Es ist noch gar nichtmal so lange her seit meiner letzten Meldung, aber es gibt schon wieder ein paar Dinge zu beichten. Letzte Woche hat sich wirklich einiges getan. Vorneweg natürlich die langersehnte Ankunft von Thomas, meinem Cheffe. Am vergangenen Donnerstag kam er, nach zwei Tagen Zwischenstop in Lusaka um noch ein paar Besorgungen zu erledigen, in Mpika an. Seither ist er natürlich schwer beschäftigt alles aufzuarbeiten was in seiner langen Abwesenheit passiert ist. Sobald dies erledigt ist, vorraussichtlich Ende dieser Woche, wird dann mein temporärer Cheffe Waldemar wieder nach Nabwalya zurückkehren. Mit Thomas komme ich soweit wirklich super aus und man merkt, wie eng er hier mit den Leuten verflochten ist. Kein Wunder, denn er lebt immerhin schon seit rund 25 Jahren in Sambia und ist seither bei der Diözese in Mpika tätig.
Wir hatten uns in der kurzen Zeit auch schon ein wenig über meine Arbeit unterhalten und er konnte mir vor allem bzgl. der Arbeit im Krankenhaus ein paar zusätzliche Infos geben, was ihm dort am wichtigsten ist. Allen voran die Wasserversorgung. Wir als Wartungsteam sollen uns einen Plan überlegen, wie und in welchen Abständen die ganzen Geräte routinemäßig inspiziert werden. Dabei geht es vor allem um die Pumpen, welche das Wasser aus den Bohrlöchern pumpen. Also wollte ich diese Woche gleich mal mit den Jungs nach dem Rechten schauen. Dabei hatte sich gleich mal herausgestellt, dass sie den Schlüssel für den Schacht nicht besitzen. Einer hats auf den anderen geschoben mit dem Resultat, das Krankenhaus sagt, die Diözese hat ihn nicht übergeben und die Diözese sagt, das Krankenhaus hat ihn. Naja, aber auch dieses Problemchen wird sich sicherlich noch lösen. :)
Auch in Sachen Lagerverwaltung kam ich ein wenig voran, stark gebremst aber von unserem Problemhund Bella. Wenn sie gerade mal keine Welpen wirft oder Zäune auseinanderreißt, dann holt sie sich einfach mal ein Hämatom (Blutung – hoffe das schreibt man überhaupt so) im Ohr. Das beudete bzw. bedeutet noch immer einige Male in der Woche den Tierarzt abholen, der dann mit einer Spritze das Blut aus dem Ohr abpumpt und ihr Penizilin verabreicht. Hinzu kommen noch allerlei kleinere Aufgäbchen, die einem den Tag durcheinanderwirbeln können. Aber die Hauptsache ist ja, es geht voran. ;) Für den Rest der Woche müssen wir jetzt erstmal den Wert des Lagers erfassen, sprich, was alles an Material schon da ist. Dabei werden wir auch gleich die neuen Teile von den Alten trennen und neu einräumen. Eigentlich wollten wir das ja machen, wenn das Programm steht, aber Chimpali, welcher seit dem neuen Jahr die Bilanzen der Werkstatt leitet, braucht die Informationen jetzt schon. Ist aber natürlich auch kein Weltuntergang. Heute habe ich schon gemeinsam mit Monica, die das Lager verwaltet und auch sonst den ganzen Papierkram in der Werkstatt regelt, losgelegt und wir sind schon mächtig weit gekommen. Das ganze Geschleppe hat wahsninnig geschlaucht, dazu kommt noch der ganze Staub und Dreck. Aber wie gesagt, das Meiste haben wir an dem einem Tag abgearbeitet, sodass wir morgen spätestens am Nachmittag den Wert erfassen können. Auch diese Arbeit hat und macht abermals echt richtig Spaß.
Am Wochenende gab’s dann noch einen weiteren Höhepunkt. Ich kam wieder mal in den Genuss das einzigeartige Naturgebiet Mutinondo zu besuchen. Also dort, wo ich bereits Anfang Oktober mit Lutz war, um den beiden Betreibern der Lodge und des Naturparks (Mike und Larry) nach einem Überfall das E-Mailsystem neu aufzusetzen. Die Beiden sind nämlich auch sehr gute Freunde von Thomas und haben ihn für einen Tag und eine Nacht zu sich eingeladen. Mit dabei waren noch Waldemar, Lutz, seine Frau Phoebe und natürlich ich. Meine beiden Kollegen Andreas und Jean-Baptiste wurde während dieser Zeit von einem Ehepaar ihrer Organisation besucht und konnten daher nicht mitkommen. Am Samstag morgen gings los und wir verbrachten eigentlich den ganzen Tag mit Gesprächen. Als es dunkel wurde saßen wir um ein Lagerfeuer bei ihrer kleinen Bar und tranken noch ein paar Bierchen. War einfach ein super schöner Tag mit einem genialen Abendessen zum Abschluss, wonach wir auch alle ziemlich erschöpft ins Bett fielen. Am nächsten Morgen unternahm ich dann noch eine kleine Wanderung. Über das ganze Gebiet verteilt befinden sich mehrere Granithügel, drei davon direkt neben den Unterkünften. Also beschloss ich, wenn man schonmal hier ist und eine Nacht verbringt, einen der Dreien früh morgens zu erklimmen um vom “Gipfel” aus den Sonnenaufgang, sowie die Aussicht zu genießen. Um fünf Uhr früh bin ich hierzu schon aus dem Bett gestolpert, danach erst 15min durch den Busch gehechtet und dann nochmal 15min den Berg hochgerast. Eine Aktion, die sich mehr als gelohnt hat. Nicht nur das Wandern tat unwahrscheinlich gut, auch die Aussicht bei der aufgehenden Sonne war einfach der Wahnsinn. Über das ganze Gebiet endloser Buschlandschaften lagen mehrere weiße Nebelschleier aus denen immer wieder die Granithügel herausragten. Dazu noch der Sonnenaufgang und die Geräusche aller möglichen Tiere die am erwachen waren. Bilderbuchafrika lässt grüßen! :) Gegen 12Uhr traten wir dann wieder den Rückweg nach Mpika an und ich war wieder mal um ein traumhaftes Wochenende reicher.
Jetzt hat sich der ganze Eintrag doch noch länger gezogen als geplant. Ich bitte um Nachsicht, aber ich denke, wer diesen Blog noch immer fleißig liest ist meine Romane so langsam ja gewohnt. ;) Am Freitag hau ich jetzt dann aber erstmal wieder ab und lass euch für gut zwei Wochen in Ruhe. Anlass hierzu ist eine Reise nach Tanzania, wo ich mit Franziska und Susanne, die anderen beiden Freiwilligen die wie ich von der Brücke der Freundschaft gesendet wurden, ein einwöchiges Zwischenseminar besuchen werden. Das ganze wird sich dann inkl. der Hin- und Rückfahrt auf zwei Wochen ausweiten. Wir werden mit der TAZARA, der Tanzanisch-Zambsichen-Eisenbahn, fahren und fast zwei Tage im Zug bis zur Hauptstadt Dar es Salam sitzen. Dann geht’s mit anderen Verkehrsmitteln noch 70km weiter in den Norden nach Bagamoyo, wo dann das Seminar stattfinden wird. Linda und die andere Franziska aus Ndola werden auch zu dem Seminar fahren und wir haben uns zusammen zwei Kabinen im Zug gebucht. Bin ja mal gespannt, wie das alles wird. Das Seminar wird von dem Freiwilligenprogramm Weltwärts vorgeschrieben, da der Staat uns ja mit Flug und Taschengeld bezuschusst. Sobald ich wieder zurück bin werde ich euch dann natürlich wieder genaueres erzählen können und danach geht’s auch bald schon zu Tanja nach Nigeria. Auf die Reise freue ich mich natürlich jetzt schon wahnsinnig! Und ja, zwischendrin versuche ich auch noch ein wenig zu arbeiten. :)
Macht’s gut und frohes Festen an alle Närrinen und Narren!
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| 23.01.2010 - 24.01.2010 Mutinondo Wilderness Area |





