Wie an der Überschrift abzulesen ist, ging für die Arbeiter der Diözese der einzige Jahresurlaub von drei Monaten am 11.01. zu Ende. Für mich spielte das jedoch keine Rolle, wie in vorherigen Beiträgen bereits erwähnt, da ich trotz Pause durchgearbeitet habe und mir somit meine Urlaubstage für später aufspare, vor allem natürlich wegen der ende Februar/anfang März bevorstehenden Nigeriareise, um dort meine Herzdame aufzusuchen und zur Stippvisite anzutreten. :) Arbeitstechnisch hat sich seit meiner letzten Meldung auch nicht viel verändert. Nachdem aber bis vor unserer Neujahrstour nach Nabwalya noch einige Reparaturen und andere Kleinigkeiten anstanden, habe ich nun seit vorletzter Woche mit dem neuen System für die Lagerhaltung in der Diözese begonnen. In der ersten Woche, während die Arbeiter noch alle Urlaub hatten, habe ich mich vor allem mit der elektronischen Seite beschäftigt. Das ganze soll ja digitalisiert werden. Hierfür versuchte ich zuerst im Internet ein frei verfügbares Programm aufzutreiben, welches sich zur Lagerverwaltung eignet. Internetrecherche bei den hießigen Geschwindigkeiten ist aber zum einen kein Spaß und zum zweiten waren die wenigen Programme dann meist frei nach dem Motto “mit Kanonen auf Spatzen schießen”. Sie hatten einfach zu viele Details und wären für unsere Anwendung viel zu komplex gewesen. Ich habe mich zwecks dem elektronsichen System dann mal mit Lutz beraten, der ja ein Computerspezi ist (installiert hier für die Leute Internet über Satellit – also größtenteils “Firmen”, Nationalparks, etc.) und zwar auf dem Diözesengelände wohnt, jedoch selbstständig ist. Er hat angeboten, mich in der Planung ein wenig zu unterstützen, weil es ihn erstens selbst interessiert und er zweitens ohnehin der einzige hier im Umfeld ist, der in diesem Bezug mehr Kentnisse besitzt. Dabei haben wir beschlossen, wenn ich schon ein abgeschlossenes Studium habe in dem ich auch einiges programmiert habe, die ganze Sache selbst zu erstellen. Das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich so Sachen vom Studium hier benötigen werde. Wir sammelten also Ideen, was das Programm nachher können soll (bzw. die grundsetzlichen Anforderrungen waren mir natürlich schon von “höherer Stelle” vorgegeben). Im Endeffekt wird es nun ein Mix von Sachen die ich schon kenne (die Programmiersprache) und Sachen, in die ich mich auch noch etwas einarbeiten muss (mit der Programmiersprache eine Datenbank und die Windows-Oberfläche, die später der Benutzer sieht, darin was eingeben und lesen kann, erstellen). Puh, schon beim schreiben bemerke ich, dass das für den ein oder anderen ganz schön harter Tobak sein muss, auch wenn ich mich versuche einfach auszudrücken. Jedenfalls habe ich mittlerweile schon mit dem programmieren begonnen, bin zwar noch ziemlich am Anfang aber ich denke, was wir uns überlegt haben macht Sinn und bin schon gespannt, was am Ende rauskommt. Zwischendurch habe ich auch noch eine alte Möhre (Computer) in der Werkstatt aufgestellt und eingerichtet. Da soll das ganze dann nachher auch drauf laufen und zwei Leute der Werkstatt werden es bedienen, sowie auch Rechnungen usw. schreiben. Das heißt, ich werde noch ein paar Computerstunden geben. Darin habe ich mittlerweile ja Übung. :) Hinzu kommt noch die praktische Umstrukturierung der Lager (Sachen neu ordnen und erfassen, was eigentlich alles elektronisch verwaltet werden soll). Das werde ich mit den Leuten aber erst angehen, sobald das elektronische steht, damit im Anschluss gleich damit losgelegt werden kann.
Bei all dem habe ich meinen wöchentlichen Arbeitstermin im Krankenhaus natürlich ebenfalls wahrgenommen. Dort fühle ich mich nach wie vor super wohl und ich bekomme mittlerweile immer öfter ein “Wir vermissen dich” zugeworfen, seitdem ich von sechs Mal die Woche auf ein Mal die Woche umgestiegen bin. Mir geht das natürlich genauso, weil ich die Leute dort sehr gerne habe. Sowie die täglichen Sprachkurse in Bemba während dem Mittagessen. Es tut auch einfach gut zu wissen, dass man ein gern gesehener Gast für die Menschen um einen herum ist. Nichts desto trotz macht mir die Arbeit in Mpika genauso viel Spaß, weil ich mich in was auch kommt reinknien will. Dadurch ist, meiner Meinung nach, der Spaß meist nur noch reine Formsache, vor allem hier in diesem völlig anderen Umfeld. Die Arbeit im Krankenhaus ist wie immer super vielseitig gewesen. Als Besonderheit hervorzuheben sind anhaltende Probleme mit der Wasserversorung, welche wir mit hier und da Wasser pumpen und Rohre vom Dreck befreien versuchen zu lösen. Schuld daran ist die Regenzeit, da Wasserwurzeln wie Unkraut wuchern und die teils heftigen Regenfälle die Blätter von den Bäumen holen und allerlei Dreck in die Rohre spülen. Schon irgendwie witzig, dass während der Regenzeit das Wasser knapp wird. :) Mittlerweile haben wir es ganz gut im Griff und seit einer Woche ist eigentlich wieder ständig Wasser da. nur am Wochende muss einer meiner Kollegen immer mal wieder anrücken zum Wasser aus den Bohrlöchern in die Wassertanks zu pumpen.
Diese Woche erwarten wir dann noch die Rückkehr von Thomas, meinem eigentlichen Chef und der Schatzmeister der Diözese. Er musste aus gesundheitlichen Gründen seinen alljährlichen, einmonatigen Aufenthalt in Deutschland bis jetzt verlängern, ist mittlerweile aber genesen und so lerne ich ihn nun nach fünf Monaten auch endlich einmal kennen. Da er es auch ist, der meinen ganzen Aufenthalt hier von sambischer Seite aus organisierte, hat er auch die meiste Ahnung über meine Aufgaben, sprich, meine Aufgaben sind das, was er sich so vorgestellt hat. Darüber werde ich mich mit ihm natürlich auch unterhalten und bin mal gespannt, was dabei herauskommt.
Der nun doch groß gewordene Abschnitt meiner Arbeitstätigkein verrät schon, dass es mir nach wie vor nicht langweilig ist. Nichts desto trotz, für ein wenig Freizeit bleibt auch noch Zeit. Wenn mich mal der Sportraffel packt geht’s eigentlich immer zum Bolzen mit den Kindern aus der Nachbarschaft. Jedes Mal ein heiden Spaß und die fordern einem ganz schön was ab. Halbe Sachen machen ist da nicht! :) Hin und wieder geht’s auch mal in eine der kleinen Kneipen von Mpika ein Feierabendbierchen trinken. Eigentlich mit die liebste Freizeitbeschäftigung der Sambier in und um Mpika, vermutlich auch, weil es sonst einfach keine anderen Freizeitbeschäftigungen gibt. Seit einer Woche ist dann auch noch der Afrika Cup in Angola am laufen. Sozusagen die afrikanische Alternative zur Europmeisterschaft, welcher im Vorfeld durch den Zwischenfall mit der togolesischen Nationalmannschaft sogar in Deutschland Schlagzeilen machte. Sambia ist, nach verpasster Qualifikation zur WM, ebenfalls vertreten, jedoch mit Kamerun, Tunesien und Gabun in einer vergleichsweise starken Gruppe gelandet. Hier sind gerade alle ein wenig im Fußballfieber und ich verfolge das Turnier natürlich auch ein wenig mit. Für Sambia steht nach zwei von drei Gruppenspielen ein Unentschieden und eine Niederlage zu buche, sind aber noch mit im Rennen aufs Weiterkommen. Aufgrund der viel geringeren Medienwirkung auf die Menschen ensteht hier jedoch noch lange kein solcher Hype wie etwa bei uns während einer Europameisterschaft, doch das Ganze ist echt eine nette Abwechslung zum Alltag. Genauso sehen das vermutlich viele Menschen hier.
Zum Abschluss gibt es jetzt noch eine fotografische Aktualisierung. Zum einen wartet mein allzeit beliebtes Essen und Trinken Album mit ein paar neuen Leckerbissen auf. Und zum anderen habe ich ein neues Album über Sambias wundersame Welt der Alltagstiere zusammengestellt, damit ihr u.a. mal seht, mit wem ich mir noch alles die Wohnung teile. Ist eine ausgewählte Sammlung von allen, die ich seit mitte August abgelichtet habe. Es sei jedoch schonmal vorgewarnt, dass jemand mit Problemen beim Betrachten von Krabbelgetier besser die Finger von dem Album lassen sollte. Nicht, dass es nachher heißt, ich hätte euch nicht gewarnt. :)
In diesem Sinne, bis zum nächsten Eintrag! Euch allen eine super Zeit!
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| Essen und Trinken in Sambia |
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| Das große Krabbeln in Sambia |









