es sind wieder einmal zwei Wochen seit meiner letzten Meldung vergangen. Genug Zeit also, um euch mal wieder auf den neusten Stand zu bringen.
Die letzten beiden Wochen waren wirklich sehr mühsam und wieder einmal gespickt mit vielen Eigenheiten, die einem hier in Afrika wirklich tag täglich wiederfahren. Die erste Woche begann, wie ich in meinem letzten Blogeintrag beschrieben hatte, mit Warten auf die Reparatur des linken Vorderrads meines Dienstautos, mit dem ich wieder nach Chilonga zum Krankenhaus aufbrechen sollte. Während sich das ganze erwartungsgemäß noch ein wenig hinzog, saß ich aber nicht untätig herum sondern half einfach kurzerhand bei der Werkstatt mit. Dort musste, neben der Raparatur meines Flitzers, in ein anderes Auto ein Motor wieder eingebaut werden. Ich hatte dadurch die Gelgenheit, ein wenig mit herumzuschrauben und konnte gleichzeitig ein paar neue Dinge über das Reparieren eines Motors lernen, denn bis auf die prinzipielle Funktionsweise und der generellen Wartung war mein Wissen über das Herz eines Autos mehr als dürftig. Von dem her eine wirklich bereichernde Wartezeit. Am Mittwoch Abend waren dann schließlich alle Ersatzteile für meinen Wagen zusammengekarrt und eingebaut. Ich konnte also am nächsten Tag wieder nach Chilonga zum arbeiten fahren. Am Donnerstag Morgen kam dann aber die große Überraschung. Im ganzen Umkreis von Mpika ist der Diesel ausgegangen. Die einzige Möglichkeit im Umkreis von Mpika zu tanken, ist an einer der beiden Tankstellen in Mpika selbst. Eine davon ist schon seit Wochen quasi bankrott und vegetiert mit Personal, aber ohne einen Tropfen Sprit irgendwie vor sich hin. An besagtem Donnerstag ging dann auch bei der Zweiten, noch verbleibenden Tankstelle der Sprit aus. Da mein Auto so gut wie leer war, musste ich also wieder umdisponieren und ich landete wieder bei der Diozöse, bis schließlich am Sonntag wieder Sprit vorhanden war. Noch vor dem Wochenende hatte ich allerdings mit einer größeren Reparatur begonnen, sodass ich noch bis zum folgenden Mittwoch weiterhin in Mpika beschäftigt war. Am Donnerstag ging es dann wieder vollgetankt nach Chilonga, wo mich meine Kollegen schon sehnsüchtigst erwartet hatten. Einer von Ihnen, Martin, hat gerade Urlaub und von daher waren sie die letzten Tage wohl ganz schön am rudern, da neben den täglichen Aufgaben gerade auch ein Saal wo die Patienten untergebracht sind renoviert wurde, wo ich mich gleich mit ans Werk machte. Bis Samstag um 12:00Uhr waren wir noch beschäftigt und sind gerade so fertig geworden, da der Saal natürlich wieder dringend benötigt wurde.
An besagten, spritlosen Wochenende hatte ich gemeinsam mit Lutz noch einen weiteren Einsatz/Ausflug gemacht. Ca. 80km südlich von Mpika liegt das Mutinondo Gebiet, ein ca. 100km² großes Reservat, welches sich ein sambisches Ehepaar gemietet hat und dort eine Lodge sowie ein paar Plätze zum Campen betreiben. Man kann dort prima die Afrikanische Buschlandschaft, sowie den Mutinondo Fluß mit seinen kleineren Waserfällen genießen und mit etwas Glück (oder auch Pech...) auf Elefanten und Raubtiere treffen. Pech deshalb, da das hier kein klassisches Safarigebiet ist sondern man die Umgebung zu Fuß erkundet. Und im Wettrennen mit einem Elefanten oder Löwen hat bis heute noch so ziemlich jeder Mensch den kürzeren gezogen. Ich und Lutz machten uns jedenfalls am Sonntag auf den Weg dorthin, jedoch primär um Mike und Lari, dem sambischen Ehepaar, zu helfen. Die beiden wurden nämlich Anfang der Woche überfallen und es wurde Ihnen alles was sich zu Geld machen lässt gestohlen, u.a. auch Ihr Laptop. Im laufe der Woche haben sie sich von Freunden daher vorübergehend Ersatz besorgt und ich und Lutz sollten vorbeikommen, um ihnen ihr E-Mail Programm wieder einzurichten. An weit abgelegenen Orten in Afrika gibt es nämlich die Möglichkeit, über Buschmail noch per Mail erreichbar zu sein. Das ganze wird dann über das Funkgerät übertragen. Es ist zwar wahnsinnig langsam, aber schon irgendwie eine ausgeklügelte Technik und wenn man wirklich ganz weg von jeglicher Zivilisation ist, kann man auch ohne Problememal ein weilchen warten. :) Die ganze Arbeit ging dann sogar überraschend reibungslos von statten, sodass wir sogar noch zeit hatten, an einem Wasserfall ganz in der Nähe baden zu gehen und Anschließend haben wir uns noch beim Essen mit den beiden ein wenig unterhalten. War wirklich sehr schön und entspannend, da man einfach mitten in der Natur ist und alle Gebäude im Einklang mit der Natur errichtet worden sind und auch so betrieben werden.
Am selben Tag kamen dann spät am Abend noch zwei weitere Freiwillige hier an, die von einer Französischen Organisation hier sind. Jean-Baptist, ein Franzose und Andreas, ein Deutscher. Wir leben nun mittlerweile seit ungefär einer Woche gemeinsam im selben Haus und bisher verstehen wir uns wirklich sehr gut, wenn es auch schon eine Umstellung ist, erstens nicht mehr „alleine“ hier zu sein und dass es nun auch zwei Europäer mehr im Ort gibt. Eigentlich war ich immer skeptisch wenn ich von Orten gehört habe, wo mehrere Freiwillige gemeinsam in einem Haus leben, weil dann auch oft die Gefahr entsteht, dass man unter sich bleibt. Warten wir es mal ab. Bisher scheinen meine Bedenken glücklichwerweise unberechtigt zu sein.
Vor gut einer Woche hat es hier übrigens auch zum ersten Mal geregnet und somit entgültig die heißeste Zeit eingeläutet. Denn mit dem Regen wurde es auch deutlich schwüler. So steigt gerade täglich die Temperatur weiter an, bis es schließlich Ende November häufiger regnen soll und es dann auch etwas abkühlt. Na, dann sind wir ja mal gespannt. :)
So, dann wars das auch mal wieder von meiner Seite. Diesesmal gibts zum Abschluss aber wieder ein paar Bilder von unserem Tagesaufenthalt in Mutinondo. Außerdem habe ich mein Fotoalbum vom Krankenhaus um zwei Bilder von der Renovierungsaktion erweitert, damit Ihr mal seht, wie typischerweise die Patienten hier an einem besseren Krankenhaus untergebracht sind. Ich wünsche euch eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal! Denn heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage. Ob ihr wollt oder nicht. ;)
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| 04.10.09 - Mutinondo Wilderness Area |
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| Chilonga |






