Meine momentan reguläre Arbeitswoche besteht aus arbeiten im Büro der Diözese um das Programm für das Lager der Werkstätten fertigzustellen, sowie einen Tag am Krankenhaus in Chilonga zu verbringen. So auch in der vergangenen Woche. Das Programm machte abermals einige Fortschritte und am Krankenhaus dreht sich noch immer alles um das Thema Wasser. Dieses Mal ging es vor allem darum, das große Reservoir, von welchem im Notfall Wasser in alle Wassertanks gepumpt werden kann, zu inspizieren. Nebenher bauten wir noch einen Zaun, der den Müllverbrennungsbereich von den Krankenhausgebäuden trennt. Eine schweistreibende aber überaus spaßig Arbeit. :)
Am Wochenende sollte dann Waldemar, der polnische Priester, der die Außenstelle in Nabwalya leitet und seit fast 20 Jahren in Sambia lebt, von der Brücke am Mutinondo (ein Fluß kurz nach dem Abstieg ins Luangwatal) abgeholt werden. Um uns bis dorthin entgegen zu kommen hatte er einen 60km langen Fußmarsch zurückzulegen. Nabwalya ist der Ort im Luangwatal, den ich gemeinsam mit meinem Mitbewohner Andreas schon zu Silvester unter tatkräftigem Autoschiebe-Einsatz einen Besuch abstattete. Am Samstag morgen um acht Uhr machte ich mich gemeinsam mit Lutz im Geländewagen auf, eine Strecke zurückzulegen, die während dieser Jahreszeit mit all dem Regen eigentlich kaum noch zurückzulegen ist. Vor allem der Teil unten im Tal bis Nabwalya ist alljährlich während dieser Zeit nicht mehr passierbar. Daher musste uns Waldemar auch entgegenlaufen. Der Grund für seine beschwerliche Reise nach Mpika sind einige Meetings anlässlich dem Ende des Finanzjahres, wie man das eben auch von Europa her kennt. :)
Da es auch noch unklar war, wann Waldemar an diesem Tag eintrudeln wird, sorgten wir mit einer Kühlbox, die zugehörigen kalten Getränke, sowie einer kleinen Feuerstelle (die traditionelle Herdplatte) und etwas Fleisch zum grillen schonmal vor, um bei einer längeren Wartezeit nicht auf dumme Gedanken zu kommen. :) Auf der Fahrt bis zum Ende der Hochebene und hinunter ins Tal wurden wir dann ordentlich durchgeschüttelt und Fahrer Lutz musste ein paar kleinere, knifflige Situationen bewältigen. Meine Fingerfärtigkeiten als Autoschieber wurden jedoch nicht beansprucht und die Reifen trotzten ebenfalls allen Strapazen. Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie sich die Landschaft und Straßenverhältnisse hier innerhalbt kurzer Zeit ändern können, wie soeben wieder mal am Beispiel von 2 ½ Monaten selbst erlebt. Nach unserer Ankunft an der Brücke über den Mutinondo berichtete uns Waldemar noch davon, dass die “Strecke” bis nach Nabwalya teilweise komplett weggespült wurde und selbst nach der Regenzeit vorerst nicht mehr passierbar ist. Bereits einige hundert Meter vor unserem Ziel, der Brücke, mussten auch wir das Auto stehen lassen und ihn zu Fuß abholen, da das abfließende Wasser bis zu einem halben Meter tiefe Rillen aus der Strecke gewaschen hat. Bei unserer Ankunft gegen elf Uhr wartete er dann sogar bereits auf uns, sodass wir unser geplantes warte-grillen auf ein gemeinsames wiedersehen-grillen am Abend verschoben. Die mitgebrachten Getränke überlebten die Heimfahrt dennoch nicht, sondern mussten zum Anstoßen auf seinen 60km langen Fußmarsch in 1 ½ Tagen herhalten. :)
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| 20.03.2010 Waldemar im Luangwatal abholen |
Hier noch ein Bildchen, auf dem man sehen kann, was die Regenzeit hier mit den Straßen alles anstellen kann. Das Bild zeigt die Strecke zwischen Maamba und Batoka in der Südprovinz am 18.03.2010. (copyright by Post Zambia; taken from http://www.postzambia.com/post-read_article.php?articleId=7156&highlight=southern%20province%20road)



2 Kommentare:
Na, das war mal wieder eine ereignisreiche Woche. Brutal, wie sich die Landschaft in Kürze verändern kann. Aber die Bilder sind trotzdem super geworden. Wir haben auch viel Sonne, der Schnee ist zu 99 % weg und wir genießen jetzt endlich den Frühling. Alles Gute: Armin, Moni, Theresia, Irene
Hey, super Bilder. Frag mal den Priester, ob er das nächste Mal bei unserer Tour mitgehen will...die Kondition hat er ja ;)
Hier ist nun auch Bald Ostern und das Wetter wird echt besser.
Also ein frohes Eier suchen
Holger
PS.: Heut Abend gibts Talisker *bäh*
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