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Samstag, 31. Oktober 2009

Im Zeichen der Raupe

Diese Woche war es also endlich soweit. Nach langem warten gibt es nun für ungefähr 1½ Monate Raupen zu essen. Eine Sambische Delikatesse und ein lukratives Geschäft, da jeder der will nur in den Busch zu gehen braucht um von den Bäumen die Raupen einzusammeln. Dementsprechend sieht man gerade auf der Straße und dem Markt neben der üblichen Dauerbrenner Erdnüsse und Bananen, die es an jeder Ecke gibt, nun Eimerweise Raupen zum Verkauf. Ich selbst habe natürlich bereits diese Woche schon ausgiebig gekostet (3 Mal) und man kann erkennen, dass sie auch mir unwahrscheinlich munden. :) Die Raupen werden kurz angebraten, sodass sie außen schön knusprig sind. Beim Essen kommt es einem die ersten beiden Bissen so vor, als würde man Chips essen, danach kommt man allerdings ziemlich ins kauen, vergleichbar mit der Konsistenz eines etwas härterem Gummibärchen. Der Geschmack ist auch einzigartig. Kann ich irgendwie mit gar nichts vergleichen, was ich bisher gegessen habe. Vermutlich ein weiterer Grund dafür, warum diese Speise hier so beliebt ist. Außerdem sollen sie sehr nahrhaft sein. Momentan gibt es noch die „Anfängerraupen“, weil Sie noch sehr klein sind. Jedoch erhält man schon bald größere mit Stacheln, die noch besser sein sollen. In ca. 1½ Monaten verwandeln sich dann die Überlebenden in Schmetterlinge und jeder freut sich wieder aufs nächste Jahr, auch wenn man sie wohl an ein paar Orten über das ganze Jahr erhalten soll. Manche fangen einfach so viel, damit sie sie dann noch weiter verkaufen können, allerdings natürlich zu höheren Preisen. Allgemein komme ich hier kulinarisch echt auf meine Kosten. Das sambische Essen schmeckt mir in all seinen Variationen sehr gut. Ich habe wirklich noch nichts gegessen, was mir nicht geschmeckt hat und auch die Standardgrundlage der Spiesen, Nyshima, könnte ich jeden Tag rund um die Uhr essen.

Neben dem kulinarischem Höhepunkt habe ich aber natürlich auch das Arbeiten nicht vergessen, wenn auch am Montag schon wieder der Sprit ausging. Am Mittwoch gab es dann für einen Tag wieder Diesel, der am Donnerstag aber schon wieder verbraucht war und die damit begonnene Durststrecke hält noch immer an. Gott sei Dank habe auch ich am Mittwoch ein paar Tropfen erhaschen können, sodass ich nach wie vor in Chilonga am werkeln bin. Diese Woche stand fast ausnahmslos die Renovierung der Geburts- und Neugeborenenstation an, was vor allem streichen, streichen und nochmals streichen mit sich bringt. Das ganze jedoch wieder einmal mit mangelnder Ausrüstung, da es nämlich weder Streichwanne oder Sieb gibt, den man in den Eimer reinstellt um die Rolle ein wenig von überflüssiger Farbe zu befreien, noch Malerkrep zum Abkleben der Türen, Schalter, etc. Dementsprechend tropfend und spritzend ging es zur Sache, auch wenn man sich noch so bemühte. Besonders fatal ist dies an den Wänden, welche mit Lackfarbe gestrichen werden und wenn man sich vermalt jedes Mal einen Lappen mit Verdünnung zur Seite ziehen muss. Hier schwang vor allem mein Kollege Martin enthusiastisch den Roller, der jeden Ratschlag vielleicht etwas weniger Farbe zu nehmen, wenn es auch schwer ist, gekonnt auswich. Naja, nächste Woche soll ich mal ein paar Wände bemalen und er schwingt den Pinsel für die Ecken und Ränder, wie ich bisher. Vielleicht kann ich ihn ja nonverbal durch Taten von einer anderen Taktik überzeugen. :) Aber abgesehen von dem beißenden Geruch der Lackfarbe macht die Arbeit mit Ihm gemeinsam echt Spaß. Man hat ja beim streichen auch immer sehr viel Zeit, sich über alles möglich zu unterhalten. Und da er bis vor knapp einer Woche für 10 Tage frei hatte, hat er ja auch ein paar Dinge zu erzählen.

So, nach meinem letzten Megaeintrag lasse ich es für heute dann auch mal wieder gut sein und euch stattdessen auf die Essensbilder los, welche ihr bestimmt schon sehnsüchtigst erwartet. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und alle kulinarischen Bilder in ein eigenes Album zusammengetragen, da hier bestimmt noch ein paar mehr hinzukommen. Außerdem habe ich wieder einmal das Album von Chilonga ein klein wenig erweitert.

Bis zum nächsten Mal! mir geht’s sowit wirklich spitze, ich hoffe euch auch. Schaut, dass das so bleibt. :)

Essen und Trinken in Sambia


Chilonga

1 Kommentar:

Moni hat gesagt…

Na, du möchtegern Doktor, hast mal ganz andere Klamotten an, steht dir übrigens sehr gut. Toll, daß du so viel helfen kannst, pass auf den Sprit auf. Schau auch nach deinem Nachwuchs, daß dieser die Mama nicht so sehr plagt. Toll, daß dir das Essen so schmeckt, Armin ist ganz neidisch auf dich.
Viele liebe Grüsse
Moni, Armin, Oma, Irene+Familie