Hallihallo liebe Blogleserinnen und Leser,
ich bin’s mal wieder. Der Carsten aus Schottland. Seit ein paar Tagen frisch zurück von einer großen Wanderung über die Osterferienwoche. Ich, Holger und Steffen, das gewohnte Trio also, nahmen uns diesmal den West Highland Way vor. Einer der bekanntesten Langstreckenwanderwege in Großbritannien und wie man überall liest eine der besten Möglichkeiten, Schottland zu erkunden. Dieser Ausflug war auch das einzige was ich mir, bevor ich hier hergekommen bin, fest vorgenommen hatte zu machen. Daher habe ich mich auch gleich mit Zelt nach Schottland aufgemacht (Es ist hier schließlich erlaubt, überall in der Natur zu campen). Und das sei schon mal verraten: Es war der Hammer! Hat sich richtig gelohnt und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Nachfolgend habe ich zu jedem Tag einen kleinen Bericht und ein paar Bildchen ins Internet gewuchtet. Geplant war, die Wanderung in maximal 9 Tagen durchzuziehen, mit einem Abstecher zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens. Bei täglich 20km wäre das gerade zu schaffen. Wir haben’s allerdings ein Bisschen schneller geschafft, aber lest selbst….
Am ersten Tag unserer Reise hieß es früh aufstehen. Abfahrt war auf 7 Uhr angesetzt, um gegen 9 Uhr mit der Wanderung zu beginnen. Dass es alle schaffen rechtzeitig aufzustehen war dann wohl doch ein wenig zu optimistisch gedacht. Also ging es, nachdem alles Essen in die Rucksäcke verteilt und verstaut war, mit leichter Verspätung, einer Stunde, relativ zeitig los. Zuerst mit Bus zum Bahnhof, dort mit dem Zug nach Glasgow zum Hauptbahnhof. Dann hieß es quer durch die Innenstadt zu marschieren, sozusagen als kleines Warmlaufprogramm, um dann bei einer anderen Bahnstation in den Zug nach Milingave umzusteigen, einem der äußersten Vororte von Glasgow, wo der West Highland Way sein Start oder Ziel hat, je nachdem in welche Richtung man läuft. Vor Ort trafen wir noch kurz meinen Betreuer, der in Milingave gleich in der Nähe wohnt. So musste man schon nicht den Selbstauslöser für das erste Gruppenfoto bemühen. :)
Danach ging es dann los, was mit dem ganzen Gepäck zu Beginn ziemlich ungewohnt war. Aber es war uns natürlich klar, auf was wir uns da eingelassen hatten. Landschaftlich befindet man sich in Glasgow theoretisch noch in den Lowlands, dem schottischen Flachland, welches sich im Süden befindet. Aber eben schon an der Grenze zu den Highlands, dem schottischen Hochgebirge, durch welches wir, wie der Name des Weges schon andeutet, durchwandern wollen. Zumindest einen kleinen Teil, da Schottland zum größten Teil aus den Highlands besteht. Und wenn wir schon einmal dabei sind, hier noch ein wenig Geografieunterricht. Die Highlands entstanden durch die beiden Eiszeiten, die es in der Vergangenheit gab. Dadurch wurden jeweils die weichen Gesteinschichten abgetragen, sodass die Berge größtenteils aus grauem bis schwarzem Vulkangestein bestehen und auch im Vergleich zu den Alpen, die ja durch Plattenverschiebungen entstanden sind, meist viel glatter aussehen, nicht zuletzt da sie auch um einiges älter sind. Soweit also zur Geschichte und Entstehung der Highlands. Zurück zur Wanderung.
Wie bereits erwähnt beginnt die erste Etappe in den Lowlands, jedoch schon nach den ersten Kilometern kann man die ersten Ausläufer der Berge sehen. Man merkt auch den Unterschied in der Vegetation. Man kann an den Landschaften hier durch das dominierende Grün schon deutlich mehr den anbrechenden Frühling ansehen, als in den Highlands, wo die meisten Hänge und wiesen sich noch mit eher gelblichen Gras schmücken. Fürs Auge schaut jedoch beides äußerst ansehnlich aus.
Da wir uns in der Osterzeit auf die Wanderung begaben, haben wir unterwegs einige Tagesausflügler getroffen. Allesamt natürlich Schotten. Es gab jedoch auch nicht wenige, die wie wir den ganzen Weg durchliefen. Die meisten jedoch ohne Gepäck. Es gibt nämlich auch einen Gepäckservice, der einem für täglich 5 Pfund das Gepäck vorneweg fährt. Sprich, man sagt einfach, von wo bis wo man läuft und ein Kleinbus holt und liefert ab. Aber wir wollten uns natürlich die volle Dosis geben! :) Ein Schotte, mit dem wir uns ein wenig unterhielten, fragte mich auch gleich, ob ich ein ganzes Waschbecken hinten drin hätte. Ok, mein Rucksack war auch ziemlich groß, siehe Bilder, aber einer musste ja schließlich eines der Zelte mitschleppen. :) War jedenfalls sehr nett immer wieder mit Menschen ins Gespräch zu kommen, vor allem, da man viele Schotten traf.
Bei Tageskilometer 10 machten wir dann Mittagspause neben dem Weg. Es gab Brot mit Nutella und/oder Käse. Nach weiteren 10 Kilometern erreichten wir dann am Nachmittag Drymen. Dort kehrten wir erstmal in ein Cafe/Pub ein auf Bier und Kuchen. Wir waren doch schon gut geschafft für den ersten Tag und es stellte sich die Frage, wie gut wir das ganze hier durchstehen werden. Glücklicherweise spielte das Gepäck eigentlich ab dem nächsten Tag gar keine Rolle mehr, da sich der Körper völlig auf die Situation einzustellen schien. Die Herausforderung war dann „nur“, ob Beine bzw. Füße durchhalten. :) Nach dem Pub beschlossen wir noch weiterzugehen, so weit wie es eben geht. Nach 500m stellten wir aber fest, dass es wohl besser ist, doch eher gleich einen Schlafplatz zu suchen. Nach ein paar weiteren hundert Metern fanden wir dann am Waldrand eine gute Stelle zum Übernachten. Es war sogar eine Feuerstelle vorhanden. Wir waren wohl nicht die ersten hier. Das Abendessen bestand dann aus Bratkartoffeln aus der Packung, die wir auf dem Campingkocher versuchten anzubraten, aber doch eher nur erwärmten. Später wärmten wir ns noch ein wenig an einem kleinen Lagerfeuer und spielten ein bisschen Karten. Um 21:00Uhr (gewöhnliche Bettzeit während der ganzen Wanderung) lagen wir dann in den Zelten. Holger und Steffen zusammen in Holgers Zelt, welches er kurz vor der Wanderung noch gekauft hatte, und ich und die Rucksäcke in meinem.
Fazit:
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gelaufen: 21km
Abmarsch: ca. 10:00Uhr
Ankunft: ca. 17:00Uhr