Jetzt komm ich aber erstmal zu meiner Überschrift. Die letzte Woche verlief zu Beginn eigentlich wie jede andere. Ich fuhr täglich nach Chilonga in das Krankenhaus zur Arbeit. Es hat nun allerdings in der Diözese ein paar Änderrungen gegeben. Thomas, ein deutscher Priester der seit rund 25 Jahren in Sambia lebt, der Schatzmeister der Diözese ist und meinen Freiwilligendienst hier koordiniert, weilt seit meiner Ankunft aus persönlichen Gründen immer noch in Deutschland. Seither schwebte aus diesem Grund so einiges in der Luft, weil eben niemand vor Ort war, der meine Aufgabe so richtig kannte und dafür verantwortlich war. Ursprünglich war sein Aufenthalt in Deutschland für einen Monat geplant, mittlerweile wurden schon etwas mehr als vier daraus. Dies störte mich allerdings nicht wirklich, da ich mich ja in Chilonga zu beschäftigen wusste und die Arbeit alles andere als langweilig ist. Seit zwei Wochen gibt es nun eine vorrübergehende Vertretung für ihn. Waldemar, ein Priester aus Polen der momentan eigentlich eine weit abgelegene Außenstelle aufbaut, hat sein Amt übernommen ist somit auch Ansprechpartner Nummer eins für mich. Ich hatte ihn vorher bereits einige Male getroffen und er ist wirklich ein sehr netter und kooperativer Mann. Falls sich jetzt jemand fragt, ob es hier nur so von Europäern wimmelt, dem ist nicht so. Neben den beiden gibt es noch Lonnie, einen Amerikaner der auf einer der Baustellen beschäftigt ist. Alle anderen sind Sambier. Am Donnerstag vergangener Woche war ich dann in Mpika beschäftigt, da es noch einige Raparturen zu erledigen gab. Seit Montag hat die Diözese nämlich für drei Wochen geschlossen, sprich, Büro, Werkstatt, Schreinerei, sowie alle Bauarbeiten stehen still. Den einzigen Urlaub aller Angestellten im ganzen Jahr. Am selben Tag hatte ich dann noch ein längeres Gespräch mit Waldemar über meine Arbeit und vor allem meine Tätigkeiten im Krankenhaus. Ihm schwebten dann ein paar Änderrungen vor. Ich werde ab jetzt nur noch ein Mal die Woche im Krankenhaus arbeiten, denn er möchte, dass ich auch an anderen Projekten der Diözese mitarbeite. Als erstes werde ich mich mit den Leuten der KFZ-Werkstatt und der Schreinerei dem Lager annehmen. Dort soll zum einen alles ein wenig neu geordnet bzw. manches geordnet werden. Anschließend sollen wir die vorhanden Teile und Materialien zählen und auch erstmal herausfinden, was zu zählen ist (zum Beispiel nicht jede einzelne Schraube). Und dann soll es noch ein idotensicheres System geben, wenn möglich elektronisch, damit jeder neue Stand festgehalten wird, man einen prompten Überblick darüber hat, welche Dinge man neu kaufen muss und auch, wie viel Material im einzelnen eigentlich verbraucht wird. Eine Aufgabe, an der ich mit den Leuten sicherlich einige Wochen beschäftigt sein werde. Im Krankenhaus soll ich mit meinen Kollegen fortan einen Plan über die Aufaben in der Woche erstellen. Ich habe ihm bereits meine Zweifel über eine mögliche Realisierung mitgeteilt, da es sich in 99% der Fälle nicht um längere und schon gar nicht planbare Aufgaben handelt. Es ändert sich eben von Tag zu Tag. Aber gut, wir werden es einfach mal versuchen und ich kann ihm ja nach einem Monat mal Rückmeldung geben, wie es läuft. Die Zeichen stehen auch gut, dass Thomas mitte/ende Januar wieder nach Sambia kommt. Gut möglich, dass sich dann wieder ein paar Dinge ändern werden. Abwarten, arbeiten und das beste daraus machen lautet also die Devise. :) Die Aufgabe mit dem Lager wird sicherlich auch eine spannende Sache. Durch die ganzen Änderrungen habe ich nun über die Feiertage aber auch einiges mehr an Freizeit. Mein Plan war ja eigentlich im Krankenhaus ganz normal weiter zu arbeiten. Das tu ich zwar nach wie vor, allerdings nur noch Montags. Für die restlichen Tage werde ich mir einfach schonmal Gedanken über ein System für das Lager machen, bis ich dann nach den drei Wochen mit den Leuten von der Werkstatt loslegen kann. Ich bin also nach wie vor beschäftigt.
Dann noch zum zweiten Teil der Überschrift. Franziska und Susanne, die beiden anderen Frewilligen die wie ich über die Brücke der Freundschaft in Sambia tätig sind, haben im Vorbereitungsseminar zwei Freiwillige, Linda und noch eine Franziska, kennengelernt, die bei der Diözese in Ndola tätig sind. Ndola liegt etwas nördlich von Lusaka und ist sowas wie die Hauptstadt von Sambias Kupfergürtel, dem wirtschaftlichen Rückrat des Landes. Sambia ist einer der größten Kupferproduzenten weltweit, allerdings spürt man hier wie in so vielen afrikanischen Ländern welche mit Bodenschätzen gesegnet sind relativ wenig davon, sondern das ganze versickert irgendwo in der Politik. Die beiden sind jedenfalls seit Montag für ein paar Tage auf Besuch in Mpika und bleiben noch bis zum 26.12. Nachdem ich ja bereits beschrieben habe, dass Weihnachten hier nicht groß gefeiert wird, haben wir bereits in den letzten Tagen ein kleines Privatprogramm aufgestellt. Wir werden wichteln und an heilig Abend gemeinsam kochen. So geht der Tag zumindest nicht ganz unter. :) Am 25.12. haben wir noch eine größere Weihnachtsfeier bei unserem Nachbar Lutz mit ein paar Bekannten vor Ort geplant. Hierfür habe ich heute schon vier lebende Hühner eingekauft, welche nun Kopflos auf Eis liegen. Und am 26.12. sind wir in Chilonga bei Dr. Müller, einem pensioniertem Frauenarzt aus Deutschland der seit mitte November für sechs Monate am Krankenhaus ist um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen, zum Mittagessen eingeladen. Mal schauen, ob es auch dort wie im Hause Schulz an diesem Tag sonst üblich Rouladen gibt… ;) Und so ist dann auch schon wieder jeden Tag etwas geplant.
Am vergangenen Dienstag haben wir uns noch eine kleine Auszeit gegönnt, um unseren Gästen aus Ndola ein wenig die Gegend zu zeigen. Wir machten einen Tagesausflug nach Kapishya, einem Ort im Busch, ca. 100km nördlich von Mpika. Dort gibt es heiße Quellen in denen man baden kann und man sieht auch noch ein wenig etwas von der Landschaft. Es war auch für mich und Andreas der erste Ausflug dorthin. Ich spielte den Pilot und nach zwei Stunden waren wir am Ziel. Die Quellen sind sehr schön eingebettet zwischen großen Bäumen und sogar Palmen. Das Wasser war wirklich Badewannenwarm. So knapp 30°C oder mehr hat es auf jeden Fall gehabt. Eigentlich echt bekloppt da rein zu gehen, wenn man die Außentemperaturen bedenkt. Glücklicherweise ist ja aber gerade Regenzeit und wir haben einen relativ kühlen Tag ohne Sonnenschein erwischt. So konnte man es gerade noch drin aushalten und ein wenig entspannen, vor allem wenn man dabei noch ein Bierchen zur Erfrischung schlürft. :) War jedenfalls echt ein schöner Tag und mir hat auch das weite Fahren über Sambias eigensinnige Straßen und Buschpisten im klapprigen Auto riesigen Spaß gemacht. Im Anschluss an diesen Beitrag gibt’s auch noch ein Albümchen mit visuellen Eindrückchen.
Wenn ich hier schon einige Male das Wetter angesprochen habe und ich auch immer wieder hierzu befragt werde, hier diesbezüglich noch ein paar Infos. In Sambia befinden wir uns gerade mitten in der Regenzeit. Es sollte Ende Dezember eigentlich jeden Tag regnen. Januar und Februar sind die regenreichsten Monate im Jahr, in denen es im Regelfall die meiste Zeit des Tages schüttet. Allerdings, mit Wink zur gerade beendeten Konferenz in Kopenhagen, macht sich auch in Sambia ein Wetterumschwung bemerkbar. Nachdem die Regenzeit dieses Jahr ja viel später anbrach als normal, regent es auch jetzt noch immer nicht jeden Tag. Zwar meistens, aber der Regen bleibt auch oft aus. Die Menschen sind wirklich sehr besorgt, vor allem natürlich aufgrund der Landwirtschaft. Einige Maisernten werden jetzt schon niedere Erträge einbringen, da die Pflanzen nicht hoch genug wachsen. Ich hoffe mal, die Menschen müssen nicht noch mehr Ausfälle hinnehmen. Termperaturmäßig ist es bei bedecktem Himmel angenehm um die 25°C, wenns regent kanns auch schonmal kühler werden, vermutlich so um die 20°C oder noch kälter. Kommt aber die Sonne raus, wird es richtig heiß und schwül. Diese ist momentan echt noch aggresiver als in den ersten Wochen nach meiner Ankunft. Die ganzen Temperaturangaben sind allerdings nur gefühlt, da ich seit meiner Ankunft kein Thermometer mehr gesehen habe.
So meine lieben Blogleser. Dann wünsche ich euch am Ende natürlich allen frohe Weihnachten! Genießt die Zeit zu Hause im Kreise eurer Familien und Freunde, erholt euch vom alljährlichen Vorweihnachtsstress und lasst das Jahr gebührend ausklingen.
Aus Sambia berichtete euer Korrespondent
Carsten Schulz
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| 22.12.09 Kapishya Hot Springs |



1 Kommentar:
Na, du, schön noch etwas auf Weihnachten von dir zu hören. Es freut uns, daß du doch noch ein bißchen heimatliche Weihnachten feiern kannst. Übrigens ein sehr schönes Ausflugsziel. Hoffentlich hat das Bier im Wasser gemundet.
Alles Gute Weiterhin, frohe Festtage, wir denken an dich.
Armin und Moni mit sämtlichen Familienanhängen=Verwandtschaft usw.
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