Bis zum Mittag folgte der West Highland Way eng einem Fluß mit mehreren Wasserfällen. Unterwegs kam man hin und wieder an kleinen Farmen vorbei, die hier vor allem Viehwirtschaft betreiben. So zu sehen an einer Vielzahl Kühen die den Wanderweg belagerten. Als Unterführung von einem Bahngleis diente dem Wanderweg auch ein Kuhtunnel. Kaum zu glauben, wie klein Kühe doch zu sein scheinen ;) Die ganze Gegend ist sehr Bekannt für seine spektakuläre Ansammlung von so genannten Munros (Berge, die über 3000Fuß = 914m hoch sind). Aufgrund der tiefhängenden Wolken konnten wir uns zwar von der Größe nicht wirklich überzeugen, aber in Wolken gehüllte Highlands erzeugen wieder eine ganz andere Stimmung und ist auch typisch für Schottland, da man in der Regel eben gerade diese Bedingungen hier vorfindet. Wir konnten uns schon mehr als glücklich schätzen, keinen Regen noch dazu zu haben.
Der Weg führte nach einem kurzen Mittagssnack in Form von Müsliriegel und Schokolade wieder ein Stück durch den Wald mit ein paar Anstiegen zwischendurch. Es folgten erneut Farmen und Schafsherden, bevor wir dann ein Gebiet durchwanderten, in welchem Robert the Bruce, der erste König Schottlands, 1306 eine Schlacht gegen einen Highland Clan verloren haben soll. Ein kleiner See, an dem wir auch vorbeiliefen, enthält der Legende nach noch immer sein Schwert. Nach ein paar weiteren Kilometern erreichten wir Tyndrum. Ein kleines Dorf, das einen großen industriellen Schub erhielt aufgrund der nahe gelegenen Blei Mienen. Die Spuren vom Bergbau kann man hier und da noch immer sehen. In erster Linie wollten wir hier unsere Vorräte wieder ein wenig auffüllen. Wir standen aber auch vor der Entscheidung, ob wir, wie wir uns am Morgen überlegt haben, noch weitere 13km laufen sollen bis nach Bridge of Orchy oder hier zu bleiben. Steffen machte bereits seit der Mitte des Vortages seine Hüfte ein wenig zu schaffen und der Muskel hatte am heutigen Tag bis nach Tyndrum noch weiter zu gemacht. Für Ihn waren die 13km daher leider nicht mehr zu schaffen. Wir beschlossen dann aber trotzdem, bis zur Bridge of Orchy weiterzugehen, da es die Einteilung der nächsten Etappen um einiges erleichterte. Steffen fuhr daher mit dem Bus, welcher die gleiche Route nahm wie auch der Wanderweg. Ich und Holger wanderten das letzte Stück noch durch.
Der Weg zur Bridge of Orchy wurde landschaftlich von drei großen Bergen dominiert. Der letzte der drei war mit 1074m auch der Höchste und besonders spektakulär, da er sich vom Boden fast 1000m wie an einer Linie gezogen erhebt und völlig isoliert von den anderen Bergen dasteht. Auf diesem Weg begegneten uns auch zum ersten Mal Hochlandrinder, die wie auch der Dudelsack gerne als typisch Schottische Merkmale hergenommen werden. Auf dem Weg unterhielten wir uns noch kurz mit einem älteren Schotten und seinem Sohn, welche ebenfalls den ganzen Weg wanderten. Stuttgart war auch ihm, wie den meisten, ein Begriff aufgrund des VFB. Kurz vor Bridge of Orchy dann kamen wir in den ersten (und auf der ganzen Wanderung einzigen!) Regenschauer, welcher aber nur aus ein paar Tropfen bestand. Dann hatten wir ihn abgehängt. :)
Ziemlich platt aufgrund der langen Etappe heute kamen wir dann am Hotel in Bridge of Orchy an. Zuvor haben wir ausgemacht uns im Hotelpub zu treffen. Steffen war komischer Weise aber noch nicht da, obwohl wir unterwegs seinen Bus aus der Ferne gesehen haben. Als er dann nach längerem warten immer noch nicht auftauchte, beschlossen wir, Ihn mal anzurufen. Tja und da erfuhren wir, dass er schon bis nach Fort William, dem Ende das Wanderweges, vorgefahren war. Keiner hatte ihm nämlich gesagt, dass die Überlandbusse unterwegs nur anhalten, wenn man dem Busfahrer bescheid gibt. Und da die „Ortsdurchfahrt“ von Bridge of Orchy nur aus zwei bis drei Häuser besteht, kann man das wenn man sich eh nicht auskennt schon mal verfehlen. Jedenfalls hieß es dann weiter warten, bis er mit dem nächsten Bus wieder zurückkommt. Wir vertrösteten uns erst mit einem Bier, bevor wir dann einen Zeltplatz suchten, was dieses Mal gar nicht so schwer war. Hatten gleich in der Nähe eine gute Stelle gefunden. Nachdem die Zelte aufgebaut waren dauerte es auch nicht mehr lange und Steffen machte unsere Mannschaft wieder komplett. Die volle Geschichte im Detail haben wir uns dann wieder in der Bar angehört, bei einem, für Holger und mich, zweiten Bier und Abendessen.
Fazit:
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gelaufen: 34km
Abmarsch: ca. 08:30Uhr
Ankunft: ca. 17:15Uhr
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| 14.04.2009 West Highland Way - Von Inverarnan nach Bridge of Orchy |



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