Ich bin wieder heil zurückgekehrt von unserem Wochenendausflug mit meinen Mitstreitern Steffen und Holger. Jedoch verlief alles ein wenig anders, als wir es zuerst geplant haben.
Tags zuvor haben wir uns zusammengesetzt um zu überlegen, wo es im Süd-Osten Schottlands denn überall hingehen soll. Dabei stellten wir aber fest, dass uns außer diesem Wochenende nur noch ein weiteres bleibt, an dem wir alle drei Zeit haben, um einen Ausflug zu machen. Also beschlossen wir kurzerhand, doch nicht in den Süden zu fahren, da wir ja schon einen großen Teil davon gesehen haben, sondern die Devise lautete: „Auf nach Norden!“. Nur, wo hin? Am Wochenende ist die Zeit schließlich äußerst begrenzt. Nach anstrengenden Überlegungen viel die Wahl schließlich auf die 300km entfernte Insel Skye, welche zu der Inselgruppe der westlichen Hebriden gehört und da sie als einzige durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist auch am besten von allen per Auto zu erreichen. Skye ist übrigens nach Aussage des Reiseführers auf Rang drei der meistbesuchten Ziele Schottlands. Wir waren also dementsprechend gespannt.
Am Freitagnachmittag ging es dann los. Abfahrt war auf 14:00Uhr angesetzt. Bis jeder fertig war, vollgetankt und Proviant gekauft, war aber auch schon wieder 16:00Uhr. Was dieses Mal jedoch nicht so schlimm war, da an diesem Tag hauptsächlich die Anreise auf dem Programm stand. Unterwegs auf Schottlands Straßen lag es dann an den beiden Copiloten Steffen und meiner einer sich in den Reiseführern auf die Suche eines interessanten Zwischenziels zu machen. Die Wahl viel auf Loch Awe, den größten See Schottlands und die sich auf einer kleinen Insel befindende Burg Kilchurn. Ein kleiner aber feiner Umweg. Aufgrund der Abenddämmerung bot uns dort ein schöner, mystischer Anblick.
Dann ging es weiter gen Norden, so lange es noch etwas hell war hielten wir immer mal wieder hier und da an, um nicht an der ganzen schönen Landschaft vorbei zu rasen. Um 23:30 erreichten wir schließlich überglücklich die Insel Skye. Es dauerte übrigens so lange, da es nördlich von Glasgow keine Autobahnen mehr gibt und abseits der Hauptstraßen (auf der Insel sowieso) ist man dann auf einspurigen Straßen mit Ausweichzonen unterwegs. Es galt zuerst Ausschau zu halten nach einem günstigen Schlafplatz am Wegesrand, den es hieß wieder Carsten -> Zelt, Holger und Steffen -> Auto. Dieses Mal hatte ich auch Luma und dicke Wollsocken, schönen Dank auch noch an Theresia!, dabei. :) Nach etwas Rumgesuche entdeckten wir schließlich eine größere Fläche, auf der wir Auto und Zelt unterbringen konnten. Das war also schon einmal geritzt. Wir beschlossen dann nach Portree zu fahren, den größten Ort auf Skye. Dort fanden wir schließlich noch ein offenes Pub (in Großbritannien machen die Pubs nicht selten vor 0:00Uhr zu) in dem wir uns von der Fahrt erholen und den Tag ausklingen lassen konnten. Als wir hereinkamen waren natürlich alle andern in der Bar schon bestens am Start und es dauerte ganze 5 Minuten, bis wir in das erste Gespräch verwickelt waren. Ein etwas betrunkener, nicht immer leicht verständlicher Schotte suchte unsere Gesellschaft. Wir haben uns echt nett unterhalten, da bemerkte Steffen auf einmal, dass sein Bier fehlte. Unser neuer schottischer Freund versuchte sofort, die Sache mit dem Barmann zu klären, da fand sich am Nachbartisch der Übeltäter, welcher das Bier gemopst hatte. Nach einem „Was, ist das dein Bier?“ (Er hatte übrigens gar keins und ist kurz nach uns in die Bar gekommen) zeigte er sich Gott sei Dank schnell einsichtig und nicht aggressiv. Sein Zahnloser Kollege stieß auch noch dazu um sich ebenfalls für ihn zu entschuldigen, erzählte nen Witz, den keiner Verstand und dann gab besagter Übeltäter Steffen ein neues Bier aus. Währenddessen stellte sich auch heraus, warum er das Bier geklaut hat. Er hat schlichtweg keines mehr bekommen. In den nächsten Minuten landete dann auf wundersame Weise Bierschaum auf Steffens Pulli, worauf noch eine Runde Whiskey für uns drei raussprang. Und nun kommts, der Whiskey war der Wahnsinn! Echt super lecker! Er wird auf der Insel von der lokalen Destille hergestellt und schmeckt wie Rauchfleisch, aber ist sehr sanft beim trinken, sprich, das oft übliche brennen im Hals blieb komplett aus. Und ich kann nun mit Stolz behaupten: „Ich mag schottischen Whiskey!“ :) Die Destille hat leider nur von Montag bis Freitag geöffnet, sonst hätten wir da auf jeden Fall noch vorbeigeschnuppert. Tja, man kann eben nicht alles haben.
Nachdem die letzte Runde eingeläutet wurde und wir ausgetrunken hatten, machten wir uns dann auch wieder auf den Rückweg Richtung Zelt-/Schlafplatz. Was für ein gelungener Start ins Wochenende. :)
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| 20.03.09 Ausflug zur Isle of Skye Tag1 - Kilchurn Castle und Anreise |










