Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Weiterführendes Bloggen

Wem es mitlerweile zu langweilig ist, immer nur das Geschwalle dieses Nomadencarsten zu lesen, dem hab ich heute mal einen Leckerbissen zu bieten. So wie es ausschaut, beginnen die Leute vom SPIEGEL mir Konkurrenz zu machen und fuhren im Juni gleich mit zwei Artikeln über Sambia auf. Kann aber natürlich auch sein, dass das nur entfernt was mit der WM in Südafrika und der in Deutschland eingetretenen Afrikaeuphorie zu tun hat. ;) Zumal es auch Reiseartikel sind. Aber interessant und authentisch sind sie allemal. Daher wollte ich euch die Links nicht vorenthalten. Ein paar schöne Schnappschüse gibt’s dort auch noch zu sehen.

Artikel über die TAZARA Eisenbahn die Sambia und Tansania verbindet
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,699951,00.html

Artikel über die Viktoriafälle
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,700020,00.html

Ich sende euch ganz viele Grüße aus dem sambischen Winter ins (wie immer pünktlich zu ner WM) endlich sommerliche Deutschland! Im Gegensatz dazu konnte ich hier nun nach knapp 11 Monaten meine mitgebrachte und bereits eingestaubte Fleecejacke aus der Versenkung holen, welche im täglichen Einsatz ist. :)

Freitag, 18. Juni 2010

Wo geht nur all die Zeit hin?

Obwohl gerade einmal drei Wochen seit meinem letzten Eintrag und der Zeit in Nabwalya verstrichen sind, kommt es mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Demnach gibt’s auch mal wieder ein paar Sachen zum aus dem Nähkästchen plaudern. ;)

Vermutlich kommt mir das alles so weit weg vor, weil ich mich nach Nabwalya in Mpika und Chilonga wieder voll in die Arbeit gestürzt habe, bzw. auch mit selbiger überhäuft wurde. Es wird irgendwie nicht weniger und es gibt immer wieder an vielen Ecken “kurz mal eine Kleinigkeit” zu tun. Es schleicht sich allmählich ein kleines Zeitproblem heran, denn wenn man ganz ungläubig auf den Kalender schaut, habe ich gerade mal noch sieben Wochen hier zur Verfügung. Echt der Wahnsinn, wie die Zeit gerade verfliegt.

In Puncto Programm für die Lagerverwaltung der KFZ-Werkstatt und Schreinerei habe ich den letzten Wochen mehrere Anläufe gestartet, die Datenbank mit der Inventur des Lagers zu füllen. Leider entdeckten wir dabei immer wieder Fehler im Programm, Fehler bei der Konfiguration auf dem Rechner oder es fielen uns Änderungen/Erweiterungen ein, die wir noch vor der Dateneingabe einbinden wollten. So ging es zwar stetig vorwärts, aber der wichtige Meilenstein der Dateneingabe, der schon seit Wochen vor der Nase umherschwirrt, ist noch immer nicht erreicht. Wir arbeiten aber daran und in den kommenden Tagen sollte es nun endlich auch mal klappen! :) Ich bin da jedenfalls zuversichtlich.

Am Krankenhaus in Chilonga ist, nachdem vor einigen Wochen bereits an einem der beiden Wassertanks des Krankenhauses ein Riss am oberen Rand entstand, während meines Aufenthalts in Nabwalya auch der zweite Tank kaputt gegangen. Dieses Mal bildete sich der Riss allerdings direkt über dem Boden des Tanks. Dadurch mussten die Tanks vom Netz genommen werden, weil die Pumpe nur in Beide parallel befüllen kann. So hängt das Krankenhaus seither permanent über ein Notfallrohr an den Tanks der angrenzenden Unterkunftshäuser für Angestellte, deren Kapazität für diesen hohen Konsum nicht ausgelegt ist. Aber lieber ab und an kein Wasser, als gar keins mehr.
Eigentlich sind diese Tanks so robust, dass sie für mindestens zehn Jahre keine Probleme bereiten. Die beiden Angesprochenen sind gerade mal ein Jahr alt. Nachdem wir die Herstellerfirma in Lusaka diesbezüglich mal angehauen haben, meinten die dann auch, dass in dieser Reihe einige Tanks mit fehlerhaftem Material produziert wurden und boten uns immerhin sofort an, die Tanks kostenlos umzutauschen, wenn wir die Defekten nach Lusaka fahren. Der Transport dieser großen, unhandlichen Dinger ist zwar auch nicht gerade kostengünstig, aber was bleibt einem anderes übrig. Die Tanks abzuschließen und vom Turm herabzulassen konnten wir an einem Tag erledigen. Mittlerweile hat die Diözese einen LKW nach Lusaka geschickt, der sie dem Hersteller übergibt und die Neuen abholt. Anfang nächste Woche wird der LKW wieder zurück sein und wir können sie dann anschließen, womit sich die Wassersituation wieder entspannen sollte.

Von ChilongaVon Chilonga


Bei meinem nächsten Arbeitstag in Chilonga haben wir uns auch noch vorgenommen, das komplette Krankenhaus nach Geräten und den dazugehörigen Handbüchern abzusuchen. Es passierte schon des Öfteren, dass ein Gerät defekt war oder man es neu einstellen musste, aber das Handbuch nicht mir aufzufinden war. Daher wollen wir zum einen mal erfassen, was eigentlich alles an Geräten da ist um anschließend alle Handbücher die sich finden lassen zentral abzulegen, damit man sich beim nächsten mal besser und schneller zu helfen weiß.

Wie schon erwähnt, es gibt einfach immer was zu tun. :) Die Arbeit im Krankenhaus ist nach wie vor noch viel Umfangreicher. An der Bachquelle mussten wir die Rohre abermals von jede Menge Laub befreien, wodurch der Bach wieder etwas mehr Wasser liefert und nicht mehr ganz so oft gepumpt werden muss. Und dann natürlich die tagtäglichen Handwerksarbeiten an den verschiedensten Ecken und Enden von Elektroinstallationen, über Klempnern bis zu kleinen Zimmermanns- und Schreinertätigkeiten.

Es bereitet mir alles einfach nach wie vor große Freude. Ob am Krankenhaus oder mit den Leuten in der Diözese. Zu meinen Kollegen habe ich überall so ein gutes und schönes Verhältnis. Vor allem im Krankenhaus kann ich zurückblickend richtig die Veränderung der Menschen nachvollziehen, wie sie Stück für Stück offener und entspannter wurden.

Ein Highlight der vergangenen Wochen war zweifellos das Eintreffen des großen Geschenkepakets der Familie Schweizer mit jeder Menge Kleidung und Spielsachen für das Waisenhaus St Francis in Mpika. Martha Magawa, die Betreiberin, ist eine sehr gute Bekannte von mir und Sie ist wirklich eine liebenswürdige, tolle Frau, die trotz zehn eigener Kinder, was selbst für sambische Verhältnisse eine sehr große Familie ist, noch so einiges mehr auf die Beine stellt. Das Paket kam jedenfalls sehr gut an und Frau Magawa hatte ihren Spaß daran, die Übergabe in einen Staatsakt mit offiziellem Foto zu verwandeln. Danach spielten wir mit den Kinder und den neuen Bällen ein wenig Fußball. Frau Magawa zeigte uns noch ihr Grundstück und wie sie sich mit Landwirtschaft, Hühnerzucht, sowie dem Bau eines Gästehauses sonst noch beschäftigt. Man hat ja sonst nix zu tun. :) War sehr schön und weiter unten könnt ihr euch ja selbst anhand der Bilder davon überzeugen.

Was war denn sonst noch….ach ja, es ist endlich Zeit für Afrika, wie es hier überall so schön heißt. :) Damit ist natürlich der Start der Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika gemeint. Wie in wohl jedem Land Afrikas ist auch in Sambia das jagen der Lederkugel Sport Nr. 1 und fester Alltagsbestand der Menschen bis in die entlegensten Zipfel des Landes. So ist es ein Leichtes, abseits der Arbeit irgendwo ein Spiel zu verfolgen. Ob privat mit Leuten oder in einer der kleinen Bars. Beides schon ergiebig getestet und für erste Sahne empfunden. :) Die führenden Mannschaften in der Umfrage “Wen unterstützt du bei der WM?” sind natürlich vorneweg die Afrikanischen Teams, dicht gefolgt von Brasilien. Anstatt einer Vuvuzela wird hierzulande beim betrachten der Spiele an der Flimmerkiste aber lieber ein Flaschenhals an den Mund gesetzt. ;)

So, das waren dann auch schon wieder die heißesten Nachrichten aus Mpika/Sambia. Ich hoffe, sie haben diese Ausgabe genossen und ich würde mich freuen, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder vorbeiklicken. :) Dieses Wochenende geht’s für mich erstmal wieder auf Achse. Ich werde heute Abend (Freitag) mit Franziska aus Chalabesa einen Bus besteigen, um abermals die ca. neunstündige Fahrt, sofern ohne Zwischenfälle, nach Lusaka anzutreten. Grund dieses Mal ist der Besuch von Franziskas Eltern, die am Sonntag sambischen Boden betreten werden. Für ihren zweiwöchigen Urlaub mit der Tochter aus dem Busch leihen sie sich ein Auto von Thomas, meinem Chef, aus, welches gerade noch in Lusaka steht. Das ist natürlich alles schön und gut wird sich der geneigte Leser mittlerweile denken, aber komm mal zum Punkt. Meiner einer wird als Mentaltrainer mitreisen, wenn Franziska am Samstag nach zehnmonatiger Fahrpause ihre (hoffentlich nicht allzu sehr) eingerosteten Fahrkünste in Lusakas Chaos beim abholen des Autos wieder auffrischt. Wenn alles glatt läuft, werden wir am späten Montag Nachmittag zu viert Mpika erreichen.

Apopro Lusaka, das hätte ich nun doch noch fast vergessen zu berichten. Ich selbst bin nämlich vor einigen Wochen an einem Tag mit dem Auto meines Nachbars Lutz nach Lusaka gefahren, um ihn von seinem Deutschlandurlaub vom Flughafen abzuholen. Unterwegs lief natürlich, wie zu erwarten, nicht alles hundertprozentig glatt. Probleme mit der Alarmanlage des Autos, welche aber mit Improvisation eigenständig gelöst werden konnten, sowie ein kleines tä ta tä mit der Verkehrspolizei, welches aber ohne Folgen blieb. So erreichte ich nach 10h Fahrt um 15Uhr pünktlich zur Landung des Flugzeugs den Flughafen. Danach machten wir uns gleich wieder auf den Weg zurück nach Mpika, wo wir um 1Uhr morgens leicht müde, aber glücklich und zufrieden ankamen. Mpika-Lusaka-Mpika in 20h. Nicht schlecht und auch für Lutz nach 10 Jahren Sambia ein neuer Rekord. :) War echt ne tolle Erfahrung, die Strecke mal selbst hinter dem Steuer zurückzulegen.

07.06.10 & 13.06.10 St Francis Waisenhaus


Chilonga

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ausbildung zum Buschpiloten

Ich bin wieder wohlbehalten aus den tiefen des sambischen Busch und Nabwalya nach Mpika zurückgekehrt. Es waren wirklich eindrucksvolle 1 ½ Wochen und ich habe die Arbeit dort sehr genossen.

Nachdem ich bei meinem vorletzten Nabwalyaaufenthalt ja selbst mit einem der beiden Autos von Waldemar durch den Busch nach Mpika fahren durfte, ging es nach fünf Tagen Reparatur- und Einkaufsaufenthalt in der Diözesenzentrale wieder mit beiden Autos zurück. Waldemar, der polnische Priester der in Nabwalya die Außenstelle der Diözese aufbaut, steuerte das andere Gefährt zurück. Die Autos waren voll beladen bzw. überladen, u.a. mit einem großen Generator den Waldemar während der fünf Tage in Lusaka erworben hatte und Zementsäcken. An einigen der steilen Hänge auf dem Weg nach Nabwalya musste ich mehrmals Anlauf nehmen, um hoch zu kommen, aber wir erriechten letztenendes wohlbehalten unser Ziel. Die letzten zwei Stunden mussten wir mal wieder durch die Nacht im Busch rumfahren. Kannte ich ja schon vom letzten Mal, aber war mal wieder ein extra besonderes Erlebnis. :)

Nach unserer Ankunft erreichte uns dann eine schlimme Nachricht. In unserer Abwesenheit starben bereits über zehn Kinder an Malaria und es erkranken immer mehr. Zufällig war momentan für einige Tage auch ein Untersuchungsteam des Gesundheitsministeriums bzgl. der Malariarate in Nabwalya vor Ort mit dem Ergebnis, dass fast 100% der Haushalte einen oder mehr Malariafälle haben. Und desto mehr Menschen infiziert sind, desto schneller breitet sich die Krankheit aus, da mehr Moskitos die Parasiten von den Menschen aufnehmen und zu neuen Überträgern werden. Mehr als diese erschreckende Zahl zu ermitteln hatten die Leute aus Lusaka dann aber auch nicht auf Lager und man fragte sich nach ihrer Abreise, was denn das Ganze jetzt eigentlich bringen sollte, aber egal. Der Grund für die Todesfälle war, dass der Buschklinik die Medikamente ausgegangen waren. Es war nicht absehbar, wann wieder Medikamente geliefert werden und das Gemeinschaftsauto der Gemeinde, welches für Aktionen wie Medikamententransport in der Regel zur Verfügung stehen sollte, hatte keinen Sprit. Waldemar dachte nicht lange nach und schickte mich nach nur einem Tag Aufenthalt in Nabwalya mit Anthony, dem Krankenpfleger der Buschklinik, sowie seinem Arbeiter Smart als Sicherheit, falls auf der Strecke irgendetwas passieren sollte, nach Mpika um neue Medikamente zu holen.

Um ca. 11Uhr fuhren wir los und kamen gegen 17Uhr in Mpika an. Auf dem Weg legten wir allerdings noch einen Zwischenstop beim Krankenhaus in Chilonga ein, wo Anthony nach einem kleinen Jungen schauen wollte, den er zur Behandlung hier her tranferierte. Am darauffolgenden Tag stattete ich mit Smart der Werkstatt der Diözese einen Besuch ab, um zwei defekte Bolzen an den Rädern auszutauschen, sowie ein plattes Ersatzrad zu reparieren. Währenddessen organisierte Anthony die Medikamente und zu unserer Freude bekam er auch welche vom Krankenhaus in Mpika. Wir kauften erneut einige Säcke Zement, um noch mehr Nutzen aus dieser Extratour zu ziehen und machten uns gegen 12:30Uhr wieder auf den Weg nach Nabwalya. Erneut kamen wir gegen Ende in die Nacht hinein, aber mitlerweile war ich das ja gewohnt. :) So hatte die Buschklinik endlich wieder Medikamente und zumindest das sterben hörte auf. Während wir unterwegs waren, sind nochmals zwei Kinder gestorben. Schon echt hart. Die hohe Malariarate hatte sich allerdings bis zu meiner Rückkehr nach Mpika nicht verbessert und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Medikamente wieder ausgehen. Dieses Mal wird aber hoffentlich schneller gehandelt werden können, da mitlerweile Sprit für das Gemeinschaftsauto organisiert werden konnte.

Erstaunlich ist wieder einmal, wie die Leute in Nabwalya auf die Situation reagieren.

“Ist halt einfach so. So ein Jahr an dem viele Kinder sterben. Kann man nichts machen.”

Schon der Wahnsinn, wenn man das einmal mit den Zuständen bei uns vergleicht und dem Aufschrei, sollte eine ganze Region ohne Medikamente dastehen. Da fällt einem echt nichts mehr ein.

Nachdem ich diese ungeplante Reise also gemeistert hatte konnte ich mich für die verbleibende Zeit voll und ganz auf meine geplanten Tätigkeiten konzentrieren. Angefangen von der Installation einer Satellitenschüssel für digitales Fernsehen. Ich habe denke ich in einem älteren Blogeintrag bereits erwähnt, dass Waldemar dort massig Solarzellen aufgestellt hat, die vor allem für die Beleuchtung und seine Arbeit am Laptop sorgen. Aufgrund der WM jetzt also auch noch für Fernsehen, was der einzige Grund ist weshalb er es sich überhaupt zugelegt hat. So gibt es also in wenigen Tagen ein kleines “public viewing” in Nabwalya, wobei sich einige andere im Dorf schon seit langem einen Fernseher zugelegt haben. Wer nicht nur von der Landwirtschaft lebt und es schafft, etwas Geld auf die Seite zu legen, legt sich zuerst ein Blechdach zu. Nächster Schritt ist dann Solar und die Krönung schließlich Fernsehen, um mal ein ideal standard Hausaufmotzen zu nennen. :) Das Aufstellen der Satellitenschüssel klappte jedenfalls wunderbar und habe es ziemlich schnell geschafft, den Satelliten perfekt zu treffen. Hat jedenfalls Spaß gemacht und am vergangenen Wochenende konnten wir dann die Fußballtauglichkeit beim Championsleague Finale testen. Resultat: Läuft! :)

Ansonsten war ich viel auf Achse, um mit seinen drei Jungs (Moses, Daniel und Casper) die für ihn immer arbeiten wenn es was zu bauen gibt, also permanent :), Steine zum Betonieren, Sand und Holzstangen zu holen. Alles um Nabwalya herum verstreut. Bin mit ihnen also immer zu den jeweiligen Orten gefahren, wo Steine geklopft oder Sand ausgebuddelt wird, haben die Ladefläche des Geländewagens vollgeladen um es dann an den jeweiligen Verwendungsort transportiert. Gerade stehen ein paar kleine Häuschen für die Arbeiter auf dem Gelände der Pfarrei an. Seine drei Arbeitstiere schlafen derzeit nämlich in kleinen Kämmerchen hinter der Kirche während der Woche und gehen über das Wochenende zurück zu ihren Familien in den umliegenden Dörfern. Wenn die Hütten inkl. Waschplatz fertig sind, finden sie dort neuen und geräumigeren Unterschlupf. Da ich aber schon mal da war, haben wir gleich einiges mehr geholt, damit für kommende Bauvorhaben (und davon gibt es genug) schon einiges an Material da ist.

Eine weitere Großaktion waren dann noch mehrere Autotrips zum Luangwa, der Fluß durch den das Tal seinen Namen trägt und der ebenfalls Namensgeber für den “North Luangwa National Park” im Norden und den “South Luangwa National Park” im Süden von Nabwalya ist. Nabwalya und die umliegenden Dörfer befinden sich in einem schmalen Korridor zwischen den Parks, in dem mit einer Abschusslizenz gejagt werden kann und sind durch die Gebirgsketten in Ost und West ziemlich isoliert, da die Orte so schwer erreichbar sind. Der Fluß ist auch gleichzeitig die Grenze zwischen der Nord- und Ostprovinz von Sambia. Auf der anderen Flußseite befindet sich einige Kilometer weiter die etwas größere Stadt Lundazi, wo Waldemar einige Materialien mehr einkaufte, u.a. 150 Säcke Zement, sowie Eisenstangen, Bretter und was man eben sonst noch so zum Bauen benötigt. An einem Tag machten wir eine Fahrt mit zwei Autos und luden beide voll bis nichts mehr ging, überwiegend mit Zement. Die Regenzeit ist noch nicht lange zu Ende und demnach ist der Wasserpegel des Luangwa sehr hoch und man muss den Fluß mit einer kleinen Fähre aus Ölfässern überqueren. Durch die Überlast saßen wir natürlich prompt in der Nähe des Ufers auf, sodass mal wieder Muskelkraft gefragt war.

Tags darauf ging es dann erneut bis zum Fluß. Wir erwarteten einen Allrad Laster, der die verbleibenden Materialien bis ans Ufer der Ostseite bringen sollte, von wo aus wir es auf die Fähre umluden und dann an der anderen Uferseite in die Autos. Alles lief wie geplant und wir hatten gut zu schwitzen bei den 100 Säcken Zement, Eisenstangen, etc. Alles immer unter genauer Beobachtung der Nilpferde, die sich Herdenweise überall im Fluß tümmelten. Neben den Nilpferden begegneten uns auf den Touren durch den Busch auch noch Zebras, Antilopen und vor allem Elefanten. Ich selbst pasierte einen der Dickhäuter mit vielleicht fünf Metern Abstand. Ich hatte ihn nicht einmal richtig gesehen, weil ich mich so auf die Piste konzentrierte, sondern mein Puls wurde vor allem von Moses “Fahr! Fahr! Fahr!” Rufen in die Höhe gejagt. Er nahm glücklicherweise nicht die Verfolgung auf und wir erreichten unversehrt Nabwalya. Waldemar, der bei einer Tour ein wenig später wie ich die Fahrt vom Luangwa nach Nabwalya antrat, sah sogar zwei männliche Löwen, die ihre Köpfe in wenigen Metern Entfernung aus dem hohen Gras reckten. Klingt für euch wohl alles wie im Bilderbuch und ist auch für mich immer wieder unfassbar, dass es solche Ecken hier wirklich gibt. :)

Wenn wir schon bei wilden Tieren sind, diese Welt machte auch auf dem Esstisch nicht halt. Vor ein paar Wochen überquerte Waldemar ebenfalls den Luangwa und bei dieser Aktion musste ein Nilpferd erschossen werden, da es eines der Boote angriff. Solche Ereignisse sind immer eine große Freude für alle Beteiligten, da es dann für jeden Fleisch für umme gibt. So auch für Waldemar, der ein großes Stück ergatterte und es für meinen Besuch aufbewahrte. Selbst zu zweit aßen wir ganze drei Tage dran rum, bis es endlich weg war. Ist ein wenig wie zähes Schweinefleisch, mit einer dezenten Eigennote im Geschmack. Sehr lecker jedenfalls! :)

So gab es also die ganze Zeit immer wieder was zu tun. Viele Kleinigkeiten, viele Großigkeiten und ich hab einfach überall mit angepackt. War echt klasse und habe die Zeit sehr genossen, die mal wieder an neuen Eindrücken überlief. Auch wenn wir die meiste Zeit von Sonnenauf- bis Untergang gearbeitet haben, so fand ich dennoch die Zeit, mir Nabwalya wieder einmal ein wenig genauer anzuschauen. Ich bin immer wieder von der friedvollen Atmosphäre, der Gelassenheit und Fröhlichkeit beeindruckt, die die Dörfer hier ausstrahlen. Wenn die meisten Menschen natürlich auch für unsere Verhältnisse in Armut leben, so merkt man das hier keineswegs und es kommt einem alles so………bodenständig/echt vor. Vermutlich, weil die Menschen sich gar kein anderes Leben vorstellen können und ihnen viel weniger zum glücklich sein reicht, als dies wohl bei uns der Fall ist, wo vieles im Alltag schon so kompliziert wurde.

Ich könnte ewig weitererzählen, aber dieser Blogeintrag ist schon jetzt mal wieder viel länger geworden, als ich es vor hatte. Man ists ja gewohnt. :) Daher schiebe ich an dieser Stelle wie immer noch ein neues Album mit Schnappschüssen hinterher und in gar nicht allzu langer Zeit habe ich ja die Gelegenheit, euch in Persona ein wenig mehr von meinen Erfahrungen zu berichten.

Ich hoffe, euch allen geht es gut und ihr genießt die ersten Frühlingsanzeichen!

14.05.10 - 26.05.10 Ausbildung zum Buschpiloten in Nabwalya

Dienstag, 11. Mai 2010

Bootle fahren mit Schnappi

So, endlich komme ich mal wieder dazu, einen neuen Eintrag reinzuwuchten. Es passiert momentan einfach so viel und werde einfach mal versuchen, das Ganze ein wenig aufzurollen.

Nach meinem Kurzurlaub in Livingstone bei den Viktoriafällen ging es nach zwei Tagen Arbeit auch schon wieder auf einen Wochenendausflug. Der Anlass war der Besuch zweier französischer Freiwilligen aus Monze (im Süden von Sambia zwischen Lusaka und Livingstone), Violene und Constance, die von der selben Organisation sind wie meine beiden Mitbewohner Andreas und Jean-Baptiste. Die Beiden hatten während meiner Abwesenheit einen Kurztrip nach Shiwa Ng’andu geplant, einem Ort ziemlich genau 100km nördlich von Mpika. Der Name Shiwa Ng’andu bedeutet “See der königlichen Krokodile”, welche sich dort im Gewässer tummeln. Der See sowie ein großflächiges Gebiet um ihn herum wurde ca. 1920 während der Kolonialzeit von dem britischen Gouvaneur Stuart Gore Brown vom Stammesoberhaupt des Gebiets abgekauft, weil er sich in Nordrodhesien (dem damaligen Name von Sambia) niederlassen wollte. Er war ein verfechter der britischen Kolonialpolitik gegenüber dem afrikanischem Volk, sodass er auf seinem Land einen Gegenpol schaffen wollte. Er arbeitete eng mit der Bevölkerung zusammen, baute mit ihnen Brücken, Schulen, ein Krankanhaus, für einige der Angestellte schöne, massive Häuser, die bis heute stehen, bewohnt sind und im ganzen Land ihres Gleichen suchen und betrieb mit ihnen Land- und Viehwirtschaft. Um 1925 beschäftigte er stolze 1800 Arbeiter und brachte beträchtlichen Wohlstand für die Menschen in der Region. Für sich selbst baute er ein großes Haus, besser gesagt Anwesen, auf einem kleinen Hügel, welcher den See überblickt. Er wurde bei den Einheimischen wie auch bei den Briten geschätzt, obwohl er oft uneins mit der britischen Kolonialregierung und maßgeblich an den Unabhängigkeitsbemühungen beteiligt war. Bei seinem Tod, Sambia hatte bereits die Unabhängigkeit erlangt, erhielt er als bisher einziger Weißer in Afrika ein Staatsbegräbnis und wurde auf einem Berg beerdigt, welcher Shiwa Ng’andu überblickt. Eine Ehre, welche sonst ebenfalls nur Bembahäuptlingen vorbehalten ist.

Heute wird das Haus von Charlie, einem seiner vier Enkel, und seiner Familie bewohnt. Er verwaltet das ganze Gebiet, sowie die noch immer stolze Zahl von rund 1200 Angestellten. Die Diözese steht mit ihm in guten Kontakt und er ist ein enger Freund von Thomas, unserem Chef und Schatzmeister, sodass wir bei unserer Ankunft eine exklusive Führung von Emma, seiner Tochter, erhielten. Es war sehr spannend durch die alten Gemäuer dieses Anwesens, welches genauso gut irgendwo in Großbritannien stehen könnte, zu schlendern. Man vergaß im Inneren wirklich für einen Moment, in welchem Land man sich gerade eigentlich befand.

Im Anschluss an die Tour im Shiwa-Haus besuchten wir die heißen Quellen in Kapishya, einem Ort ca. 20km vom See entfernt, welcher jedoch noch immer zum Privatgrundstück der Familie gehört. An den heißen Quellen befindet sich eine Lodge, welche von Charlie’s Bruder Mike betrieben wird. Es war für mich das zweite Mal, dass ich in dieses natürliche, heiße Bad hineinstieg, nachdem ich mit Andreas, Franzi Klein und Linda aus Ndola, sowie Franzi Leidreiter einen Tag vor Weihnachten schon einen Tagesausflug nach Kapishya machte. Glücklicherweise hatten wir erneut einen bedecken Himmel, sodass die Temperaturen mit einem kühlen Bier in der Hand erträglich waren. ;)

Als wir von den heißen Quellen wieder aufbrachen, wurde es bereits dunkel. Zuvor mussten wir allerdings noch eine Reifenwechsel-Aktion starten. Auf der Fahrt quetschten wir uns wieder einmal zu Fünft (Ich, Jean-Baptiste, Violene, Constance, sowie Franzi Leidreiter, die momentan noch in Mpika weilte und sich uns anschloss) in unseren treuen, roten Rocky. Andreas fuhr mit dem Motorrad, welches er von Thomas ausgeliehen hat, hinterher. Unser Gefährt leistete erneut gute Dienste, allerdings wurde die Belastung für eines der Hinterräder wohl zu viel, sodass wir unterwegs, mitten im Nirgendwo, eine Reifenpanne erlitten. Wir setzten unsere Fahrt mit dem Ersatzrad fort, beschlossen aber in Kapishya das etwas abgefahrene Ersatzrad, sowie den noch mehr abgefahrenen, zweiten Hinterreifen durch die noch besseren Vorderreifen auzutauschen.

Nach getaner Arbeit machten wir uns auf den Weg zurück zum See, wo wir die Nacht verbringen wollten. Die Diözese hat dort, ein paar Kilometer vom Shiwa-Haus entfernt, ein eigenes Haus errichtet, welches allerdings noch auf den letzten Schliff wartet. Zum darin übernachten, wenn auch in staubiger Umgebung, reicht es allerdings allemal und es wurde uns freundlicherweise für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Die Küche ist schon sehr gut ausgestattet und wir grillten ein paar mitgebrachte Würste und Kartoffeln und machten einen Tomatensalat dazu. Fürs flüssige hatten wir mit einer 5l Box Wein vorgesorgt. :)

Am nächsten Morgen war eine Bootstour angesagt. Erneut ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von Thomas, der im Besitz von drei Schlauchbooten ist und diese uns zur Verfügung stellte. Mit ihnen wollten wir direkt vom Haus aus den Mansya Fluß hinunterpaddeln, welcher sich vom See an durch die Landschaft schlängelt. Unsere Tour sollte an den heißen Quellen vorbei gehen, bis dann ca. 1 ½ Stunden später vier aufeinanderfolgende, kleine Wasserfälle unsere Endstation markierten. Unterwegs soll man in den Genuss kommen, über ein paar spektakuläre Stromschnellen zu reiten, was sich auch bewahrheitete. Ich saß mit Franziska in einem 2er-Boot und wenn man schon alleine keine großen Erfahrungen im Steuern eines Schlauchbootes aufzuweisen hat, kann man sich ja vorstellen, wie das zu zweit ausschaut. ;) Dementsprechnd mussten wir unterwegs an der ein oder anderen Stelle Wasser schlucken. Meine Badlatschen und Franziskas Flip Flops bezahlten das ganze sogar mit ihrem Leben und ihre Kadaver treiben vermutlich noch immer irgendwo auf dem Fluß herum. ;)

An einer etwas ruhigeren Stelle war der Fluß dann so eng und von Bäumen zugewuchert, dass es unmöglich war, unbeschadet durchzukommen. Wir trieben von einem Baum auf den Nächsten und wurden von den Ästen und Zweigen teilweise regelrecht verschandelt. An dieser Stelle rauschte die Motivation in unserer Truppe in den Keller, aber wir hatten keine andere Wahl, als uns irgendwie durchzuquälen. Schließlich waren wir noch gute drei Stunden von den heißen Quellen entfernt, wo wir die Tour frühestens beenden konnten. Glücklicherweise wurde der Fluß nach einer Weile wieder breiter, sodass wir die Fahrt unbeschadet fortsetzen konnten und es blieb bei uns allen bei einigen Kratzern.

Kurz vor Kapishya hatte Andreas dann noch ein Krokodil in den Fluß huschen sehen. Das Gebiet hatte seinen Namen ja schließlich nicht von irgendwo her, jedoch versicherte uns jeder, dass die Bootstour (abseits vom See und in schnellerem Gewässer) absolute sicher sei. Es passieren zwar Zwischenfälle (vor allem mit Hunden), jedoch fast ausschließlich im Dezember und auch nur sehr wenige. Krokodile greifen einen auch nur am Ufer an und gehen nicht auf Boote los. Trotzdem ein mulmiges Gefühl. Es blieb jedoch bei diesem einzigen, kurzen Sichtkontakt und auch nur für Andreas.

Ziemlich platt erreichten wir schließlich die Lodge in Kapishya, wo wir uns erst einmal stärkten, sowie in der Sonne aufwärmten und trockneten. Bis auf Constance, die nach der Krokodilsichtung eine Weiterfahrt scheute, setzten wir alle unsere Reise bis zu den Fällen fort. Auf diesem Weg befanden sich auch die meisten Stromschnellen, allerdings konnten wir im Laufe des Tages unsere Paddelkünste schon so weit verbessern, dass es dieses Mal kein weiteres Bad für mich und Franziska gab. Die Tatsache, dass Franziska mich auf der gesamten Bootstour kein einziges Mal anschreien musste (Zitat Franzi :) ), bestätigte unser gut funktionierendes Duo. Es hat sich echt gelohnt, an dieser Stelle nochmal den inneren Schweinehund zu überwinden und die letzten 1 ½ Stunden dranzuhängen.

Von einem Fahrer der Lodge wurden wir dann wieder zurück zum Haus der Diözese gebracht, allerdings hat sich unsere Bootstour so sehr in die Länge gezogen, dass es schon wieder Nacht war. So sahen wir von einer Fahrt nach Hause ab, erst recht ohne ein Ersatzrad und beschlossen, lieber noch eine Nacht am See zu verbringen. Von der Lodge und dem Shiwa-Haus kauften wir noch ein wenig Gemüse, Obst und einige Eier und wir bruzelten uns zu Hause noch, wie immer nach so einem ereignisreichen, wie anstengenden Tag, ein super duper Abendessen!

Nach unserer Rückkehr hielt es mich allerdings erneut nicht lange in Mpika. Genau einen Tag verbrachte ich im Büro, um daran zu arbeiten, das Programm für das Lager auf dem zugehörigen Computer aufzusetzen und einen weiteren Tag in Chilonga am Krankenhaus, da brach ich mit dem polnischen Priester Waldemar in seine Außenstelle Nabwalya im Luangwatal auf. Als kleine Gedankenstütze: Über Neujahr bin ich bereits mit Ihm, Andreas und zwei Sambiern unter schaufelnden und schiebenden Einsatz am Geländewagen hier gewesen. Jetzt also zum zweiten Mal mit Ihm und Smart (zu deutsch klug/fesch :) ), der aus Nabwalya stammt und vor Ort die beiden Fahrzeuge von Waldemar in Schuss hält. Auch das Autoschieben blieb aus, da es mittlerweile wieder trocken genug ist. Einige weggespülten Streckenabschnitte wurden mit Erde aufgeschüttet oder ein neuer Pistenabschnitt wurde durch den Busch gehauen. Für drei Nächte waren wir dort. Ich musste vor allem deshalb mit, um mit einigen Arbeitern Steine zu holen, ein wenig Ordnung in sein kleines Lager zu bringen, sowie vor allem mit seinem zweiten Auto zurück nach Mpika zu fahren. Er benötigt dort beide, um einige Materialien, vor allem Zement, zurück nach Nabwalya zu transporierten. Ich werde also noch ein weiteres Mal als Fahrer herhalten und die abendteuerliche Fahrt durch den Busch mit möglichen Tierbegegnungen (auf der Fahrt nach Nabwalya begegnete uns ein Elefant, sowie eine Antilope) antreten. Beim zweiten Besuch ist auch ein längerer Aufenthalt vor Ort geplant, in dem ich hier und da ein wenig mitarbeite und das Material im Tal umherkutschiere.

Überschattet wurden die Tage in Nabwalya allerdings durch eine kleine Verletzung meinerseits am linken Fuß. Ich hatte mir neben den zahlreichen Kratzern auf der Bootstour auch einen genau in der Falte des kleinen Zehs zugezogen, den ich allerdings nicht bemerkte. Die Wunde hat sich nach zwei Tagen entzündet und nachdem zuerst der Zeh anschwoll, folgte tags darauf bei der Arbeit im Krankenhaus der ganze Fuß. So war ich in den Tagen in Nabwalya an einen Minimalradius um meine Schlafstätte gebunden und verbrachte die Zeit mit Antibiotika schlucken und lesen. Anhaltendes laufen schmerzte einfach zu sehr. Zumindest das Lager konnte ich sortieren, was aber Fußtechnisch schon anstrengend genug war. Das einsammeln der Steine wäre allerdings ohnhin nicht möglich gewesen, da viele der Jungs nicht vor Ort waren. Einen Tag vor der Abfahrt erkrankte auch noch Waldemar ein wenig. Er wurde vor zwei Wochen von einem Skorpion gestochen und die Wunde an seinem Daumen hatte sich ebenfalls entzündet, sodass wir für einen Tag die Antibiotika teilten und uns nach der Rückkehr Nachschub im Krankenhaus holten.

Am Tag der Heimreise ging es mir, Pillen sei Dank, auch schon wieder soweit besser, dass ich ohne Probleme einen der Geländewagen steuern konnte. Das war echt ein Erlebnis und stellenweise über die unwegsamen Pisten echt eine Herausvorderrung. Wir benötigten für 70km, den schlechtesten Teil der Strecke, ganze 4 Stunden, was denke ich mal schon alles sagt. Kurz vor dem Ende der schlechten Strecke, im Aufstieg aus dem Tal über Felsen uns spitzes Geröll, wollte mir Waldemar, der voraus fuhr, eine gefährliche Stelle zeigen und stellte geistesgegenwärtig den Motor aus. Ein falscher Fehler bei einem Auto, das mit defekter Batterie und Anlasseser läuft. Im beiden Wagen saß jeweils noch eine gebrächliche, alte Frau, auf deren Hilfe beim schieben gar nicht erst zu denken war. So hantierten wir mit der Seilwinde und dem anderen Auto umher, bis er es schließlich schaffte, sein Gefährt rückwärts ohne Zündung wieder zu starten. Nach 5 ½ Stunden und 140km hatten wir dann wieder Mpika erreicht, inklusive zwei Stunden Nachtfahrt. Und ich kann mich nun rühmen, die wohl schlechteste Straße Sambias bezwungen zu haben. ;)

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht, denn am kommenden Freitag geht’s schon wieder los. Dieses Mal für mindestens eine, maximal zwei Wochen. In der Zwischenzeit versuche ich so viel wie möglich meiner Tätigkeiten in und um Mpika zu erledigen und ein paar Sachen für Nabwalya vorzubereiten, wie zum Beispiel Zement holen. Ich melde mich dann wieder, wenn ich aus dem Busch zurück bin. ;) Euch allen wünsche ich auch eine gute Zeit im frühlingslosen Deutschland! Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Positiv denken. :)

01.05.10 - 03.05.10 Shiwa Ng'andu und Bootstour auf dem Mansya-Fluß


06.05.10 - 09.05.10 Nabwalya

Samstag, 8. Mai 2010

Hochzeitsgrüße aus Sambia



Im heutigen Eintrag geht’s mal nicht um mich in Sambia, sondern um meinen lieben Bruder Jochen und seiner holden Maid Katrin im guten, alten Deutschland.

Ich wünsche euch Beiden heute ein wunderschönen Tag und alles, alles Gute für eure gemeinsame Zukunft! Viel Spaß auch bei euern Flitterwochen in Schottland auf dem West Highland Way! Da kann euer Sprößling ja nur ein Wandertier werden. ;) Hoffe, sie/er macht dir, Katrin, unterwegs nicht das Leben schwer.

Um eurer Hochzeit doch noch eine kleine, sambische Note zu geben hier zwei Musikbeispiele, welche hierzulande total angesagt sind und wozu man auf einer Feier das Tanzbein schwingt. :)