Tanja - Tag 2: Largs, Glasgow und Paisley

Am zweiten Tag in Largs gabs erstmal ein bombastisches Frühstück im Bed & Breakfast. Es war wirklich wahnsinnig lecker aber auch das erste Mal, dass ich ein Britisches Frühstück unmittelbar nach dem Aufstehen gegessen habe. Sonst war ich ja zuvor immer ein wenig unterwegs. Dementsprechend vollgegessen waren wir auch danach. Ich hätte echt am Tisch auf der Stelle ein Nickerchen machen können. Aber es galt schließlich gleich Weiterzuziehen, also keine Zeit für Müdigkeit :)

An diesem Tag wollten wir nach Glasgow fahren um uns die Stadt ein wenig anzuschauen und auch ein bisschen Einzukaufen (Glasgow ist DER Ort in Schottland für Shopping), da am Abend im Studentenausschuss eine Pyjama-Party angesetzt war auf die wir hingehen wollten. Also gings mit Bus wieder zurück nach Paisley und von dort weiter nach Glasgow. An der Bushaltestelle in Largs trafen wir noch eine nette schottische Dame, die ebenfalls fast bis nach Paisley fuhr. Mit Ihr haben wir uns viel auf der Fahrt unterhalten. War wirklich interessant. Ich merkte auch, dass ich mich immer mehr an den schottischen Dialekt gewöhne, auch wenn ich sie trotz allem nicht immer verstehen konnte.

Angekommen in Glasgow sind wir einfach mal drauf losgelaufen. An dem Tag war auch noch Red-Nose-Day, wodurch auf der Straße jede Menge Musiker spielten um Geld zu sammeln, das dann gespendet wird. Einer Dudelsack-Band schauten wir länger zu. Die waren echt der Wahnsinn! Ein bisschen gespendet haben wir natürlich auch. Ansonsten sind wir einfach weiter durch die Stadt getapst und haben die Atmosphäre aufgesogen, mal wieder beim „Fish & Chips“ Stand vorbeigeschaut (Schottland verpflichtet eben) und Tanja hat sogar noch nen richtig feinen Pyjama gefunden. Ich hab mir noch ne Rumgammel-Jogginghose für 3 Pfund gekauft und so sind wir dann des Abends auf die Feier. Zuvor haben wir noch ne Aufwärmfete bei uns in der Küche veranstaltet. Fands echt super, dass ich Tanja mal alle vorstellen konnte, von denen ich immer erzähl. Die Anschließende Pyjamafeier war dann auch total klasse, wenn auch die Musik noch nie so schlecht war wie an diesem Abend. Egal, wir hatten trotzdem Spaß und Tanja konnte mal sehen, wo ich mich hier in der Regel so rumtreibe! :)

13.03.09 Largs, Glasgow und Paisley

Besuch von Tanja - Tag 3: Edinburgh

Nach einer wirklich sehr kurzen Nacht ging es an diesem morgen schon früh wieder los mit dem nächsten Trip. Dieses mal nach Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands, wo wir wieder eine Nacht bleiben wollten. Nachdem wir uns also aus dem Bett gequält hatten, machten wir uns wieder auf den Weg nach Glasgow, um dort in einen Fernbus umzusteigen der uns 1 ¼ Stunden nach Edinburgh bringen sollte. Ein weiterer Grund nach Edinburgh zu gehen war, dass an diesem Tag das Rugby Spiel Schottland gegen Irland dort stattfand. Derzeit läuft der „6 Nations Cup“ (6 Nationen Meisterschaft), was so was wie die Europameisterschaft im Rugby ist. Teilnehmer sind Schottland, Irland, England, Wales, Frankreich und Italien, eben die einzigen Länder Europas bei denen Rugby professionell gespielt wird, bzw. auch öffentliches Interesse genießt. Karten fürs Stadion sind schon seit Ewigkeiten ausverkauft und die schlechtesten Plätze bekommt man bei eBay für 200€, aber wir wollten ja auch hauptsächlich die Atmosphäre drumherum erleben. Einziges Problem: die Unterkunft. Es gibt wirklich UNZÄHLIGE Unterkünfte in Edinburgh (immerhin die meistbesuchte Stadt in Großbritannien nach London) und alle waren komplett ausgebucht. Nur ein einziges Hostel hatte noch ein Zimmer frei. Wir hatten echt großes Glück, das wir überhaupt noch was fanden, aber irgendwie findet sich eben immer ne Lösung. Dass dies ein Rugbywochenende war ließen sich alle Unterkünfte aber auch schön vergolden. So musste man überall einiges mehr fürs Zimmer bezahlen als es sonst kostet. Uns erging es da nicht anders, aber was will man machen.

Nachdem wir also glücklich einquartiert waren ging’s gleich los, um ein wenig die Stadt zu erkunden und dann auch alsbald ein Pub zu finden um das Spiel anzuschauen. Edinburgh ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Viele Gebäude sind noch richtig gut vom Mittelalter erhalten und natürlich hat die Stadt auch eine turbulente Geschichte aufzuweisen. Das weltberühmte Schloss/Burg in Edinburgh ist natürlich der Tourimagnet. Es ist aber auch echt der Hammer, wie es auf diesem Feld mitten in der Stadt trohnt. Die Besichtigung für 11 Pfund haben wir uns dann aber doch nicht gegeben. Es soll auch wirklich nur Geldmache sein, so wie das eben bei vielen großen Touristenattraktionen ist. Dafür hört man hier jeden Tag schottische Musik satt! Egal wo man steht, von irgendwo her hört man immer einen Dudelsack spielen.

Nach einer kleinen Stadttour haben wir dann ein Pub aufgesucht, welches Essen serviert, um dort vielleicht anschließend auch das Spiel zu schauen. Zu Essen gab’s Haggis, einmal Original für mich und für Tanja die vegetarische Version (zur Erinnerung: Haggis ist das Nationalgericht der Schotten und besteht aus im Schafsmagen gekochte Schafsinnereien, die dann noch besonders gewürzt werden. Dazu gibt’s gestampfte Kartoffeln, Steckrüben und Whiskeysoße). Der Haggis war wirklich der beste, den ich bisher in Schottland gegessen habe. Tanja war’s leider ein wenig zu scharf, aber ansonsten war der vegetarische auch echt ein Genuss. Glücklicherweise hatte Sie ja Ihren menschlichen Abfalleimer dabei. :) Dem Pub sind dann aber immer mehr die Leute weggelaufen, sodass wir beschlossen, auch ein anderes aufzusuchen, da wir ja hauptsächlich wegen der Stimmung hier waren.

Auf dem alten Exekutionsplatz der Stadt, wo es heute viele Pubs gibt, haben wir dann auch eins gefunden. Wir hatten echt glück, da es nach Spielbeginn dichtmachte, sowie die meisten anderen Kneipen auch (da es sonst Überfüllungen geben würde). Das Spiel fand ich dann auch war ein gutes, zumindest soweit ich das als nicht Rugby Experte beurteilen kann. Zu Beginn bei der Schottischen Hymne bebte natürlich das ganze Pub und im zweiten Spielabschnitt war etwas mehr Stimmung als im ersten. Was ich aber super fand, dass überall Iren und Schotten gemeinsam feierten, auch nach dem Spiel. Schottland hat übrigens verloren. Aber die Iren sind momentan auch die beste Mannschaft Europas.

Am Abend haben wir noch eine Tour durch den Untergrund gemacht, welche auch ein wenig gruselig beschrieben wurde. Edinburgh ist mit unterirdischen Kammern durchzogen, in denen früher sogar Menschen lebten und in der Regel innerhalb eines Jahres aufgrund der widrigen Lebensumstände starben. Wir hatten einen Führer, der wirklich klasse war, da er super die alten Geschichten erzählen konnte. Ein großes Problem der Schottischen Geschichte ist, dass vieles auf Mythen aufbaut und es sehr schwer ist, zu erkennen, was stimmt und was erlogen ist. Jedenfalls geht unter anderem ein Mythos um, dass in den Kammern ein Poltergeist sein Unwesen treibt. In der letzten Kammer, die stockdunkel war, kam er dann auch, der Poltergeist. Natürlich in verkleideter Form, aber wir sind alle so dermaßen erschrocken, das war echt der Wahnsinn. 10-15 erwachsene Menschen schreien wie kleine Kinder. Echt hart. Die Tour hat sich wie gesagt aber echt gelohnt, weil man eben einiges über die Geschichte der Stadt und des Landes erfuhr und er auch ein paar lustige Stories erzählte.

Danach sind wir noch zum Schloss gelaufen um bei Nacht einen Blick drauf zu werfen. Anschließend ließen wir den Tag im Pub bei Liveband und Whiskey ausklingen, wobei ich (sowie Tanja denke ich) wohl absolut kein Whiskeytyp bin. Ich denke, es ist auch schwer, guten von schlechtem Whiskey zu unterscheiden, wenn man sonst keinen trinkt. Ist ja dasselbe mit Wein. Aber wir haben ihn beide tapfer ausgetrunken und eins muss man ihm lassen, mir war es danach nicht mehr kalt und ich habe auch keinen Zug am Hals mehr gespürt. :)

14.03.09 Edinburgh

Besuch von Tanja - Tag 4: Edinburgh und Paisley

Der nächste Tag in Edinburgh begann mal wieder, wie sollte es anders sein, mit einem Britischen Frühstück. Diesmal aber in einem Pub. Es gab das übliche (Wurst, Ei, gebackene Bohnen, gebratene Blutwurst, Speck, Toast) und sogar ne vegetarische Version mit Gemüsewürste die echt lecker waren. Um die anschließend eintretende Fressnarkose schnellstmöglich abzuschütteln, beschlossen wir, auf einen kleinen „Berg“ (vielmehr Hügel) zu laufen der sich am Rande des Stadtzentrums befindet. Auf dem Weg kamen wir noch an einem alten Friedhof vorbei.

Auf dem Hügel hatte man wirklich einen super Blick über die Stadt. Außerdem war man auch mal wieder ein wenig im satten, schottischen Grün. Immer wieder ein Genuss. :) War jedenfalls eine gute Idee, dort hoch zu gehen. Danach haben wir uns noch ein wenig die Teile der Altstadt angeschaut, die wir bisher noch nicht gesehen haben und einfach die Atmosphäre genossen.

Am Nachmittag hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen und die zweistündige Heimreise nach Paisley anzutreten. Dort angekommen musste noch schnell im Supermarkt das nötigste besorgt werden. Am Abend hatten wir dann eine kleine Abschiedsfeier zu Ehren des Gastes aus Deutschland. James, mein indischer Mitbewohner, wollte für uns kochen, was wir natürlich dankend annahen und es war wirklich richtig lecker (gebratener Reis, gebratenes Rindfleisch und Gemüse-Pilz-Pfanne). Danach sind wir einfach noch ein wenig zusammen gesessen und haben den Tag bei ein paar Bier ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging’s dann sehr früh los Richtung Flughafen und es hieß wohl oder übel wieder Abschied nehmen. Wie immer gingen die Tage viel zu schnell vorbei, aber es war wirklich ne sehr schöne Zeit! Zwar nicht sehr erholsam aufgrund der vielen Ausflüge (vor allem Tanja braucht nach eigener Aussage erst mal Urlaub vom Urlaub :) ), aber so was nimmt man natürlich gerne in Kauf. War echt ne super Zeit!

…Und dieses Wochenende geht’s schon wieder weiter. Ich, Holger und Steffen wollen wieder eine Tour mit dem Auto machen. Diesmal den Süd-Östlichen Teil Schottlands, da wir das letzte Mal ja „nur“ den Süd-Westen erkunden konnten. Da freu ich mich natürlich schon wie bolle drauf! Freitag gegen 14:00Uhr geht’s los. Aber hier erst mal die Bilder vom letzten Tag mit Tanja. Macht’s gut und habt ne schöne Zeit! Bis die Tage!

15.03.09 Edinburgh und Paisley

Mittwoch, 4. März 2009

E I L M E L D U N G ! ! !

Eine kurze Mitteilung des freiwilligen Wetterdienstes in Paisley. Man glaubt es kaum, aber es hat doch tasächlich angefangen zu schneien..... Mal schaun, ob ich morgen die Skier anschnallen kann!


Montag, 2. März 2009

Ein ereignisreicher Februar geht zu Ende...

Einen wunderschönen guten Morgen/Tag/Abend/Nacht (bitte nicht zutreffendes durchstreichen :) )

Da ist er nun also auch schon vorbei, der gute alte Februar und mit Ihm meine ersten beiden Wochen in Schottland. Das war ja echt mal was. Von der ersten ist ja schon so ziemlich alles bekannt, daher hier ein paar kurze Worte zu den letzten Tagen:

In Woche Nummer 2 ging es von Montag bis Freitag erstmal mit Vollgas in Sachen Diplomarbeit los. Wobei man eher sagen muss, Vollgas mit einigen Unterbrechungen. Bei dem Berg an Aufgaben die vor einem liegen fällt es schwer, sich aufzuraffen mal irgendwo anzufangen, was so mancher Leser aufgrund seiner eigenen derzeitigen Situation bestimmt nachvollziehen kann. Dann gab es beim Einarbeiten in den Stoff (v. a. Programmiersprachen) doch immer wieder erhebliche Probleme, sodass auch Tage verstrichen, an denen statt Vollgas Stagnation herrschte. Daher ein Lob an den Kollegen, der den Freitag erfunden hat. Dort habe ich eigentlich 90% meines Wochenziels noch erledigen können. Hatte schon gedacht, na das geht ja gut los, aber mittlerweile schnurrt der Motor wieder. :)

Man sollte es aber natürlich nicht übertreiben. Da könnte es ansonsten schnell mal einen Kolbenfresser geben. Daher empfiehlt es sich, hin und wieder die Spätschicht in der Garage aufzusuchen um alles wieder gut einzuölen. So geschehen am Donnerstag. Spontane Küchenparty in unserer WG, Freitag, Party beim Studentenbund wo Sie das Öl auch aus dem Zapfhahn auf Lager haben und Samstag, mal hier mal dort ein wenig gequatscht, entspannt Einkaufen gewesen und dem strömenden Regen zugeschaut, der sämtliche Aktivitäten im Freien platzen ließ. Man beachte auch den grandiosen Wortwitz welcher sich in diesem Abschnitt versteckt findet.

Das Wochenende bestand aber nicht nur aus Kundendienst. Nein, nein. Bei gelegentlicher Internetverbindung wurde noch versucht, die für meine Diplomarbeiten benötigten Sachen (Programme, etc.) auf dem Laptop zu installieren, was mich einiges an Nerven gekostet hat. An dieser Stelle nochmals recht herzlichen Dank an Ralf, der mich nach Kräften beim Kampf gegen den Computerteufel unterstützt hat. Merci!

Eine nähere Betrachtung Glasgows musste daher aus mangelnder Zeit aufs nächste Wochenende verschoben werden. Dafür hab ich mich in Paisley noch ein wenig umgeschaut und auch ein super Pub entdeckt. Hat mich auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gesehen. :)

Kleiner Ausblick bzw. Rückblick auf den bisherigen März:

Habe mir heute 3 Stunden mit meinem Betreuer die Zeit "vertrieben". Mann-o-mann, war das anstrengend! 3 Stunden lang aufpassen wie ein Luchs, um auch ja kein Schlüsselwort seiner Sätze zu verpassen. Dies ist notwendig um 80% der Sätze seinerseits überhaupt verstehen zu können. Beim Rest erriche ich sogar schon den Hauptgewinn indem ich es schaffe, Subjekt, Verb und Objekt zu entschlüsseln. Er erkundigte sich heute sogar nochmals bei mir, ob ich Ihn verstehen kann. Er sei einfach schlecht im langsam reden, "normales" Englisch kann er irgendwie nicht und wenn er euphorisch wird, also so ziemlich immer, überschlagen sich sowieso die Vokabeln. Aber mittlerweile hab ichs echt schon ganz gut drauf. Ich dürfe Ihn aber natürlich jederzeit anhauen und nochmal nachfragen. Nur meistens bis ich merke, ich kann den Satz mir jetzt nicht zusammenreimen, fragst mal nach, ist er schon wieder 3 Sätze weiter. Jaja, nicht ganz einfach das ganze. Vor allem ist für meine Arbeit ja so ziemlich alles wichtig was er so sagt. Aber wie gesagt, es klappt bereits ganz gut und wird immer besser. Außerdem wieso schreibt man sonst seine Arbeit im Ausland, um sich nicht mit solchen Problemen rumzuschlagen? Herrlich. :) 

Zum Thema Sprache fällt mir noch eine kleine Geschichte ein. Am Sonntag waren ich, Steffen (Mitbewohner) und noch ein Mädel aus Deutschland deren Namen die ich vorher noch nicht kannte und deren Namen mir schon wieder entfallen ist, wie bereits erwähnt einkaufen. Ja, richtig gelesen. In Paisley, wo nach 18Uhr eigentlich die Bürgersteige hochgeklappt werden (außer die pubs natürlich) kann man Sonntags im Supermarkt einkaufen! Wir haben uns mit ein paar Kartons Bier eingedeckt, weil es gerade ein Angebot gibt (2 für 1,5), da ja nächstes Wochenende eine kleine Feier sich ankündigt und was man halt sonst so braucht. Man nehme aufgrund der Last natürlich ein Taxi zurück (3 Pfund, also für jeden 1, passt!). Erstmal musste der Taxifahrer auf dem Handy angerufen werden (mir kam natürlich die Ehre zu teil). Schottische Dialekt + Telefon = nix verstehe in Athen bzw. Paisley. Aber ging sogar noch gerade so. Taxi kam dann auch sehr fix angebraust. Der Fahrer machte dann ein paar Witzchen über unser ganzes Bier. Keiner lachte bzw. sagte was. Steffen warf einfach mal ein "ist für eine Party" in die Runde, auf gut glück es könnte darauf passen. Auf dem Weg zur Unterkunft bog er dann auf einmal ab in eine Straße, die genauso heißt wie unsere Unterkunft, nur eben ohne "Campus" noch hintendran. Wir hatten bei seiner Zielangabe einfach mal ja gesagt, weil wir dachten, er hat das "Campus" einfach mal wieder verschluckt. Nach ein bis zwei Minuten Sightseeing waren wir dann aber auch wieder auf der Spur und alsbald am Ziel. Der Taxifahrer, der übrigens wirklich nett war, lies sich natürlich nicht lumpen und stieg nochmal aus um uns ein paar Phrasen um die Ohren zu hausen. Um nicht völlig bedäppert dazustehen antworteten wir einfach mal jeden zweten Satz auf gut glück Dann rauschte er wieder davon.
Steffen: "Hast du ihn verstanden?"
Ich: "Ne, du?"
Steffen: "Ne."
Ob unser gesagtes also Sinn gemacht hat, wird wohl für immer ein Mysterium bleiben. :)

So viel also zum Thema Sprache. Heute geht hier übrigens schon fast die Welt unter bei Sturm und mörderischem Regen. Ich wurde eiskalt davon auf dem Heimweg von der Uni erwischt. Tja, auch darauf muss man sich eben einstellen. Schirme bringen bei dem üblichen Wetter hier übrigens auch nicht mehr viel. Es sei denn, man hat einen aus T-Trägern.... Morgen soll es Schnee geben. Na, da sind wir ja mal gespannt was so kommen mag....

Nachfolgend findet ihr noch ein paar auserwählte Bilder der Woche. Viel Spaß beim gucken!

Carsten Scoles (So wurde mein Name neulich von einer Sekretärin ausgesprochen...)

23.02.09 - 01.03.09 Ein mal Alltagswoche süß-sauer bitte!