Hallo liebe Freunde, Verwandte und Bekannte aus aller Welt, die ihr euch abermals auf meine bescheidene Blogseite verirrt habt. Zur Belohnung gibt es hier nun auch ein paar Zeilen zu den letzten beiden Wochen, die seit meiner „Montagewoche“ in Mulilansolo nun schon wieder vergangen sind.
Auch wenn sich, wie die Überschrift verrät, so langsam ein kleiner Alltag hier einzustellen scheint, sprich, man weiß einfach was man wo findet und wie in so manchen Situationen der Hase läuft, wird es hier definitiv nicht langweilig. Die erste der letzten beiden Wochen habe ich meinen Arbeitsgeist wieder dem Hospital in Chilonga gewidmet. An diesem Ort kann es einem schon gar nicht langweilig werden, aufgrund der Vielzahl an Kleinigkeiten oder eben auch größeren Aktionen, die permanent in diesem schon seit etwas mehr als 50 Jahren bestehenden „Komplex“ tag täglich anfallen. Wie ich bereits in meinem letzten Eintrag erwähnte, sollen im laufe des Jahres mehr Aufgaben, vor allem die Wartung der gesamten Wasserversorgung, an die Wartungstruppe des Krankenhauses übergeben werden. Bei der Gelegenheit soll auch das ganze System wie die Wartung des Krankenhauses bisher läuft beleuchtet werden. Da soll ich mich mit Moses, Rambo und Martin, die drei, die dort die Truppe bilden und mit denen ich permanent zusammenarbeite, mal ein paar eventuelle Verbesserungen überlegen. Aber momentan arbeite ich einfach mit ihnen mit, um überhaupt einmal einen Überblick zu bekommen. Und vor allem will ich auch erst mal Vertrauen zu Ihnen aufbauen, nicht, dass die am Ende denken, wenn ich irgendeinen Vorschlag mache es gleich eine Art Vorschrift sein soll. Das wird sich mit Sicherheit noch eine Weile hinziehen, denn in vielen Situationen wissen Sie noch gar nicht so recht, was ich hier eigentlich mache und ich glaube, sie haben auch ein wenig Angst davor, dass ich jetzt der große Kontrolleur bin der Ihnen auf die Finger haut wenn’s nicht passt, was natürlich absoluter Blödsinn ist. Die Kommunikation ist teilweise ebenfalls mühsam, da die drei untereinander viel Bemba sprechen, auch über anstehende Aufgaben, sodass ich erst mit vielen Fragezeichen dastehe und dann einfach mal nachhake, was denn gerade eigentlich das Problem ist. Dann erklären Sie mir aber auch gerne alles bereitwillig. Man braucht eben, wie so oft, Geduld. Vor allem, weil natürlich auch die komplette Arbeitsweise der Leute hier ganz anders ist, als die in Europa und in Deutschland im speziellen. Da muss man sich einfach umstellen und seine Programmierung von Zuhause hinten anstellen. Manchmal ist das echt schwer, aber ich habe das Gefühl, dass es mir ziemlich gut gelingt und ich gewöhne mich bereits an so vielerlei Eigenarten, eben zum Beispiel dass man sich während der Arbeit auch immer mal wieder kurz hinsetzt und sich unterhält. Das gehört hier einfach dazu und man muss sich deshalb nicht faul vorkommen.
Ansonsten bekommt man natürlich wenn man sich ständig im Krankenhaus auf und ab bewegt auch viel Leid mit. An einem Tag sieht man einen röchelnd auf einer Matratze sitzen, am nächsten Tag ist er wegen Tuberkulose verstorben. Solche Situationen habe ich hier schon ein paar Mal erlebt, auch in Mulilansolo. Dort war es natürlich besonders bitter, da das Krankenhaus natürlich für viele Fälle nicht gut genug ausgerüstet ist und vor allem Neugeborene, die in einem großen Krankenhaus evtl. noch eine Chance hätten, hier versterben. Aber mit solchen Dingen ist man in diesem Bereich denke ich weltweit konfrontiert. Für mich ist das hier aber natürlich noch zusätzlich eine neue Erfahrung. Da ich jedoch nicht viel direkten Kontakt mit den Patienten habe, hatte ich bisher auch noch keine großen Schwierigkeiten damit umzugehen.
Die andere der beiden Wochen verbrachte ich in Mpika bei den diversen Einrichtungen der Diozöse und arbeitete an vielerlei Reparaturen, die einfach schon ewig brach liegen und dringend nötig waren. Vom Neuverlegen eines Stromkabels für die Hebebühne in der Werkstatt bis zum Reparieren der Nachtbeleuchtung an den Gebäuden war eigentlich alles dabei. Die Qualität der ganzen Elektroteile die man hier bekommt, wenn man sie überhaupt bekommt, ist meist echt unterirdisch. Oftmals steht „Made in W-Germany“ drauf, kommen aber alle aus China oder sonst wo. Hinzu kommen die ständigen Spannungsschwankungen und Stromausfälle und man kann sich denken, dass die Lebensdauer der meisten Teile eine relativ kurze ist. Ein Hauptgrund warum ich aber diese Woche vor allem in Mpika war, ist jedoch auch um bei ein paar Verwaltungsaufgaben mitzuhelfen, da Thomas, sozusagen mein Chef und der das hier sonst eigentlich macht, noch für etwas länger in Deutschland ist. Also hat mich Lutz, seine Vertretung in diesen Angelegenheiten während seiner Abwesenheit, dazu gebeten, ihm ein wenig zur Hand zur gehen.
Derweil habe ich noch einen Nebenjob erworben. Natürlich aber ohne Bezahlung ;). Die Töchter einer Angestellten von der Diozöse beginnen mit einem Studium an der Universität, haben aber noch keinerlei Kenntnisse von Word, Excel oder Power Point und sie hat mich gefragt, ob ich ihnen nicht ein wenig Nachhilfe geben kann. Im Drang, andere an meinem bescheidenen Wissen teilhaben zu lassen, sagte ich natürlich zu und so hatten wir schon zwei etwas kürzere Sitzungen während der Woche. Am vergangen Sonntagmorgen um 8Uhr sollte dann das ganze in eine intensivere, dritte Runde gehen. Frau Magawa, so heißt die gute Frau, sollte ihre Töchter zu den Büros bringen und sie dann gegen Mittag wieder abholen. Ich dachte mir eigentlich schon, dass um 8Uhr hier definitiv noch keiner dastehen würde, aber man kann ja auch schlecht einfach auf Verdacht mal später kommen. Also kam ich und wartete, und wartete, und ach ja, ich wartete übrigens. Wie ich da so wartete, kam mir in den Sinn, vielleicht mal auf die Uhr zu schaun und oh, was seh ich da, es ist ja schon 12:30Uhr. Die Nachhilfestunde war demnach um und ich machte mich wieder vom Acker. Aus einem Office Kurs für die Mädels wurde also ein weiterer Kurs in der Landeskultur für mich. :)
Am Sonntagmorgen musste ich dann einen Priester abholen, der den Gottesdienst im Gefängnis von Mpika halten soll. Wieder einmal konnte ich ihn natürlich beim abgemachten Treffpunkt nicht antreffen sondern erfuhr, dass er an einem völlig anderen Ort weilt. Also hieß es erstmal 30 Minuten mit dem Auto durch den Busch, Priester einladen und zurück nach Mpika ins Gefängnis. Ich wohnte dann dem Gottesdienst auch bei, der mal eben 2 Stunden im offenen Gefängnis und in der prallen Sonne stattfand, aber ich hatte mich ja glücklicherweise Eingecremt. :) Bei der Gelegenheit muss ich noch erwähnen, dass ich seit meiner Ankunft am 16.08. noch keinen einzigen Tropfen von Oben gesehen habe und jetzt, also September und vor allem Oktober, ist hier die heißeste Jahreszeit mit täglichen Temperaturen, die weit über 30°C liegen. Im November sollen sich dann die ersten Ausläufe der Regenzeit hier her verirren und im Januar/Februar sind dann die Monate, in denen es am meisten bzw. fast nur noch regnet. Soweit der Ausflug in das Wettergeschehen, zurück zum Gottesdienst. Auf der einen Seite des Platzes saßen die Gefängnisinsassen auf dem Boden, in der Mitte der Priester an einem kleinen Tisch, auf der anderen Seite der Chor und die Band (Trommeln und Rasseln aus Kronkorken) und noch ein paar weitere Leute der Diozöse, unter anderem eben ich. Der Gottesdienst ist immer und überall auf Bemba, zumindest dort wo man es eben spricht. Somit habe ich inhaltlich eher wenig mitbekommen. Die vielen Gesangseinlagen waren zwar ebenfalls in Bemba, aber wirklich sehr schön mit anzuhören. Eben so richtig afrtikanische Musik wie man sich sie vorstellt. Allgemein war der ganze Gottesdienst viel lockerer als man ihn von uns her kennt. Es wird getanzt und gelacht oder Leute stehen permanent auf um sich immer wieder was zum trinken zu holen (bei der Hitze wär alles andere aber auch echt barbarisch). An einem bestimmten Punkt laufen dann alle kreuz und quer und man gibt einander die Hand. Schon verrückt. Natürlich gab es aber auch so Dinge wie Abendmahl oder Predigt, bei der Priester aber immer wieder Rückfragen an die Leute stellte die dann zögernd stammelnd entweder bejahten oder verneinten. War wirklich alles sehr interessant und die Zeit verging wirklich richtig fix. Religion und Spiritualität spielen hier in der Gesellschaft wirklich eine sehr wichtige Rolle. Neben den Kirchen gibt es in jedem Ort auch noch mindestens einen Hexenmeister, der einen von Flüchen oder ähnlichem wieder befreien soll.
So und wenn ich vorhin schon bereits „mein“ Dienstauto erwähnt hatte, da kann ich nun zum Abschluss noch ein paar kleine Anekdoten erzählen. In der Woche als ich in Chilonga gearbeitet hatte, blieb eines Morgens auf der Strecke mein Auto wegen Überhitzung liegen. Leider bekam ich auch die Motorhaube nicht auf, sodass ich nicht mal nach dem Wasser schauen konnte oder um es zumindest etwas besser zu kühlen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als zu warten bis es wieder einigermaßen abgekühlt war, um dann zaghaft bis nach Chilonga weiterzufahren. Währenddessen hielten ein paar an, die mir helfen wollten und aus allen umliegenden Häusern strömten Leute herbei, die sich wunderten, was denn da der Weiße am Straßenrand macht. Ich kam dann nach ca. 30 Minuten warten auch in Chilonga an, füllte Wasser nach und habe es dann am Abend auch wieder bis nach Mpika geschafft. Neben Öl., das das Auto eh schon lange verliert, herrscht also auch irreparabler Wasserverlust und muss nun ebenfalls immer wieder überprüft werden. Danach ging alles wieder eine ganze Zeit lang gut, bis ich am Sonntag den Priester zurückgefahren habe und zu Hause ankam. Da stand dann mein linkes Vorderrad schief. Ich bin daher gestern wieder in die hauseigene Werkstatt gegangen und da stand es nachdem das Problem erkannt war (ein paar lockere Bolzen und ein kaputtes Gewinde), für den Rest des Tages mit zerlegter Radaufhängung da. Mit etwas Glück, wird es heute Morgen noch fertig oder man wartet eben noch ein wenig. :)
Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)
Dienstag, 29. September 2009
Freitag, 11. September 2009
Arbeitsintensive Woche in Mulilansolo
Hallo und da bin ich wieder, frisch zurück aus dem Busch und einer arbeitsintensiven Woche in Mulilansolo. Es waren wieder so viele Eindrücke und Erlebnisse in dieser Woche, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen, aber ich werde einfach mal versuchen ein wenig die letzten Tage zu beschreiben.
Zuerst einmal zum Ort: Mulilansolo befindet sich ca. 240km nördlich von Mpika, also fast schon am Ende von Sambia und zur Grenze nach Tanzania. Um dorthinzugelangen fährt man erst einmal ca. 170km auf der zwar mit Schlaglöchern übersäten, aber zumindest noch „geterten“ Straße bis nach Chinsali, von wo aus es dann die restliche Strecke über Buschpisten bis nach Mulilansolo geht. Dorthin gefahren bin ich gemeinsam mit Nyoka, der hier alles was irgendwie mit Bauen/Handwerken zu tun hat leitet, einem kleinen Teil seiner Familie den er mitnahm und ein paar Arbeitern. Wir quetschten uns alle zusammen gemeinsam mit Gepäck, Fressalien und Baumaterialien in einen Landcruiser, was alleine schon sehr abendteuerlich war. Ach ja, es sollte übrigens am Montag morgen um 10:0Uhr losgehen, Abfahrt war dann aber um 15:00Uhr, was jedoch für Sambische Verhältnisse überaus pünktlich ist, denn es lag noch nicht einmal ein Tag dazwischen, was wirklich nicht selten vorkommt. Man braucht eben Geduld mit allem was man hier so macht.
Auf der Hinfahrt sind wir dann unterwegs noch nach Mulanga gefahren, was ebenfalls im Busch liegt, jedoch nicht gerade auf unserer Route. Dort unterhält die Diozöse, wie auch in Mulilansolo, eine kleine Krankenstation in der die Nonnen Krankenschwester, Ärzte und Verwaltung in einem sind. In Mulanga stehen demnächst auch einige Arbeiten an und Nyoka wollte sich alles erst einmal anschauen um den Leuten dann sagen zu können, wie lange es dauert und vor allem, wie viel alles kostet.
Nachdem wir dort eine gute Stunde verbrachten, ging es weiter in Richtung Mulilansolo. Wir pressten uns sogar noch dichter zusammen, um einen Patienten ins Krankenhaus nach Chinsali mitzunehmen. Es wurde Nacht (so gegen 18:00Uhr) und somit noch schwieriger, den Schlaglöchern rechtzeitig auszuweichen. Eine wirklich anstrengende Fahrt. Gegen 21:00Uhr erreichten wir endlich wohlbehalten unser Ziel und waren ziemlich erschöpft. Die Priester erwarteten uns schon und versorgten uns erst einmal mit einem Abendessen bei ihnen im Haus. Danach wurde ich dann bei den Nonnen ins Gästezimmer einquartiert, da dies der einzig noch zur Verfügung stehende Raum war.
Am nächsten Tag ging es um 07:00Uhr in der Früh mit dem Arbeiten los. Der staatliche Stromversorger ZESCO hat beschlossen, einige Buschregionen an das Stromnetz anzuschließen, unter anderem Mulilansolo. Daher bestand nun meine Arbeit gemeinsam mit dem Elektriker Benedikt und seiner Truppe darin, die Solaranlagen bei den bestehenden Gebäuden abzuschließen, Steckdosen zu installieren und diese gemeinsam mit den bereits vorhanden Lichtern für das Stromnetz neu zu verkabeln. Darunter vielen das Gebäude der Nonnen und Priester, die Klinik, sowie einige Unterkünfte welche zum Gelände gehörten. Leider wird es wohl trotz allem nicht für alle im Dorf möglich sein, sich den Strom zu leisten. ZESCO verlangt schon alleine um nur den Strom zum Haus zu bringen 250€ und dann sind noch keine Kabel usw. gelegt, geschweige den der monatliche Strompreis bezahlt. Wirklch eine Menge Geld. Schon alleine Benedikt, der in Mpika lebt und einen nicht schlecht bezahlten Job hat kann es sich nicht leisten, sein Haus zu elektrifizieren und das, obwohl er Elektriker ist. Schon sehr verrückt. Dies liegt aber auch daran, dass Sambia einen großteil seines Stroms an andere Länder exportiert und somit in Sambia selbst mit am teuersten ist in ganz Afrika. Dazu noch gibt es häufig Stromausfälle weil das bißchen was zur Verfügung steht oft überlastet ist. So und nachdem ich jetzt mal wieder ein wenig abgeschweift bin komme ich aber zurück zum Thema.
Mein täglicher Arbeitstag begann also um 07:00Uhr und endete gegen 17:00Uhr. Die einzige Pause war zum Mittagessen von 12:00Uhr bis 13:00Uhr. Dazwischen ging es wirklich rund im Karton. Ca. 20 Mann alleine hämmerten am ersten Tag Schlitze in die Wände und meiselten Durchbrüche für die Kabel, während Benedikt und ich mit den Kabeln hantierten. Das ganze ist hier in Sambia weit zeitaufwendiger, da es nicht wie bei uns die tollen dreiadrigen Kabel in einer Kunststoffhülle gibt, sondern man kauft die adern einzeln und muss sie dann jweils durch die zurechtgesägten Kunststoffrohre stecken. So habe ich in den ersten beiden Tagen relativ wenig von Muliansolo gesehen, da es nach Feierabend und der erlösenden kalten Dusche bereits dunkel wurde bzw. war. Es war jedoch wirklich äußerst amüsant, sich mit den ganzen Arbeitern zu unterhalten, mit Ihnen rumzuscherzen und natürlich wieder viel Bemba zu lernen. Mit ein paar Brocken hat man gleich zu Beginn ein Stein im Brett und ich kam mit allen sehr gut aus. Besonders Benedikt, mit dem ich quasi ständig zusammenarbeitete, erklärte mir viel über Sambia und auch Mulilansolo, auch wenn er im absoluten Bemba-Englisch spricht. Besonders wenn es um die Arbeit ging hatte ich manchmal echte probleme ihn zu verstehen. Gegen Ende klappte es aber immer besser. Man muss eben erst sein Ohr für diese komischen Töne schulen. :)
Im Dorf war ich die ganzen Tage über natürlich DIE Hauptattraktion. Ich stand rund um die Uhr unter Beobachtung und wurde wenn ich umherlief von jedem angestarrt. Dazu sammelten sich immer Herscharen von kichernden Kindern hinter mir, welche noch schüchterner wurden, wenn ich Ihnen ein paar Wörter in Bemba entgegnete. Unterhielt ich mich abseits der Arbeit mit Benedikt oder einem anderen Arbeiter, trauten sie sich ein wenig näher her und alle wollten einmal die Hand des weißen Mannes schütteln. Schon irgendwie ein komisches Gefühl, eine solche Atraktion zu sein, aber wenn ich sie immerhin auf Bemba mittlerweile fragen kann, wie es Ihnen geht komme ich mir schon nicht mehr ganz wie ein Außerirdischer vor und ihr lächeln drückte ja auch aus, dass sie sich einfach freuten, jemanden wie mich zu sehen. Gegen Ende der Woche kam es mir so vor, als gewöhne sich das ganze Dorf allmählich an meine Anwesenheit und jeder grüßte mich freundlich auf der Straße. Stolz fuhr ich meine Sprachkentnisse auf, woraufhin viele gleich dachten, ich sei ein Bemba Profi und beim spätestens dritten Satz, hörte es dann auch schon auf. Ich verstand nichts mehr und da die meisten Menschen hier kein Englisch sprechen, konnte ich ihnen auch nicht so recht klar machen, dass ich sie nicht mehr verstehen kann und nur ein bißchen Bemba spreche, denn ich habe sie doch schon in Bemba angesprochen. Ich wüsste zu gern, was an dieser Stelle so mancher Gegenüber sich dachte, aber das bleibt wohl ein Geheimnis. Ein echtes Highlight der Tage war noch der aufgehende Mond. Das Schauspiel ereignete sich ca. 2-3 Stunden nach Sonnenuntergang, wenn ein riesiger, rot-orange leuchtender Mond wie die Sonne am Horizont aufging und alles taghell erleuchtete. Ich habe verscuht, ein Foto davon zu machen, was jedoch wirklich nihct annähernd so spektakulär ausschaut wie im Original. Ich habs zur allgemeinen Belustigung trotzdem mal zu den Bilder hinzugefügt. :)
Am Mittwochabend konnten wir dann den ersten Erfolg verbuchen und das Gebäude der Nonnen war als erstes ans Netz angeschlossen. Daraufhin flippten hier alle regelrecht aus. Es wurde so ziemlich jedes elektronische Gerät zusammengetragen dass sich irgendwo befand und angeworfen. Abends wurde noch halb Mulilansolo mit Musik beschallt und überall tanzten die Leute. Echt der Wahnsinn.
So verging die ganze Woche einfach wie im Flug und ich bin heute wieder vollbepackt mit neuen Eindrücken nach Mpika zurückgekehrt, auch wenn die Arbeit dort natürlich noch lange nicht abgeschlossen ist. Für mich geht es nächste Woche jedoch erst einmal am Krankenhaus in Chilonga weiter. Für die Zukunft soll es irgendwann mal so sein, dass ich mit ein paar anderen für das große Krankenhaus in Chilonga, sowie allen kleinen Buschkliniken zuständig bin und die Anlagen in Schuss halten soll. Ich werde also in den nächsten Wochen auch noch die anderen Dörfer besuchen um überall einen Eindruck zu erhalten und Fuß zu fassen. Es wird also wohl genauso ereignisreich weitergehen.
Ich habe nun übrigens oben auf der Seite auch eine Karte von Sambia eingebunden, die auf Mausklick größer wird, damit man mal so eine Ahnung bekommt, von welchen geographischen Punkten ich hier die ganze Zeit rede. Über die Zeit hinweg möchte ich dort noch die Punkte der Orte einzeichnen, in denen ich so tätig bin. Chilonga ist schonmal drin, mehr folgt in Kürze. :)
So und hier wie immer noch ein paar Bilder aus meiner Woche in Mulilansolo. Viel Spaß beim anschauen und eine gute Zeit!
Zuerst einmal zum Ort: Mulilansolo befindet sich ca. 240km nördlich von Mpika, also fast schon am Ende von Sambia und zur Grenze nach Tanzania. Um dorthinzugelangen fährt man erst einmal ca. 170km auf der zwar mit Schlaglöchern übersäten, aber zumindest noch „geterten“ Straße bis nach Chinsali, von wo aus es dann die restliche Strecke über Buschpisten bis nach Mulilansolo geht. Dorthin gefahren bin ich gemeinsam mit Nyoka, der hier alles was irgendwie mit Bauen/Handwerken zu tun hat leitet, einem kleinen Teil seiner Familie den er mitnahm und ein paar Arbeitern. Wir quetschten uns alle zusammen gemeinsam mit Gepäck, Fressalien und Baumaterialien in einen Landcruiser, was alleine schon sehr abendteuerlich war. Ach ja, es sollte übrigens am Montag morgen um 10:0Uhr losgehen, Abfahrt war dann aber um 15:00Uhr, was jedoch für Sambische Verhältnisse überaus pünktlich ist, denn es lag noch nicht einmal ein Tag dazwischen, was wirklich nicht selten vorkommt. Man braucht eben Geduld mit allem was man hier so macht.
Auf der Hinfahrt sind wir dann unterwegs noch nach Mulanga gefahren, was ebenfalls im Busch liegt, jedoch nicht gerade auf unserer Route. Dort unterhält die Diozöse, wie auch in Mulilansolo, eine kleine Krankenstation in der die Nonnen Krankenschwester, Ärzte und Verwaltung in einem sind. In Mulanga stehen demnächst auch einige Arbeiten an und Nyoka wollte sich alles erst einmal anschauen um den Leuten dann sagen zu können, wie lange es dauert und vor allem, wie viel alles kostet.
Nachdem wir dort eine gute Stunde verbrachten, ging es weiter in Richtung Mulilansolo. Wir pressten uns sogar noch dichter zusammen, um einen Patienten ins Krankenhaus nach Chinsali mitzunehmen. Es wurde Nacht (so gegen 18:00Uhr) und somit noch schwieriger, den Schlaglöchern rechtzeitig auszuweichen. Eine wirklich anstrengende Fahrt. Gegen 21:00Uhr erreichten wir endlich wohlbehalten unser Ziel und waren ziemlich erschöpft. Die Priester erwarteten uns schon und versorgten uns erst einmal mit einem Abendessen bei ihnen im Haus. Danach wurde ich dann bei den Nonnen ins Gästezimmer einquartiert, da dies der einzig noch zur Verfügung stehende Raum war.
Am nächsten Tag ging es um 07:00Uhr in der Früh mit dem Arbeiten los. Der staatliche Stromversorger ZESCO hat beschlossen, einige Buschregionen an das Stromnetz anzuschließen, unter anderem Mulilansolo. Daher bestand nun meine Arbeit gemeinsam mit dem Elektriker Benedikt und seiner Truppe darin, die Solaranlagen bei den bestehenden Gebäuden abzuschließen, Steckdosen zu installieren und diese gemeinsam mit den bereits vorhanden Lichtern für das Stromnetz neu zu verkabeln. Darunter vielen das Gebäude der Nonnen und Priester, die Klinik, sowie einige Unterkünfte welche zum Gelände gehörten. Leider wird es wohl trotz allem nicht für alle im Dorf möglich sein, sich den Strom zu leisten. ZESCO verlangt schon alleine um nur den Strom zum Haus zu bringen 250€ und dann sind noch keine Kabel usw. gelegt, geschweige den der monatliche Strompreis bezahlt. Wirklch eine Menge Geld. Schon alleine Benedikt, der in Mpika lebt und einen nicht schlecht bezahlten Job hat kann es sich nicht leisten, sein Haus zu elektrifizieren und das, obwohl er Elektriker ist. Schon sehr verrückt. Dies liegt aber auch daran, dass Sambia einen großteil seines Stroms an andere Länder exportiert und somit in Sambia selbst mit am teuersten ist in ganz Afrika. Dazu noch gibt es häufig Stromausfälle weil das bißchen was zur Verfügung steht oft überlastet ist. So und nachdem ich jetzt mal wieder ein wenig abgeschweift bin komme ich aber zurück zum Thema.
Mein täglicher Arbeitstag begann also um 07:00Uhr und endete gegen 17:00Uhr. Die einzige Pause war zum Mittagessen von 12:00Uhr bis 13:00Uhr. Dazwischen ging es wirklich rund im Karton. Ca. 20 Mann alleine hämmerten am ersten Tag Schlitze in die Wände und meiselten Durchbrüche für die Kabel, während Benedikt und ich mit den Kabeln hantierten. Das ganze ist hier in Sambia weit zeitaufwendiger, da es nicht wie bei uns die tollen dreiadrigen Kabel in einer Kunststoffhülle gibt, sondern man kauft die adern einzeln und muss sie dann jweils durch die zurechtgesägten Kunststoffrohre stecken. So habe ich in den ersten beiden Tagen relativ wenig von Muliansolo gesehen, da es nach Feierabend und der erlösenden kalten Dusche bereits dunkel wurde bzw. war. Es war jedoch wirklich äußerst amüsant, sich mit den ganzen Arbeitern zu unterhalten, mit Ihnen rumzuscherzen und natürlich wieder viel Bemba zu lernen. Mit ein paar Brocken hat man gleich zu Beginn ein Stein im Brett und ich kam mit allen sehr gut aus. Besonders Benedikt, mit dem ich quasi ständig zusammenarbeitete, erklärte mir viel über Sambia und auch Mulilansolo, auch wenn er im absoluten Bemba-Englisch spricht. Besonders wenn es um die Arbeit ging hatte ich manchmal echte probleme ihn zu verstehen. Gegen Ende klappte es aber immer besser. Man muss eben erst sein Ohr für diese komischen Töne schulen. :)
Im Dorf war ich die ganzen Tage über natürlich DIE Hauptattraktion. Ich stand rund um die Uhr unter Beobachtung und wurde wenn ich umherlief von jedem angestarrt. Dazu sammelten sich immer Herscharen von kichernden Kindern hinter mir, welche noch schüchterner wurden, wenn ich Ihnen ein paar Wörter in Bemba entgegnete. Unterhielt ich mich abseits der Arbeit mit Benedikt oder einem anderen Arbeiter, trauten sie sich ein wenig näher her und alle wollten einmal die Hand des weißen Mannes schütteln. Schon irgendwie ein komisches Gefühl, eine solche Atraktion zu sein, aber wenn ich sie immerhin auf Bemba mittlerweile fragen kann, wie es Ihnen geht komme ich mir schon nicht mehr ganz wie ein Außerirdischer vor und ihr lächeln drückte ja auch aus, dass sie sich einfach freuten, jemanden wie mich zu sehen. Gegen Ende der Woche kam es mir so vor, als gewöhne sich das ganze Dorf allmählich an meine Anwesenheit und jeder grüßte mich freundlich auf der Straße. Stolz fuhr ich meine Sprachkentnisse auf, woraufhin viele gleich dachten, ich sei ein Bemba Profi und beim spätestens dritten Satz, hörte es dann auch schon auf. Ich verstand nichts mehr und da die meisten Menschen hier kein Englisch sprechen, konnte ich ihnen auch nicht so recht klar machen, dass ich sie nicht mehr verstehen kann und nur ein bißchen Bemba spreche, denn ich habe sie doch schon in Bemba angesprochen. Ich wüsste zu gern, was an dieser Stelle so mancher Gegenüber sich dachte, aber das bleibt wohl ein Geheimnis. Ein echtes Highlight der Tage war noch der aufgehende Mond. Das Schauspiel ereignete sich ca. 2-3 Stunden nach Sonnenuntergang, wenn ein riesiger, rot-orange leuchtender Mond wie die Sonne am Horizont aufging und alles taghell erleuchtete. Ich habe verscuht, ein Foto davon zu machen, was jedoch wirklich nihct annähernd so spektakulär ausschaut wie im Original. Ich habs zur allgemeinen Belustigung trotzdem mal zu den Bilder hinzugefügt. :)
Am Mittwochabend konnten wir dann den ersten Erfolg verbuchen und das Gebäude der Nonnen war als erstes ans Netz angeschlossen. Daraufhin flippten hier alle regelrecht aus. Es wurde so ziemlich jedes elektronische Gerät zusammengetragen dass sich irgendwo befand und angeworfen. Abends wurde noch halb Mulilansolo mit Musik beschallt und überall tanzten die Leute. Echt der Wahnsinn.
So verging die ganze Woche einfach wie im Flug und ich bin heute wieder vollbepackt mit neuen Eindrücken nach Mpika zurückgekehrt, auch wenn die Arbeit dort natürlich noch lange nicht abgeschlossen ist. Für mich geht es nächste Woche jedoch erst einmal am Krankenhaus in Chilonga weiter. Für die Zukunft soll es irgendwann mal so sein, dass ich mit ein paar anderen für das große Krankenhaus in Chilonga, sowie allen kleinen Buschkliniken zuständig bin und die Anlagen in Schuss halten soll. Ich werde also in den nächsten Wochen auch noch die anderen Dörfer besuchen um überall einen Eindruck zu erhalten und Fuß zu fassen. Es wird also wohl genauso ereignisreich weitergehen.
Ich habe nun übrigens oben auf der Seite auch eine Karte von Sambia eingebunden, die auf Mausklick größer wird, damit man mal so eine Ahnung bekommt, von welchen geographischen Punkten ich hier die ganze Zeit rede. Über die Zeit hinweg möchte ich dort noch die Punkte der Orte einzeichnen, in denen ich so tätig bin. Chilonga ist schonmal drin, mehr folgt in Kürze. :)
So und hier wie immer noch ein paar Bilder aus meiner Woche in Mulilansolo. Viel Spaß beim anschauen und eine gute Zeit!
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| 07.09.09 - 11.09.09 Aufbau Busch in Mulilansolo |
Sonntag, 6. September 2009
Beginn der Arbeit am Hospital in Chilonga
Mwashibukeni (Guten Morgen) bzw. Chungulopomukwai (Guten Tag) Frau/Herr Leserin/Leser meiner neuesten Blogzeilen!
Fast 2 Wochen sind seit meiner letzten Meldung nun schon ins Land gezogen und es hat sich wieder einmal einiges zugetragen. Hier also mal wieder ein paar Infos, um euch auf den Stand der Dinge zu bringen.
Wie man sieht, habe ich den letzten Tagen Fortschritte in Sachen Bemba, der lokalen Stammessprache hier in der Provinz, gemacht. In ganz Sambia werden immerhin 72 verschiedene Stammessprachen und Dialekte gesprochen, die meist verbreiteten sind aber Nyanja und eben Bemba. Englisch ist jedoch die offizielle Hauptsprache und wird in irgendeiner Art und Weise von eigentlich allen gesprochen, es sei denn man befindet sich in einem sehr abgelegenen Dorf. Da sich jedoch alle hier untereinander in ihren regionalen Sprachen unterhalten, ist es denke ich aber auch Pflicht für jemanden, der hier länger lebt, zu versuchen so viel wie möglich von der einheimischen Sprache sich anzueignen. Jeder hier war sofort sehr aufgeschlossen und will mir neue Wörter beibringen. Ich hätte schon eine sehr gute Aussprache. Sieht also gut aus. Mal schauen, ob es in diesem Tempo weitergeht.
So, was habe ich in den zwei Wochen sonst noch so getrieben. Vorletzte Woche war Nyoka, der mich einweisen und alles zeigen sollte, ja die ganze Woche in der Hauptstadt Lusaka. Das bedeutete für mich, dass ich in der Woche hier auf dem Gelände der Diozöse einfach geholfen habe, wo gerade was anstand. Ende der Woche wurde etwa eine defekte Solarpumpe aus Nabwalia, einem Dorf im tiefsten Busch wo sich eine kleine Krankenstation der Diozöse befindet. Diese haben wir dann gemeinsam auseinander genommen und wieder repariert. Oder am Sonntag sind ich und Günter, ein Elektroniker der gerade aus Lusaka hier ist um bei einem Hausbau mitzuhelfen, noch schnell zu einem Waisenhaus aufgebrochen, weil sich bei denen am Morgen fast ein Kabelbrand ereignete. So gab es halt immer was zu tun.
Die Woche darauf war dann Nyoka aus Lusaka wieder zurück und gleich am Montag fuhren wir gemeinsam nach Chilonga. Chilonga ist ein Dorf mit ca. 1500-2000 Einwohnern, in dem sich das große Krankenhaus der Diozöse und Zentrale für alle kleinen Krankenstationen in den abgelegenen Regionen befindet. Dort soll ich auch den Großteil meiner Arbeit in der Wartung aller Anlagen und dem gesamten Komplex verbringen. Zusammenarbeiten werde ich mit einem Flaschner, Moses, sowie zwei Elektrikern, Rambo und einem, dessen Namen ich mir leider noch immer nicht behalten konnte. Die drei zeigten mir zuerst das gesamte Krankenhaus mit all seinen Bereichen, anschließend die Versorgungsanlagen wie die Generatoren und das eigene Wasserreservoir. Danach folgte noch ein Rundgang durch die Schwesternschule. Die drei sind also verantwortlich für die gesamte Versorgung des Krankenhauses und stehen 24h auf Abruf bereit, sollte einmal etwas ausfallen. Dazu gehöre nun auch ich, auch wenn ich natürlich vorerst mal nicht auf Abruf bereit zu stehen habe. Dazu kenne ich mich noch lange nicht genug aus. Jedenfalls ging es die Woche sogleich los mit den verschiedensten Arbeiten. Z.B. Schlösser oder kleinere Wasserleitungen austauschen. An den Anschlussstellen der Leitungen sollte natürlich ein kleiner Dichtring noch angebracht sein, welche jedoch nicht vorhanden war. Mit einer Messerklinge aus dem OP und einem alten Schlauch eines Autoreifens war die Bastelstunde also eröffnet. Das Ergebnis war nicht gerade ästhetisch, erfüllte jedoch seinen Zweck. Rambo zeigte mir dann noch, wie man mit Schrauben umgeht, die nicht mehr ganz reinzudrehen sind. Man benötigt nur einen Hammer und etwas Muskelkraft. Naja, mal sehen ob ich ihm diese Taktik noch ausreden kann. :) In der Mittagspausen zeigte mir Moses immer ein wenig Chilonga. Wir aßen etwas und setzten uns vor die Bar (ohne Alkohol natürlich) und unterhielten uns mit seinen Freunden, was streckenweise wirklich sehr amüsant war. Gibt es mittlerweile nur einen Präsidenten für Ost und West? Wenn es in Deutschland keine großen Mienen mehr gibt, sind wir dann alle Bauern? Wie, Prostitution in Deutschland ist wirklich legal? Und und und. Ich stand natürlich für alles gerne Rede und Antwort.
Es lief also alles Bestens und die Arbeit in Chilonga machte echt rchtig Spaß. Am Mittwochabend kam dann aber der Hammer. Bereits vor dem ins Bett gehen fühlte ich mich ein wenig unwohl. Dachte mir jedoch nicht viel dabei. Im Bett dann hatte ich ein paar heftige Fieberschübe. Entweder war mir brutal heiß oder ich fror. Dann hatte ich dazu noch immer das Gefühl, als müsste ich mich übergeben. Auf dem Weg zur Toilette bekam ich dann noch einen Krampf in die Beine und konnte kaum noch laufen. Ich habe die ganze Nacht fast kein Auge zugemacht und dachte sofort, dass es Malaria sein könnte weil ich mich von einer Magenverstimmung noch nie so schlecht gefühlt hatte. Tags darauf war mir dann schwindelig und ich hatte Gliederschmerzen. Wenigstens das fiebrige Gefühl war verschwunden. Ich wollte trotzdem unbedingt einen Malariatest machen, um ganz sicher zu gehen. Also wurde ich wieder nach Chilonga gefahren und mein Blut wurde untersucht, was zweimaliges Blutabnehmen bedeutete. Ich war natürlich weniger begeistert, aber genauso wenig wollte ich eine Malaria verschleppen. Glücklicherweise war das Ergebnis negativ und ich hatte bzw. habe nur einen starken bakteriellen Infekt. Dabei habe ich am Mittwoch nicht einmal an der Straße gegessen sondern lediglich morgens und abends in der Kantine auf dem Diozösengelände in Mpika, wo ich zuvor schon mehrmals gegessen hatte. Also muss es wohl dort vom Abendessen kommen. Jetzt bin ich auf Antibiotika und Gott sei dank ging es seither stetig bergauf. Mein Mgen ist zwar noch etwas sensibel, aber heute fühlt es sich zum ersten Mal wieder richtig gut an. So musste ich also gleich zu Beginn drei Tage (Do, Fr, Sa) krank machen. Naja, dafür bin ich jetzt wieder einigermaßen fit und morgen geht es dann vermutlich nach Mulilansolo. Das ist ebenfalls ein Dorf mit einer kleinen Buschklinik, ähnlich wie Nabwalia. Wie ich schon in meinem ersten Eintrag geschrieben habe, geht es dort um Solaranlagen, die nicht mehr richtig funktionieren. Da bin ich auch schon sehr gespannt drauf.
Ansonsten habe ich mich weiter in Kultur und Leute eingelebt. Auch wenn ich es mir noch nicht getraut habe, im belebten Zentrum von Mpika ein Foto zu machen. Irgendwie hab ich da ein ganz komisches Gefühl, das man gar nicht so recht beschreiben kann. Vermutlich mache ich mir da selbst die meisten Gedanken. Naja, mit der Zeit wird sich das bestimmt legen und dann kann ich euch noch mehr Eindrücke präsentieren. Ein paar Bilder von den zwei Wochen habe ich aber noch zusammengekratzt und die könnt ihr wie gewohnt weiter unten betrachten. Ich hoffe, euch geht’s auch allen gut! Ich fühle mich noch immer sehr wohl hier, daran kann auch der kleine Infekt nichts ändern.
Fast 2 Wochen sind seit meiner letzten Meldung nun schon ins Land gezogen und es hat sich wieder einmal einiges zugetragen. Hier also mal wieder ein paar Infos, um euch auf den Stand der Dinge zu bringen.
Wie man sieht, habe ich den letzten Tagen Fortschritte in Sachen Bemba, der lokalen Stammessprache hier in der Provinz, gemacht. In ganz Sambia werden immerhin 72 verschiedene Stammessprachen und Dialekte gesprochen, die meist verbreiteten sind aber Nyanja und eben Bemba. Englisch ist jedoch die offizielle Hauptsprache und wird in irgendeiner Art und Weise von eigentlich allen gesprochen, es sei denn man befindet sich in einem sehr abgelegenen Dorf. Da sich jedoch alle hier untereinander in ihren regionalen Sprachen unterhalten, ist es denke ich aber auch Pflicht für jemanden, der hier länger lebt, zu versuchen so viel wie möglich von der einheimischen Sprache sich anzueignen. Jeder hier war sofort sehr aufgeschlossen und will mir neue Wörter beibringen. Ich hätte schon eine sehr gute Aussprache. Sieht also gut aus. Mal schauen, ob es in diesem Tempo weitergeht.
So, was habe ich in den zwei Wochen sonst noch so getrieben. Vorletzte Woche war Nyoka, der mich einweisen und alles zeigen sollte, ja die ganze Woche in der Hauptstadt Lusaka. Das bedeutete für mich, dass ich in der Woche hier auf dem Gelände der Diozöse einfach geholfen habe, wo gerade was anstand. Ende der Woche wurde etwa eine defekte Solarpumpe aus Nabwalia, einem Dorf im tiefsten Busch wo sich eine kleine Krankenstation der Diozöse befindet. Diese haben wir dann gemeinsam auseinander genommen und wieder repariert. Oder am Sonntag sind ich und Günter, ein Elektroniker der gerade aus Lusaka hier ist um bei einem Hausbau mitzuhelfen, noch schnell zu einem Waisenhaus aufgebrochen, weil sich bei denen am Morgen fast ein Kabelbrand ereignete. So gab es halt immer was zu tun.
Die Woche darauf war dann Nyoka aus Lusaka wieder zurück und gleich am Montag fuhren wir gemeinsam nach Chilonga. Chilonga ist ein Dorf mit ca. 1500-2000 Einwohnern, in dem sich das große Krankenhaus der Diozöse und Zentrale für alle kleinen Krankenstationen in den abgelegenen Regionen befindet. Dort soll ich auch den Großteil meiner Arbeit in der Wartung aller Anlagen und dem gesamten Komplex verbringen. Zusammenarbeiten werde ich mit einem Flaschner, Moses, sowie zwei Elektrikern, Rambo und einem, dessen Namen ich mir leider noch immer nicht behalten konnte. Die drei zeigten mir zuerst das gesamte Krankenhaus mit all seinen Bereichen, anschließend die Versorgungsanlagen wie die Generatoren und das eigene Wasserreservoir. Danach folgte noch ein Rundgang durch die Schwesternschule. Die drei sind also verantwortlich für die gesamte Versorgung des Krankenhauses und stehen 24h auf Abruf bereit, sollte einmal etwas ausfallen. Dazu gehöre nun auch ich, auch wenn ich natürlich vorerst mal nicht auf Abruf bereit zu stehen habe. Dazu kenne ich mich noch lange nicht genug aus. Jedenfalls ging es die Woche sogleich los mit den verschiedensten Arbeiten. Z.B. Schlösser oder kleinere Wasserleitungen austauschen. An den Anschlussstellen der Leitungen sollte natürlich ein kleiner Dichtring noch angebracht sein, welche jedoch nicht vorhanden war. Mit einer Messerklinge aus dem OP und einem alten Schlauch eines Autoreifens war die Bastelstunde also eröffnet. Das Ergebnis war nicht gerade ästhetisch, erfüllte jedoch seinen Zweck. Rambo zeigte mir dann noch, wie man mit Schrauben umgeht, die nicht mehr ganz reinzudrehen sind. Man benötigt nur einen Hammer und etwas Muskelkraft. Naja, mal sehen ob ich ihm diese Taktik noch ausreden kann. :) In der Mittagspausen zeigte mir Moses immer ein wenig Chilonga. Wir aßen etwas und setzten uns vor die Bar (ohne Alkohol natürlich) und unterhielten uns mit seinen Freunden, was streckenweise wirklich sehr amüsant war. Gibt es mittlerweile nur einen Präsidenten für Ost und West? Wenn es in Deutschland keine großen Mienen mehr gibt, sind wir dann alle Bauern? Wie, Prostitution in Deutschland ist wirklich legal? Und und und. Ich stand natürlich für alles gerne Rede und Antwort.
Es lief also alles Bestens und die Arbeit in Chilonga machte echt rchtig Spaß. Am Mittwochabend kam dann aber der Hammer. Bereits vor dem ins Bett gehen fühlte ich mich ein wenig unwohl. Dachte mir jedoch nicht viel dabei. Im Bett dann hatte ich ein paar heftige Fieberschübe. Entweder war mir brutal heiß oder ich fror. Dann hatte ich dazu noch immer das Gefühl, als müsste ich mich übergeben. Auf dem Weg zur Toilette bekam ich dann noch einen Krampf in die Beine und konnte kaum noch laufen. Ich habe die ganze Nacht fast kein Auge zugemacht und dachte sofort, dass es Malaria sein könnte weil ich mich von einer Magenverstimmung noch nie so schlecht gefühlt hatte. Tags darauf war mir dann schwindelig und ich hatte Gliederschmerzen. Wenigstens das fiebrige Gefühl war verschwunden. Ich wollte trotzdem unbedingt einen Malariatest machen, um ganz sicher zu gehen. Also wurde ich wieder nach Chilonga gefahren und mein Blut wurde untersucht, was zweimaliges Blutabnehmen bedeutete. Ich war natürlich weniger begeistert, aber genauso wenig wollte ich eine Malaria verschleppen. Glücklicherweise war das Ergebnis negativ und ich hatte bzw. habe nur einen starken bakteriellen Infekt. Dabei habe ich am Mittwoch nicht einmal an der Straße gegessen sondern lediglich morgens und abends in der Kantine auf dem Diozösengelände in Mpika, wo ich zuvor schon mehrmals gegessen hatte. Also muss es wohl dort vom Abendessen kommen. Jetzt bin ich auf Antibiotika und Gott sei dank ging es seither stetig bergauf. Mein Mgen ist zwar noch etwas sensibel, aber heute fühlt es sich zum ersten Mal wieder richtig gut an. So musste ich also gleich zu Beginn drei Tage (Do, Fr, Sa) krank machen. Naja, dafür bin ich jetzt wieder einigermaßen fit und morgen geht es dann vermutlich nach Mulilansolo. Das ist ebenfalls ein Dorf mit einer kleinen Buschklinik, ähnlich wie Nabwalia. Wie ich schon in meinem ersten Eintrag geschrieben habe, geht es dort um Solaranlagen, die nicht mehr richtig funktionieren. Da bin ich auch schon sehr gespannt drauf.
Ansonsten habe ich mich weiter in Kultur und Leute eingelebt. Auch wenn ich es mir noch nicht getraut habe, im belebten Zentrum von Mpika ein Foto zu machen. Irgendwie hab ich da ein ganz komisches Gefühl, das man gar nicht so recht beschreiben kann. Vermutlich mache ich mir da selbst die meisten Gedanken. Naja, mit der Zeit wird sich das bestimmt legen und dann kann ich euch noch mehr Eindrücke präsentieren. Ein paar Bilder von den zwei Wochen habe ich aber noch zusammengekratzt und die könnt ihr wie gewohnt weiter unten betrachten. Ich hoffe, euch geht’s auch allen gut! Ich fühle mich noch immer sehr wohl hier, daran kann auch der kleine Infekt nichts ändern.
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| Erste Eindruecke vom Hospital in Chilonga und mehr |
Montag, 24. August 2009
Erstes Wochende in Sambia: Auf “2-3 Bier” ins Melodies...
So, nun ist sie also ganz offiziell vorbei, meine erste Woche in Sambia. Zum Abschluss am Sonntag beschlossen Ich und Lutz den Tag standesgemäß Sambisch zu verbringen und machten uns auf “2-3 Bier“ auf in die Bar Melodies. Nachdem der Ideal-Standard-Sambier seinen vierstündigen Gottesdienst am Morgen beendet hat, geht er für gewöhnlich in eine der verschieden Lokalitäten gemütlich ein Bierchen zischen. Dort wollten wir natürlich ein wenig mitmachen, auch, um ein paar Leute kennen zu lernen. Susanne, die andere Freiwillige die wie ich über die Brücke der Freundschaft in Sambia stationiert ist, nahmen wir ebenfalls mit. Gegen 16:00Uhr in der Kneipe angekommen saßen wir zuerst alleine da, was sich allerdings ziemlich schnell änderte. So kam es, dass sich eine 5er Runde etablierte, bestehend aus uns dreien, dem Polizeichef vom Kreis Mpika, welcher wirklich sehr feundlich ist und auch einer der wenigen Polizisten ist, die gegen die gängige Korruption ankämpfen und Louis, welcher in einem Nationalpark gegen Wilderei vorgeht. Sitzt man nun mit mehreren Leuten in einer Bar, ist es üblich, niemals für sich alleine ein Bier zu bestellen sondern immer für die gesamte Runde gleich mit. Die Polizeichef war heute in Geberlaune und hat mich und Lutz regelrecht abgefüllt! So kam es, dass aus 2-3 Bier mal eben schlappe 14 wurden (0,375ml) ;) . Nein sagen ist nicht. Danach ging es noch weiter zu einer Sambischen Beerdigung. Ein Polizist ist gestorben. Hier ist es üblich, dass die Männer sich zuvor ziemlich einen antrinken und dann beim Friedhof die ganze Nacht um ein großes Lagerfeuer herumsitzen und Mahnwache halten. Dies kann sich bis zu mehreren Tagen hinziehen, so lange eben, bis alle engsten Verwandten aus dem ganzen Land angekommen sind und die Beerdigung stattfindet. Die Frauen sitzen nebenan im Haus. Kommen kann eigentlich jeder, auch wenn man den Menschen gar nicht richtig kannte. So gegen 23:30Uhr machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Es war echt ein sehr schöner Nachmittag/Abend mit interessanten Gesprächen an dem ich mal wieder ein bißchen mehr hier angekommen bin.
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| 23.08.09 Ein ganz normaler Sonntag in Mpika |
Freitag, 21. August 2009
Die erste Woche in Sambia
Hallöle liebes Blogpublikum!
Lange ist es her und ich weiß, dass manche schon sehr auf diesen Eintrag warten. Hier ist sie also, meine erste Nachricht aus Mpika/Sambia. Es hat nach meiner Ankunft ein ganz schönes Stück gedauert, bis ich mich mal wieder melden konnte, aber besser spät als nie wie man so schön sagt. ;) Erst mal noch an alle die es nicht wissen: Die Diplomarbeit habe ich gut über die Bühne gebracht, Schottland war eine verdammt schöne Zeit (siehe auch vorherige Einträge :) ), mein Diplom habe ich in der Tasche und somit stand vor meiner Abreise dem Freiwilligendienst nichts mehr im Wege. Nun bin ich schon fast eine Woche hier und man, was für ereignisreiche erste Tage, aber fangen wir doch mal ganz von vorne an:
Wir schreiben das Jahr 2009 und befinden uns im 8. Monat der Jahreszählung. An Tag 15 um 22:35 macht sich ein arbeitsloser Diplommathematiker (FH) aus dem Süddeutschen Raum vom hessischen Luftraumbahnhof Frankfurt/Main auf, für ein Jahr einen Freiwilligendienst in Sambia (Südhalbkugel/Afrika) zu absolvieren. Der Abschied von Freunden und Verwandten zuvor und vor allem von der Freundin (Tanja ;) ) am Flughafen fiel alles andere als leicht, aber so hat er es gewollt. Begleitet haben Ihn noch zwei andere Freiwille, Susanne und Franziska, die über die gleiche Organisation sich ins goße Unbekannte aufmachten, aber in anderen Projekten tätig sind. So, genug rumgesponnen, ich geh mal wieder in die Ich-Form über. :)
Der Flug war über South African Airways gebucht und sollte mit einem Zwischenstopp in Johannesburg weiter nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, gehen. Also einmal über Sambia drüber und dann nochmal 2h zurück. War aber der günstigste Flug, also nimmt man das eben in Kauf. ;) Am Flughafen dann die erste Überraschung: Der Flug nach Johannesburg geht mit der Lufthansa. South African Airways ist nämlich eine Tochter der Lufthansa, weshalb dies keine ungwöhnliche Aktion war. Jedenfalls hätte ich es mir im Traum nie gedacht, einmal mit der Lufthansa zu fliegen. Sonst sind die ja preislich oft am oberen Ende angesiedelt. An Board dann das perfekte Deutschland in der Luft. Deutscher Pilot, Deutsche Flugbegleiterinnen- und Flugbegleiter, der kleine Bauer als Nachtisch und über den Bildschirm flackert die Warsteinerwerbung, natürlich auch auf Deutsch. Nur mein Platz, eingeengt zwischen einer Holländerin und einer Südafrikanerin, war mäßig, aber zumutbar. Zum Essen gabs dann nen schönen Weißwein, man will ja schließlich bei 10h Flug über Nacht auch ein wenig die Äuglein schließen, da kann ein Betthupferl gar nicht schaden. Während dem Essen liefen die Flugbegleiterinnen- und Flugbegleiter sogar noch mit den Weinflaschen durch und boten einen Aufguss an. Zugeschlagen! ;) Jedenfalls war das alles nach meinen letzten Ryanair Flügen mal wieder eine wahre Wonne. So muss Fliegen eben sein. Der Flug selbst verlief ebenfalls problemlos. Mit den großen Fliegern ist es irgendwie immer am angenehmsten. Lediglich über dem Kongo gab es ein paar stärkere Turbulenzen, die uns zum Anlegen des Sicherheitsgurtes zwangen. Schlaf habe ich jedoch trotz Wein eher wenig abbekommen. An einem Punkt hatte ich es endlich geschafft einzuschlafen, da riss mich wenig später die Südafrikanerin freundlich aber bestimmt aus dem Ruhezustand, um die Toiletten aufsuchen zu können. Danach konnte ich dann nicht mehr schlafen. Naja, so ist das eben.
Der Umstieg in Johannesburg verlief problemlos und dieses Mal saßen wir drei zusammen in einer Reihe im Flieger nach Lusaka. Spätestens jetzt fing nun das Bauchkribbeln an. Die Zeit verging schneller als gedacht und schon befanden wir uns wieder im (etwas turbulenten) Landeanflug. Von oben bekam man noch einen Eindruck, wie riesig Lusaka eigentlich ist. Immerhin leben hier fast ein drittel aller Sambier. Abgesehen von den paar Vorzeigegebäuden im Stadtkern, besteht die Stadt aber aus vielen Wellblechhütten. Wie in vielen Ländern mit einer großen, ärmeren Bevölkerungsschicht, pilgern eben auch viele Sambier aus dem ganzen Land von ihren Dörfern in die Hauptstadt in der Hoffnung, hier mehr Geld zu verdienen. Dies gelingt aber natürlich leider nur den wenigsten.
Nach unserer Ankunft mussten wir uns erst einmal in die Schlange bei der Immigration einreihen. Nach einigen Minuten des Wartens durften wir dann an einen anderen Schalter wechseln, welcher eigentlich für “VIP’s und Diplomaten“ reserviert war. Hört, hört! Die Einreise ging überraschend schnell über die Bühne. Nicht einmal eine Bestätigung der zwingend notwendigen Gelbfieberimpfung wollten sie sehen. Zu unser aller Erleichterung hat es auch unser Gepäck bis nach Lusaka geschafft. Am Ausgang dann erwartete uns bereits Lutz mit einem Zettel in der Hand. Lutz hatte ebenfalls 1998 einen Freiwilligendienst für ein Jahr absolviert. Sogar bei der gleichen Stelle wie ich jetzt. Danach hat er noch für ein Jahr in einem Nationalpark gearbeitet und ist dann nach Deutschland zurückgekehrt. Seit 2003 ist er nun wieder in Sambia, hat sich in Mpika als Computerfachmann (aufbauen von Internetverbindungen, etc pp) selbstständig gemacht und ist mit einer Sambierin verheiratet. Er betreut unter anderem die Diözese von Mpika, bei der ich tätig sein werde, in Sachen Internet/Computer/Netzwerk.
Der weiter Plan sah nun wie folgt aus: Statt wie zuerst gedacht nur eine Nacht in Lusaka zu verbringen um dann am nächsten Tag nach Mpika zu fahren, blieben wir zwei, um alle organisatorischen Dinge zu erldigen und Lutz musste noch ein paar Sachen besorgen. Zuerst einmal machten wir uns auf den Weg in unser Gästehaus. Wir waren in der Gossner Mission untergebracht, was früher wohl ein Gelände der katholischen Kirche war. Heute werden die Gebäude als Gästehäuser vermietet. Auf dem Weg tauchten wir schon in eine komplett andere Welt ein. Straßen, Autos, die Menschen, einfach alles ist komplett anderes. Links und rechts der unbefestigten Straße laufen Fußgänger und fahren Radfahrer. Hin und wieder findet sich ein kleiner Obst und Gemüsestand am Straßenrand und an roten Ampeln laufen Händler zwischen den Autos umher und verkaufen Obst, Gemüse, Zeitungen, Aufladekarten fürs Handy, Gürtel, Rolexuhren (natürlich alle Original! ;) ), Hosen, Schraubenschlüssel, Sonnenbrillen, Klobürsten und und und. Ist eine Ampel zu lange Rot wird einfach der Warnblinker reingehauen um zu signalisieren „die Ampel funktioniert nicht mehr“ und es wird losgebrettert. Zebrastreifen sind natürlich auch hier, wie so ziemlich überall außerhalb Deutschlands, reine Straßenmalkunst. Die Straßen sind meist geteert, jedoch gibt es auch einige Sandpisten gespickt mit Schlaglöchern. Als wir an der Unterkunft ankamen luden wir schnell das Gepäck ab und es ging gleich weiter an das andere Ende der Stadt zu Josef, einem Kunden von Lutz der Ihn für ein paar Wartungsarbeiten herbeordert hatte. Josef ist Deutscher, lebt nun bereits seit über 30 Jahren in Sambia und betreibt einen eigenen, großen Schlachthof mit ca. 150 Angestellten. Eigentlich ist er gar kein Metzger, jedoch hatten er während eines Freiwilligendienstes in Südamerika mit ein paar anderen das Schlachten angefangen, da sie mit der Zeit Lust auf eine deutsche Wurst bekamen. Aus Lateinamerika wurde dann Sambia und aus privater Schlachterei wurde eine Großmetzgerei mit Kunden in ganz Sambia und sogar im Kongo. Er zeigte uns noch seinen Schlachthof, inkl. vor einem Tag geschlachterter Kühe. Seine Ware würde man glaube ich in vielen Metzgereien Deutschlands nicht mehr zu dieser Qualität bekommen, da hier alles noch reine Handarbeit und ohne Chemie ist. Zum Abschied schenkte er uns noch ein paar Bierstengel zum „dran lutschen“ :) Die waren echt saugut! Vor der langen Fahrt nach Mpika empfahl uns Lutz, mit einheimischen Essen hier in Lusaka noch etwas vorsichtig zu sein, um nicht mit 2h mehr im Gepäck und einer großen Rolle Toilettenpapier die Reise antreten zu müssen. Man weiß ja nie, wie es jeder so verträgt. So holten wir uns auf dem Heimweg noch jeder eine Pizza (die jedoch komplett anders aussah und schmeckte als jede andere Pizza die ich bisher as), nach der sich vor allem Lutz schon sehr sehnte ;) (der einzige Pizzastand in Sambia befindet sich in Lusaka) und ein paar Bier, um den Abend auf der Veranda vor unserer Unterkunft ausklingen zu lassen. Nachts soll man schließlich nicht mehr in Lusaka unterwegs sein, da die Kriminalitätsrate doch beträchtlich ist. Das Tehermometer sank nach dem Sonnuntergang beachtlich auf unter 10°. Es ist ja schließlich noch das Ende des Winters. Es regnet zwar eigentlich nie (ich hatte bis jetzt nur klaren Himmel), dafür wird es tierisch kalt in der Nacht. Lange Hose und Jacke waren bzw. sind also Pflicht! Ganz Sambia befindet sich oberhalb von 1000m und es geht eigentlich immer ein Lüftchen. In Lusaka befanden wir uns auf stolzen 1300m. In Mpika, von wo aus ich gerade schreibe, sind es schon ganze 1800m. Zum Thema Bier sei noch erwähnt, dass Sambia was den pro Kopf Konsum von Bier anbelangt in der Welklasse mitspielt. Ein Bierchen am Abend ist daher eine der Standardbeschäftigungen von Sambiern. Sozusagen also ein standesgemäßer Abschluss des Tages.
Tags darauf tastete ich mich etappenweise am frühen Morgen in die eiskalte Dusche vor. Aufgrund der ohnehin kühlen Temperaturen eine echt Überwindung, aber wenigstens war ich danach top fit! Um 07:45 machten wir uns auf den Weg zur Verwaltung der gesamten katholischen Kirche in Sambia, welche auch zuständig für die Beantragung meiner Arbeitsgenehmigung war. Der Kollege, der hierfür zuständig ist, hatte Lutz in all den Jahren noch nie zu Gesicht bekommen, da er anscheinend ständig außer Haus zu sein scheint. Immerhin wäre es auch sein Job, mit mir dann zur Einwanderungsbehörde zu gehen um die Genehmigung abzuholen. Wir hatten Glück und trafen ihn in der Verwaltung sogar an. Nach gemächlichem durchstöbern der Akten kam heraus, dass meine Arbeitserlaubnis schon durch sei und abgeholt werden kann. Die Frage, ob er mich dorthin begleiten würde, wich er allerdings gekonnt aus. So mussten wir also auch dies wieder alleine in die Hand nehmen. Bevor die Einwanderungsbehörde Ihre Pforte öffnete, erledigten wir noch ein paar Einkäufe von Lutz. Bei der Behörde später lief dann alles problemlos. Der Sachbearbeiter durchwühlte seinen Schrank, welcher vollgestopft mit Schnellheftern aus Karton war und fand ein zerflettertes Exemplar mit meinem Namen darauf. Ein Stempel hier, eine Kopie da, eine Unterschrift dort und nach einem Wechsel zu einem anderen Sachbearbeiter, welcher mir dann noch einen neuen Stempel in den deutschen Pass drückte, war es dann geeschafft und ich kann nun ganz offiziell als Freiwilliger loslegen. Der Nachmittag war weiteren Besorgungen von Lutz gewidtmet. Währendessen versuchten wir, eine Sim-Karte für unsere Handys aufzutreiben, was wirklich leichter gesagt als getan ist. Die ersten 5 Läden die wir ansteuerten hatten keine mehr. Alle vergriffen. Schließlich fand ich noch eine an einem kleinen Straßenstand (die letzte), während Susanne und Franziska Ihr Glück an einer Tankstelle versuchten, die sich wenige Meter weiter befand. Kurzerhand wurde ich mal wieder an der Straße um 30cent beschissen. Naja, so ist das halt wenn man sich noch nicht auskennt. Nachdem dann alle Besorgungen abgeschlossen waren, kauften wir uns im Supermarkt noch das Abendessen, welches wir heute selber kochen wollten. Maccaroni mit Tomatensoße. ;) Zuvor besuchten wir aber noch „kurz“ Günter und Katja, zwei Deutsche die ebenfalls in Lusaka leben. Günter hatte gemeinsam mit Lutz 1998 einen Freiwilligendienst bei der Diözese von Mpika gemacht und arbeitet nun weiterhin in verschiedenen anderen Projekten in Sambia mit. Seine Frau, Katja, ist beim DED (Deutscher Entwicklungsdienst) tätig und betreut dort unter anderem die Freiwilligen des DED in Sambia. Jedenfalls wurde aus kurz schließlich lang und wir kamen gegen 21:00 wieder in unserer Unterkunft an, wo wir erst kochten und dann noch ein paar Bierchen tranken. In Sambia hat übrigens so ziemlich jeder einen Hund und natürlich keinen Mops ;). Auf dem Gelände des Gästehuses laufen gleich drei bis vier frei herum, die sch permanent mit anderen Hunden zofften. Günter und Katja haben ebenfalls einen. Eine ganz schöne Umstellung wenn man, so wie ich, vor Hunden eigentlich ziemlichen Respekt hat. Ich kann es eben immer schlecht einschätzen wenn einer auf mich zurennt, ob er sich jetzt freut oder mich attackieren will. So geschehen bei Günter und Katjas Hund. Der hatte sich aber glücklicherweise nur gefreut. Einer der Hunde bei der Diözese in Mpika, Captain, hatte dem letzten Freiwilligen nach einem halben Tag in die Brust gebissen. Er ist jetzt zum Glück aber angekettet und auch bei allen als abslouter Psychohund verschrien. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass er einfach so die Wand anbellt.... :)
Tagsdarauf stand nun also die große Fahrt durch den Busch nach Mpika an. Das ganze dauert, wenn alles glatt läuft, 8h Stunden und sollte aufgrund der vielen Schlaglöcher unbedingt bei Tageslicht stattfinden. Deshalb war die Abfahrt auf 06:30 angesetzt, da wir zuvor nochmals bei Josef vorbei mussten, um dann noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit in Mpika anzukommen. Die kalte Dusche war noch immer keine Gewohnheit, aber da musste man eben durch. Nachdem wir nochmals bei Josef waren, Lutz noch ein paar Einstellungen am Computer machte und wir währenddessen den ganzen Arbeitstrubel mitbekamen, machten wir uns also auf den Weg. Kaum hatten wir die Stadt verlassen, sah man am Straßenrand jede Menge kleinerer Dörfer, in denen viele Menschen noch in Lehm- und Strohhütten leben. Man sah Leute, die aus den Brunnen Wasser pumpten oder Frauen, die teilweise ganze Stapel von schweren Ästen auf Ihren Köpfen umhertrugen. Am Horizont stiegen immer wieder Rauchwolken von Buschbränden auf und in größeren Siedlung verkaufte ein kleiner Stand am anderen lokales Obst oder Gemüse am Straßenrand. Zu Beginn der Reise waren Tomaten der Hit, gefolgt von Honig bis zu Speiße- und Süßkartoffeln kurz vor Mpika. Ich kam oftmals aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Das war wirklich eine ganz andere Welt, in die wir da fuhren. Hin und wieder begegneten wir einem Unfall oder ein Fahrzeug hatte eine Panne. Um die Gefahr anzuzeigen, liegen einige Meter vor und nach der Stelle jede Menge Äste und Zweige auf der Straße, sozusagen als Warndreieck. Nach 2/3 des Weges hörte dann die gut befestigte Straße auf und es ging auf einer grobasphaltierten Straße mit einigen sehr tiefen Schlaglöchern weiter. Neben der Straße liefen permanent Menschen, die zum Teil wieder halbe Bäume umherschleppten. Nach 8h und dem passieren der letzten Polizeisperre kamen wir dann endlich in Mpika an. Dort fuhren wir zuerst einmal auf das Gelände der Diözese, wo nun auch mein Zuhause sein wird. Dort gibt es neben dem Haus in dem ich jetzt wohne noch eine ganze Menge anderer für die ganzen Menschen, die dort arbeiten und auch für die ganzen Geistlichen, u.a. dem Bischof. Die Angestellten arbeiten entweder in der Werkstätte (KFZ-Werkstatt, Schreinerei, Bauarbeiten oder Elektroinstallationen [dort werde auch ich sein]), den Stallungen (hier werden unter anderem Esel zum Lastentragen trainiert, die dann in den abgelegenen Dörfern eingesetzt werden sollen) oder in der Verwaltung. All diese Einrichtungen befinden sich ebenfalls auf dem Gelände. Nach einer kurzen Erkundung meines neuen Reiches und ersten Beschnupperungen der Hunde (Bella, Foxy, Captain und Kosha) die hier frei rumlaufen, außer unser Psycho Captain natürlich, ging es weiter zum „Village of hope“, einem Waisenhaus für AIDS-Waisen in Mpika, wo Susanne Ihren Frewilligendienst absolvieren wird. Anschließend haben wir noch Franziska zu den Schwestern gebracht, mit denen Sie dann in ein kleines Dorf weiter in den Norden gefahren ist, wo sie die dortigen Kinder und Jugendlichen betreut. Den restlichen Abend habe ich dann noch ein wenig mit Lutz verbracht, welcher gelichzeitig mein Nachbar ist und mich in meinem Zimmer ein wenig eingerichtet.
Am nächsten Tag wurde ich erst einmal allen Arbeitern in der Werkstätte vorgestellt. Echt ein lustiger Haufen und alle waren sehr freundlich. Darunter auch Nyoka, der hier der Hauptverantwortliche für die Elektroinstallationen ist und mit dem ich viel zusammenarbeiten werde. Danach fuhr ich gemeinsam mit Lutz noch die gesamte Stadt ab, damit ich mich ein wenig orientieren kann. Mpika hat mit allen umliegenden Gebieten ca. 20 000 Einwohner. Die Stadt ist in den letzten 5 Jahren fast explosionsartig gewachsen. Damals gab es in ganz Mpika noch ungefär 10 Autos. Heute sind es enige mehr, wenn auch noch immer die wenigsten ein Auto besitzen. Trotz der Größe kam mir Mpika beim Erkunden eher wie ein sehr großes Dorf vor, da viele Menschen in kleinen Häusern oder Hütten wohnen. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, wie alles hier aussieht. Vielleicht gelingt es mir ja, über die nächsten Wochen ein paar Bilder zu schießen. Dann läßt sich das alles bestimmt ein wenig besser nachvollziehen.
Eine meiner ersten Aufgaben hier in Sambia wird sein, gemeinsam mit Nyoka und anderen Arbeitern in ein Dorf zu fahren, um dort Solaranlagen zu installieren. Da diese Woche jedoch schon so gut wie vorbei war und Nyoka zu Beginn der kommenden Woche für ein paar Tage nach Lusaka fahren muss, ist dies im Anschluss, also so Mitte nächster Woche, geplant. Stattdessen habe ich mich gestern (20.08.) gemeinsam mit Lutz in den nahegelegenen North Luangwa Nationalpark aufgemacht. Dort, wo man also Safari machen kann und mit etwas Glück all die Löwen, Elefanten, Zebras, Büffel, Giraffen, etc. zu Gesicht bekommt, was man sonst ja nur aus dem Fernsehen kennt. Bevor jetzt aber falsche Schlüsse entstehen: Es ging nicht um Freizeit sondern um Arbeit. :) Es gibt ein Programm zur Überwachung und Kontrolle von Wilderei im Nationalpark, das Lutz mit aufgebaut hat und betreut. Dort sind einige Daten verlorengegangen, die nun in London wiederhergestellt wurden. Diese sollten wieder eingespeißt werden, damit das Programm wieder richtig funktioniert. Geplant war noch eine Übernachtung im Park im Lager der Ranger zu verbringen. Um ersteinmal zum Park zu gelangen ging es erst einmal 2h über Sandstraßen durch den Busch. Die Straße ist noch relativ neu, jedoch mit einem Geländewagen (Lutz besitzt einen von der Bundeswehr ausrangierten Iltis, der wieder restauriert wurde) gut befahrbar. Das ganze lief auch problemlos ab, bis wir ca. ¾ der Strecke hinter uns hatten. Die Plattgewalzte Sandstraße wurde ersetzt durch eine ungewalzte Sandstrecke. Selbst Lutz hatte eine Straße in so einem Zustand noch nie gesehen und das ganze wurde, um es mit Lutz seinen Worten zu beschreiben, „barbarisch“. Der Iltis ist, wie auf den Bildern zu sehen, ein Geländewagen ohne Dach und Seitenwände. Dementsprechend großzügig wurden wir mit feinem, roten Sand einbalsamiert. Wir konnten echt froh sein, dass wir nicht ncoh stecken geblieben sind! Von Kopf bis Fuß mit rotem Sand überhäuft kamen wir schließlich am Tor des Nationalparks an. Ich hatte natürlich, gewohnterweise, auch noch meine Kontaktlinsen drin, welche mir aber trotz allem relativ wenig Probleme bereiteten. Kaum vorzustellen, wenn man sich mal die Bilder anschaut. Ein Wunder auch, dass die Kamera noch funktioniert! Die Sicherheitsmänner am Tor mussten sich das Lachen bestimmt auch gut verkneifen. An dieser Stelle fängt es aber nun an kompliziert zu werden. Als Tourist muss man natürlich ein Eintrittsgeld für jeden Tag, den man im Nationalpark verbringt, entrichten. Wir sind aber natürlich keine Touristen, sondern gehen rein um zu arbeiten. Die Sicherheitsmänner kannten Lutz auch bereits. Immerhin kommt er bereits zum 8. Mal zu den gleichen Leuten in den Park und es waren die gleichen Wachmänner wie jedes Mal. Nach langem Warten verweigerte uns der Wächter die Einfahrt ohne zu bezahlen, da er uns nicht trauen kann, dass wir wirklch was zu tun hätten. Und das, obwohl er Kontakt mit den Leuten im Park hatte und er, wie bereits erwähnt, Lutz kannte. Nach ein paar Diskussionsrunden war er noch immer uneinsichtig und wir machten wieder kehrt. Schließlich kamen wir um den Leuten im Park einen Gefallen zu tun. Das weiß eigentlich auch er. Also ging es gleich noch einmal durch die Sandpiste. Danach sahen wir echt aus wie zwei so Deppen und mussten in dem Zustand auch noch durch zwei Dörfer und halb Mpika fahren. Mit einem Auto, dass bis auf die Windschutzscheibe komplet offen ist. Man wird als Weißer ja ohnehin schon ganz genau beäugt, aber dieses Mal verfolgten uns die Blicke noch mehr. Einmal ernteten wir von einem Mann der uns wiedererkannte ein: „Ah, the dusty boys!“ (Ah, die staubigen Jungs!) oder der Wächter am Eingang zum Gelände der Diözese lief, wie wir tags darauf erfuhren, verwundert zu seinen Kumpels: „Keine Ahnung warum die beiden schon wieder zurück sind, aber sie haben sich irgendwie komisch bemalen lassen.“ Eine Dusche allein hat im Anschluss gar nicht erst gereicht, um das alles wieder runter zu bekommen. Am Auto selbst war der Luftfilter verstopft und der Blinker verklebt.Und das alles für eigentlich nichts. Schade. Die Leute vom Park schrieben am selben Tag Lutz noch eine E-Mail, in der sie sich für alles entschuldigten. Sie haben also bemerkt, dass sie nen Fehler gemacht hatten. Vermutlich werden Sie jetzt die ganze Anlage nach Mpika bringen. Wir werden sehen.
Ansonsten habe ich bereits schon die erste Elektroinstallation in luftiger Höhe (ca. 10m) erfolgreich abgeschlossen. Mal sehen, was die Tage noch so ansteht. Jetzt ist ja erstmal Wochenende. Ich werde die Tage auf jeden Fall ncoh am Krankenhaus in Chilonga (ein etwas größeres Dorf ca. 25km von Mpika entfernt) eingeführt, wo ich als Elektriker/Hausmeister vorgesehen bin und die meiste Zeit des Jahres mitarbeiten werde. Bevor ich dort aber richtig durchstarte, stehen noch wie bereits erwähnt die Solaranlagen auf dem Plan. Ansonsten habe ich mit den Hunden bereits gut angefreundet. Foxy liegt sogar schon gerne mal auf meinem Schoß. Einen eigenen kleinen Jeap habe ich auch. Der würde zwar in Deutschland nie und nimmer durch den TÜV kommen, ist hier aber noch 1A in Schuss! Den werde ich brauchen, um dann nach Chilonga zu fahren. Ich war auch bereits mal alleine in der Stadt zum Tanken und lokale Kost zu essen. Es gibt eigentlich nur ein richtiges Gericht. Nyshima (ein dicker Hirsebrei, etwa wie dicker Grießbrei, nur dass er so gut wie geschmacklos ist), welcher dann mit verschiedenen Beilagen wie Hühnchen (so der Standard), Schweinefleisch, Rindfleisch oder Gemüse mit den Händen gegessen wird. Man fällt als Weißer aber wirklich unglaublich auf und steht eigentlich 24h unter Beobachtung. In dem kleinen Restaurant in dem ich gegessen hatte waren noch ein paar Jungs, die Billard spielten. Die Frau die den Laden betreibt versuchte auch gleich mich anzugraben. Da muss man schon echt aufpassen. Auch, dass einem nicht irgendwelche Beziehungen angehängt werden. Man ist für viele Menschen hier einfach immer der reiche Mann, was natürlich wenn man den Lebenstandard von vielen hier sieht auch durchaus berechtigt ist. Solange man aber Nachts nicht mehr alleine auf der Straße unterwegs ist, kann einem aber eigentlich nichts passieren. Ich war auch bereits mit Lutz an einem Abend in einer Kneipe. Hier trifft man dann viele Leute und kommt auch leicht ins Gespräch. Viele Menschen hier sind wirklich sehr freundlich, aufgeschlossen und interessiert. Mir gefällt es also bisher wirklich sehr gut hier. Auch wenn es mit Sciherheit die bisher größte Herausvorderrung meines Lebens sein wird, hier zurecht zu kommen. Aber dessen bin ich mir auch bewusst und sehe wirklich sehr positiv in die Zukunft. Ich bin mal gespannt, wie alles so weitergeht. Die Neuigkeiten erfahrt Ihr dann natürlich ebenfalls hier, auch wenn ich vermutlich nicht mehr so regelmäßig was schreiben kann wie zuvor in Schottland und Singapur. Warten wir es einfach mal ab.
So und zu guter letzt noch die versprochenen Bilder mit ersten Eindrücken aus Sambia! Macht’s gut und euch allen auch eine schöne gute Zeit im Rekordsommer Deutschlands!
Lange ist es her und ich weiß, dass manche schon sehr auf diesen Eintrag warten. Hier ist sie also, meine erste Nachricht aus Mpika/Sambia. Es hat nach meiner Ankunft ein ganz schönes Stück gedauert, bis ich mich mal wieder melden konnte, aber besser spät als nie wie man so schön sagt. ;) Erst mal noch an alle die es nicht wissen: Die Diplomarbeit habe ich gut über die Bühne gebracht, Schottland war eine verdammt schöne Zeit (siehe auch vorherige Einträge :) ), mein Diplom habe ich in der Tasche und somit stand vor meiner Abreise dem Freiwilligendienst nichts mehr im Wege. Nun bin ich schon fast eine Woche hier und man, was für ereignisreiche erste Tage, aber fangen wir doch mal ganz von vorne an:
Wir schreiben das Jahr 2009 und befinden uns im 8. Monat der Jahreszählung. An Tag 15 um 22:35 macht sich ein arbeitsloser Diplommathematiker (FH) aus dem Süddeutschen Raum vom hessischen Luftraumbahnhof Frankfurt/Main auf, für ein Jahr einen Freiwilligendienst in Sambia (Südhalbkugel/Afrika) zu absolvieren. Der Abschied von Freunden und Verwandten zuvor und vor allem von der Freundin (Tanja ;) ) am Flughafen fiel alles andere als leicht, aber so hat er es gewollt. Begleitet haben Ihn noch zwei andere Freiwille, Susanne und Franziska, die über die gleiche Organisation sich ins goße Unbekannte aufmachten, aber in anderen Projekten tätig sind. So, genug rumgesponnen, ich geh mal wieder in die Ich-Form über. :)
Der Flug war über South African Airways gebucht und sollte mit einem Zwischenstopp in Johannesburg weiter nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, gehen. Also einmal über Sambia drüber und dann nochmal 2h zurück. War aber der günstigste Flug, also nimmt man das eben in Kauf. ;) Am Flughafen dann die erste Überraschung: Der Flug nach Johannesburg geht mit der Lufthansa. South African Airways ist nämlich eine Tochter der Lufthansa, weshalb dies keine ungwöhnliche Aktion war. Jedenfalls hätte ich es mir im Traum nie gedacht, einmal mit der Lufthansa zu fliegen. Sonst sind die ja preislich oft am oberen Ende angesiedelt. An Board dann das perfekte Deutschland in der Luft. Deutscher Pilot, Deutsche Flugbegleiterinnen- und Flugbegleiter, der kleine Bauer als Nachtisch und über den Bildschirm flackert die Warsteinerwerbung, natürlich auch auf Deutsch. Nur mein Platz, eingeengt zwischen einer Holländerin und einer Südafrikanerin, war mäßig, aber zumutbar. Zum Essen gabs dann nen schönen Weißwein, man will ja schließlich bei 10h Flug über Nacht auch ein wenig die Äuglein schließen, da kann ein Betthupferl gar nicht schaden. Während dem Essen liefen die Flugbegleiterinnen- und Flugbegleiter sogar noch mit den Weinflaschen durch und boten einen Aufguss an. Zugeschlagen! ;) Jedenfalls war das alles nach meinen letzten Ryanair Flügen mal wieder eine wahre Wonne. So muss Fliegen eben sein. Der Flug selbst verlief ebenfalls problemlos. Mit den großen Fliegern ist es irgendwie immer am angenehmsten. Lediglich über dem Kongo gab es ein paar stärkere Turbulenzen, die uns zum Anlegen des Sicherheitsgurtes zwangen. Schlaf habe ich jedoch trotz Wein eher wenig abbekommen. An einem Punkt hatte ich es endlich geschafft einzuschlafen, da riss mich wenig später die Südafrikanerin freundlich aber bestimmt aus dem Ruhezustand, um die Toiletten aufsuchen zu können. Danach konnte ich dann nicht mehr schlafen. Naja, so ist das eben.
Der Umstieg in Johannesburg verlief problemlos und dieses Mal saßen wir drei zusammen in einer Reihe im Flieger nach Lusaka. Spätestens jetzt fing nun das Bauchkribbeln an. Die Zeit verging schneller als gedacht und schon befanden wir uns wieder im (etwas turbulenten) Landeanflug. Von oben bekam man noch einen Eindruck, wie riesig Lusaka eigentlich ist. Immerhin leben hier fast ein drittel aller Sambier. Abgesehen von den paar Vorzeigegebäuden im Stadtkern, besteht die Stadt aber aus vielen Wellblechhütten. Wie in vielen Ländern mit einer großen, ärmeren Bevölkerungsschicht, pilgern eben auch viele Sambier aus dem ganzen Land von ihren Dörfern in die Hauptstadt in der Hoffnung, hier mehr Geld zu verdienen. Dies gelingt aber natürlich leider nur den wenigsten.
Nach unserer Ankunft mussten wir uns erst einmal in die Schlange bei der Immigration einreihen. Nach einigen Minuten des Wartens durften wir dann an einen anderen Schalter wechseln, welcher eigentlich für “VIP’s und Diplomaten“ reserviert war. Hört, hört! Die Einreise ging überraschend schnell über die Bühne. Nicht einmal eine Bestätigung der zwingend notwendigen Gelbfieberimpfung wollten sie sehen. Zu unser aller Erleichterung hat es auch unser Gepäck bis nach Lusaka geschafft. Am Ausgang dann erwartete uns bereits Lutz mit einem Zettel in der Hand. Lutz hatte ebenfalls 1998 einen Freiwilligendienst für ein Jahr absolviert. Sogar bei der gleichen Stelle wie ich jetzt. Danach hat er noch für ein Jahr in einem Nationalpark gearbeitet und ist dann nach Deutschland zurückgekehrt. Seit 2003 ist er nun wieder in Sambia, hat sich in Mpika als Computerfachmann (aufbauen von Internetverbindungen, etc pp) selbstständig gemacht und ist mit einer Sambierin verheiratet. Er betreut unter anderem die Diözese von Mpika, bei der ich tätig sein werde, in Sachen Internet/Computer/Netzwerk.
Der weiter Plan sah nun wie folgt aus: Statt wie zuerst gedacht nur eine Nacht in Lusaka zu verbringen um dann am nächsten Tag nach Mpika zu fahren, blieben wir zwei, um alle organisatorischen Dinge zu erldigen und Lutz musste noch ein paar Sachen besorgen. Zuerst einmal machten wir uns auf den Weg in unser Gästehaus. Wir waren in der Gossner Mission untergebracht, was früher wohl ein Gelände der katholischen Kirche war. Heute werden die Gebäude als Gästehäuser vermietet. Auf dem Weg tauchten wir schon in eine komplett andere Welt ein. Straßen, Autos, die Menschen, einfach alles ist komplett anderes. Links und rechts der unbefestigten Straße laufen Fußgänger und fahren Radfahrer. Hin und wieder findet sich ein kleiner Obst und Gemüsestand am Straßenrand und an roten Ampeln laufen Händler zwischen den Autos umher und verkaufen Obst, Gemüse, Zeitungen, Aufladekarten fürs Handy, Gürtel, Rolexuhren (natürlich alle Original! ;) ), Hosen, Schraubenschlüssel, Sonnenbrillen, Klobürsten und und und. Ist eine Ampel zu lange Rot wird einfach der Warnblinker reingehauen um zu signalisieren „die Ampel funktioniert nicht mehr“ und es wird losgebrettert. Zebrastreifen sind natürlich auch hier, wie so ziemlich überall außerhalb Deutschlands, reine Straßenmalkunst. Die Straßen sind meist geteert, jedoch gibt es auch einige Sandpisten gespickt mit Schlaglöchern. Als wir an der Unterkunft ankamen luden wir schnell das Gepäck ab und es ging gleich weiter an das andere Ende der Stadt zu Josef, einem Kunden von Lutz der Ihn für ein paar Wartungsarbeiten herbeordert hatte. Josef ist Deutscher, lebt nun bereits seit über 30 Jahren in Sambia und betreibt einen eigenen, großen Schlachthof mit ca. 150 Angestellten. Eigentlich ist er gar kein Metzger, jedoch hatten er während eines Freiwilligendienstes in Südamerika mit ein paar anderen das Schlachten angefangen, da sie mit der Zeit Lust auf eine deutsche Wurst bekamen. Aus Lateinamerika wurde dann Sambia und aus privater Schlachterei wurde eine Großmetzgerei mit Kunden in ganz Sambia und sogar im Kongo. Er zeigte uns noch seinen Schlachthof, inkl. vor einem Tag geschlachterter Kühe. Seine Ware würde man glaube ich in vielen Metzgereien Deutschlands nicht mehr zu dieser Qualität bekommen, da hier alles noch reine Handarbeit und ohne Chemie ist. Zum Abschied schenkte er uns noch ein paar Bierstengel zum „dran lutschen“ :) Die waren echt saugut! Vor der langen Fahrt nach Mpika empfahl uns Lutz, mit einheimischen Essen hier in Lusaka noch etwas vorsichtig zu sein, um nicht mit 2h mehr im Gepäck und einer großen Rolle Toilettenpapier die Reise antreten zu müssen. Man weiß ja nie, wie es jeder so verträgt. So holten wir uns auf dem Heimweg noch jeder eine Pizza (die jedoch komplett anders aussah und schmeckte als jede andere Pizza die ich bisher as), nach der sich vor allem Lutz schon sehr sehnte ;) (der einzige Pizzastand in Sambia befindet sich in Lusaka) und ein paar Bier, um den Abend auf der Veranda vor unserer Unterkunft ausklingen zu lassen. Nachts soll man schließlich nicht mehr in Lusaka unterwegs sein, da die Kriminalitätsrate doch beträchtlich ist. Das Tehermometer sank nach dem Sonnuntergang beachtlich auf unter 10°. Es ist ja schließlich noch das Ende des Winters. Es regnet zwar eigentlich nie (ich hatte bis jetzt nur klaren Himmel), dafür wird es tierisch kalt in der Nacht. Lange Hose und Jacke waren bzw. sind also Pflicht! Ganz Sambia befindet sich oberhalb von 1000m und es geht eigentlich immer ein Lüftchen. In Lusaka befanden wir uns auf stolzen 1300m. In Mpika, von wo aus ich gerade schreibe, sind es schon ganze 1800m. Zum Thema Bier sei noch erwähnt, dass Sambia was den pro Kopf Konsum von Bier anbelangt in der Welklasse mitspielt. Ein Bierchen am Abend ist daher eine der Standardbeschäftigungen von Sambiern. Sozusagen also ein standesgemäßer Abschluss des Tages.
Tags darauf tastete ich mich etappenweise am frühen Morgen in die eiskalte Dusche vor. Aufgrund der ohnehin kühlen Temperaturen eine echt Überwindung, aber wenigstens war ich danach top fit! Um 07:45 machten wir uns auf den Weg zur Verwaltung der gesamten katholischen Kirche in Sambia, welche auch zuständig für die Beantragung meiner Arbeitsgenehmigung war. Der Kollege, der hierfür zuständig ist, hatte Lutz in all den Jahren noch nie zu Gesicht bekommen, da er anscheinend ständig außer Haus zu sein scheint. Immerhin wäre es auch sein Job, mit mir dann zur Einwanderungsbehörde zu gehen um die Genehmigung abzuholen. Wir hatten Glück und trafen ihn in der Verwaltung sogar an. Nach gemächlichem durchstöbern der Akten kam heraus, dass meine Arbeitserlaubnis schon durch sei und abgeholt werden kann. Die Frage, ob er mich dorthin begleiten würde, wich er allerdings gekonnt aus. So mussten wir also auch dies wieder alleine in die Hand nehmen. Bevor die Einwanderungsbehörde Ihre Pforte öffnete, erledigten wir noch ein paar Einkäufe von Lutz. Bei der Behörde später lief dann alles problemlos. Der Sachbearbeiter durchwühlte seinen Schrank, welcher vollgestopft mit Schnellheftern aus Karton war und fand ein zerflettertes Exemplar mit meinem Namen darauf. Ein Stempel hier, eine Kopie da, eine Unterschrift dort und nach einem Wechsel zu einem anderen Sachbearbeiter, welcher mir dann noch einen neuen Stempel in den deutschen Pass drückte, war es dann geeschafft und ich kann nun ganz offiziell als Freiwilliger loslegen. Der Nachmittag war weiteren Besorgungen von Lutz gewidtmet. Währendessen versuchten wir, eine Sim-Karte für unsere Handys aufzutreiben, was wirklich leichter gesagt als getan ist. Die ersten 5 Läden die wir ansteuerten hatten keine mehr. Alle vergriffen. Schließlich fand ich noch eine an einem kleinen Straßenstand (die letzte), während Susanne und Franziska Ihr Glück an einer Tankstelle versuchten, die sich wenige Meter weiter befand. Kurzerhand wurde ich mal wieder an der Straße um 30cent beschissen. Naja, so ist das halt wenn man sich noch nicht auskennt. Nachdem dann alle Besorgungen abgeschlossen waren, kauften wir uns im Supermarkt noch das Abendessen, welches wir heute selber kochen wollten. Maccaroni mit Tomatensoße. ;) Zuvor besuchten wir aber noch „kurz“ Günter und Katja, zwei Deutsche die ebenfalls in Lusaka leben. Günter hatte gemeinsam mit Lutz 1998 einen Freiwilligendienst bei der Diözese von Mpika gemacht und arbeitet nun weiterhin in verschiedenen anderen Projekten in Sambia mit. Seine Frau, Katja, ist beim DED (Deutscher Entwicklungsdienst) tätig und betreut dort unter anderem die Freiwilligen des DED in Sambia. Jedenfalls wurde aus kurz schließlich lang und wir kamen gegen 21:00 wieder in unserer Unterkunft an, wo wir erst kochten und dann noch ein paar Bierchen tranken. In Sambia hat übrigens so ziemlich jeder einen Hund und natürlich keinen Mops ;). Auf dem Gelände des Gästehuses laufen gleich drei bis vier frei herum, die sch permanent mit anderen Hunden zofften. Günter und Katja haben ebenfalls einen. Eine ganz schöne Umstellung wenn man, so wie ich, vor Hunden eigentlich ziemlichen Respekt hat. Ich kann es eben immer schlecht einschätzen wenn einer auf mich zurennt, ob er sich jetzt freut oder mich attackieren will. So geschehen bei Günter und Katjas Hund. Der hatte sich aber glücklicherweise nur gefreut. Einer der Hunde bei der Diözese in Mpika, Captain, hatte dem letzten Freiwilligen nach einem halben Tag in die Brust gebissen. Er ist jetzt zum Glück aber angekettet und auch bei allen als abslouter Psychohund verschrien. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass er einfach so die Wand anbellt.... :)
Tagsdarauf stand nun also die große Fahrt durch den Busch nach Mpika an. Das ganze dauert, wenn alles glatt läuft, 8h Stunden und sollte aufgrund der vielen Schlaglöcher unbedingt bei Tageslicht stattfinden. Deshalb war die Abfahrt auf 06:30 angesetzt, da wir zuvor nochmals bei Josef vorbei mussten, um dann noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit in Mpika anzukommen. Die kalte Dusche war noch immer keine Gewohnheit, aber da musste man eben durch. Nachdem wir nochmals bei Josef waren, Lutz noch ein paar Einstellungen am Computer machte und wir währenddessen den ganzen Arbeitstrubel mitbekamen, machten wir uns also auf den Weg. Kaum hatten wir die Stadt verlassen, sah man am Straßenrand jede Menge kleinerer Dörfer, in denen viele Menschen noch in Lehm- und Strohhütten leben. Man sah Leute, die aus den Brunnen Wasser pumpten oder Frauen, die teilweise ganze Stapel von schweren Ästen auf Ihren Köpfen umhertrugen. Am Horizont stiegen immer wieder Rauchwolken von Buschbränden auf und in größeren Siedlung verkaufte ein kleiner Stand am anderen lokales Obst oder Gemüse am Straßenrand. Zu Beginn der Reise waren Tomaten der Hit, gefolgt von Honig bis zu Speiße- und Süßkartoffeln kurz vor Mpika. Ich kam oftmals aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Das war wirklich eine ganz andere Welt, in die wir da fuhren. Hin und wieder begegneten wir einem Unfall oder ein Fahrzeug hatte eine Panne. Um die Gefahr anzuzeigen, liegen einige Meter vor und nach der Stelle jede Menge Äste und Zweige auf der Straße, sozusagen als Warndreieck. Nach 2/3 des Weges hörte dann die gut befestigte Straße auf und es ging auf einer grobasphaltierten Straße mit einigen sehr tiefen Schlaglöchern weiter. Neben der Straße liefen permanent Menschen, die zum Teil wieder halbe Bäume umherschleppten. Nach 8h und dem passieren der letzten Polizeisperre kamen wir dann endlich in Mpika an. Dort fuhren wir zuerst einmal auf das Gelände der Diözese, wo nun auch mein Zuhause sein wird. Dort gibt es neben dem Haus in dem ich jetzt wohne noch eine ganze Menge anderer für die ganzen Menschen, die dort arbeiten und auch für die ganzen Geistlichen, u.a. dem Bischof. Die Angestellten arbeiten entweder in der Werkstätte (KFZ-Werkstatt, Schreinerei, Bauarbeiten oder Elektroinstallationen [dort werde auch ich sein]), den Stallungen (hier werden unter anderem Esel zum Lastentragen trainiert, die dann in den abgelegenen Dörfern eingesetzt werden sollen) oder in der Verwaltung. All diese Einrichtungen befinden sich ebenfalls auf dem Gelände. Nach einer kurzen Erkundung meines neuen Reiches und ersten Beschnupperungen der Hunde (Bella, Foxy, Captain und Kosha) die hier frei rumlaufen, außer unser Psycho Captain natürlich, ging es weiter zum „Village of hope“, einem Waisenhaus für AIDS-Waisen in Mpika, wo Susanne Ihren Frewilligendienst absolvieren wird. Anschließend haben wir noch Franziska zu den Schwestern gebracht, mit denen Sie dann in ein kleines Dorf weiter in den Norden gefahren ist, wo sie die dortigen Kinder und Jugendlichen betreut. Den restlichen Abend habe ich dann noch ein wenig mit Lutz verbracht, welcher gelichzeitig mein Nachbar ist und mich in meinem Zimmer ein wenig eingerichtet.
Am nächsten Tag wurde ich erst einmal allen Arbeitern in der Werkstätte vorgestellt. Echt ein lustiger Haufen und alle waren sehr freundlich. Darunter auch Nyoka, der hier der Hauptverantwortliche für die Elektroinstallationen ist und mit dem ich viel zusammenarbeiten werde. Danach fuhr ich gemeinsam mit Lutz noch die gesamte Stadt ab, damit ich mich ein wenig orientieren kann. Mpika hat mit allen umliegenden Gebieten ca. 20 000 Einwohner. Die Stadt ist in den letzten 5 Jahren fast explosionsartig gewachsen. Damals gab es in ganz Mpika noch ungefär 10 Autos. Heute sind es enige mehr, wenn auch noch immer die wenigsten ein Auto besitzen. Trotz der Größe kam mir Mpika beim Erkunden eher wie ein sehr großes Dorf vor, da viele Menschen in kleinen Häusern oder Hütten wohnen. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, wie alles hier aussieht. Vielleicht gelingt es mir ja, über die nächsten Wochen ein paar Bilder zu schießen. Dann läßt sich das alles bestimmt ein wenig besser nachvollziehen.
Eine meiner ersten Aufgaben hier in Sambia wird sein, gemeinsam mit Nyoka und anderen Arbeitern in ein Dorf zu fahren, um dort Solaranlagen zu installieren. Da diese Woche jedoch schon so gut wie vorbei war und Nyoka zu Beginn der kommenden Woche für ein paar Tage nach Lusaka fahren muss, ist dies im Anschluss, also so Mitte nächster Woche, geplant. Stattdessen habe ich mich gestern (20.08.) gemeinsam mit Lutz in den nahegelegenen North Luangwa Nationalpark aufgemacht. Dort, wo man also Safari machen kann und mit etwas Glück all die Löwen, Elefanten, Zebras, Büffel, Giraffen, etc. zu Gesicht bekommt, was man sonst ja nur aus dem Fernsehen kennt. Bevor jetzt aber falsche Schlüsse entstehen: Es ging nicht um Freizeit sondern um Arbeit. :) Es gibt ein Programm zur Überwachung und Kontrolle von Wilderei im Nationalpark, das Lutz mit aufgebaut hat und betreut. Dort sind einige Daten verlorengegangen, die nun in London wiederhergestellt wurden. Diese sollten wieder eingespeißt werden, damit das Programm wieder richtig funktioniert. Geplant war noch eine Übernachtung im Park im Lager der Ranger zu verbringen. Um ersteinmal zum Park zu gelangen ging es erst einmal 2h über Sandstraßen durch den Busch. Die Straße ist noch relativ neu, jedoch mit einem Geländewagen (Lutz besitzt einen von der Bundeswehr ausrangierten Iltis, der wieder restauriert wurde) gut befahrbar. Das ganze lief auch problemlos ab, bis wir ca. ¾ der Strecke hinter uns hatten. Die Plattgewalzte Sandstraße wurde ersetzt durch eine ungewalzte Sandstrecke. Selbst Lutz hatte eine Straße in so einem Zustand noch nie gesehen und das ganze wurde, um es mit Lutz seinen Worten zu beschreiben, „barbarisch“. Der Iltis ist, wie auf den Bildern zu sehen, ein Geländewagen ohne Dach und Seitenwände. Dementsprechend großzügig wurden wir mit feinem, roten Sand einbalsamiert. Wir konnten echt froh sein, dass wir nicht ncoh stecken geblieben sind! Von Kopf bis Fuß mit rotem Sand überhäuft kamen wir schließlich am Tor des Nationalparks an. Ich hatte natürlich, gewohnterweise, auch noch meine Kontaktlinsen drin, welche mir aber trotz allem relativ wenig Probleme bereiteten. Kaum vorzustellen, wenn man sich mal die Bilder anschaut. Ein Wunder auch, dass die Kamera noch funktioniert! Die Sicherheitsmänner am Tor mussten sich das Lachen bestimmt auch gut verkneifen. An dieser Stelle fängt es aber nun an kompliziert zu werden. Als Tourist muss man natürlich ein Eintrittsgeld für jeden Tag, den man im Nationalpark verbringt, entrichten. Wir sind aber natürlich keine Touristen, sondern gehen rein um zu arbeiten. Die Sicherheitsmänner kannten Lutz auch bereits. Immerhin kommt er bereits zum 8. Mal zu den gleichen Leuten in den Park und es waren die gleichen Wachmänner wie jedes Mal. Nach langem Warten verweigerte uns der Wächter die Einfahrt ohne zu bezahlen, da er uns nicht trauen kann, dass wir wirklch was zu tun hätten. Und das, obwohl er Kontakt mit den Leuten im Park hatte und er, wie bereits erwähnt, Lutz kannte. Nach ein paar Diskussionsrunden war er noch immer uneinsichtig und wir machten wieder kehrt. Schließlich kamen wir um den Leuten im Park einen Gefallen zu tun. Das weiß eigentlich auch er. Also ging es gleich noch einmal durch die Sandpiste. Danach sahen wir echt aus wie zwei so Deppen und mussten in dem Zustand auch noch durch zwei Dörfer und halb Mpika fahren. Mit einem Auto, dass bis auf die Windschutzscheibe komplet offen ist. Man wird als Weißer ja ohnehin schon ganz genau beäugt, aber dieses Mal verfolgten uns die Blicke noch mehr. Einmal ernteten wir von einem Mann der uns wiedererkannte ein: „Ah, the dusty boys!“ (Ah, die staubigen Jungs!) oder der Wächter am Eingang zum Gelände der Diözese lief, wie wir tags darauf erfuhren, verwundert zu seinen Kumpels: „Keine Ahnung warum die beiden schon wieder zurück sind, aber sie haben sich irgendwie komisch bemalen lassen.“ Eine Dusche allein hat im Anschluss gar nicht erst gereicht, um das alles wieder runter zu bekommen. Am Auto selbst war der Luftfilter verstopft und der Blinker verklebt.Und das alles für eigentlich nichts. Schade. Die Leute vom Park schrieben am selben Tag Lutz noch eine E-Mail, in der sie sich für alles entschuldigten. Sie haben also bemerkt, dass sie nen Fehler gemacht hatten. Vermutlich werden Sie jetzt die ganze Anlage nach Mpika bringen. Wir werden sehen.
Ansonsten habe ich bereits schon die erste Elektroinstallation in luftiger Höhe (ca. 10m) erfolgreich abgeschlossen. Mal sehen, was die Tage noch so ansteht. Jetzt ist ja erstmal Wochenende. Ich werde die Tage auf jeden Fall ncoh am Krankenhaus in Chilonga (ein etwas größeres Dorf ca. 25km von Mpika entfernt) eingeführt, wo ich als Elektriker/Hausmeister vorgesehen bin und die meiste Zeit des Jahres mitarbeiten werde. Bevor ich dort aber richtig durchstarte, stehen noch wie bereits erwähnt die Solaranlagen auf dem Plan. Ansonsten habe ich mit den Hunden bereits gut angefreundet. Foxy liegt sogar schon gerne mal auf meinem Schoß. Einen eigenen kleinen Jeap habe ich auch. Der würde zwar in Deutschland nie und nimmer durch den TÜV kommen, ist hier aber noch 1A in Schuss! Den werde ich brauchen, um dann nach Chilonga zu fahren. Ich war auch bereits mal alleine in der Stadt zum Tanken und lokale Kost zu essen. Es gibt eigentlich nur ein richtiges Gericht. Nyshima (ein dicker Hirsebrei, etwa wie dicker Grießbrei, nur dass er so gut wie geschmacklos ist), welcher dann mit verschiedenen Beilagen wie Hühnchen (so der Standard), Schweinefleisch, Rindfleisch oder Gemüse mit den Händen gegessen wird. Man fällt als Weißer aber wirklich unglaublich auf und steht eigentlich 24h unter Beobachtung. In dem kleinen Restaurant in dem ich gegessen hatte waren noch ein paar Jungs, die Billard spielten. Die Frau die den Laden betreibt versuchte auch gleich mich anzugraben. Da muss man schon echt aufpassen. Auch, dass einem nicht irgendwelche Beziehungen angehängt werden. Man ist für viele Menschen hier einfach immer der reiche Mann, was natürlich wenn man den Lebenstandard von vielen hier sieht auch durchaus berechtigt ist. Solange man aber Nachts nicht mehr alleine auf der Straße unterwegs ist, kann einem aber eigentlich nichts passieren. Ich war auch bereits mit Lutz an einem Abend in einer Kneipe. Hier trifft man dann viele Leute und kommt auch leicht ins Gespräch. Viele Menschen hier sind wirklich sehr freundlich, aufgeschlossen und interessiert. Mir gefällt es also bisher wirklich sehr gut hier. Auch wenn es mit Sciherheit die bisher größte Herausvorderrung meines Lebens sein wird, hier zurecht zu kommen. Aber dessen bin ich mir auch bewusst und sehe wirklich sehr positiv in die Zukunft. Ich bin mal gespannt, wie alles so weitergeht. Die Neuigkeiten erfahrt Ihr dann natürlich ebenfalls hier, auch wenn ich vermutlich nicht mehr so regelmäßig was schreiben kann wie zuvor in Schottland und Singapur. Warten wir es einfach mal ab.
So und zu guter letzt noch die versprochenen Bilder mit ersten Eindrücken aus Sambia! Macht’s gut und euch allen auch eine schöne gute Zeit im Rekordsommer Deutschlands!
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| Die erste Woche in Sambia |
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