Nachdem wir also glücklich einquartiert waren ging’s gleich los, um ein wenig die Stadt zu erkunden und dann auch alsbald ein Pub zu finden um das Spiel anzuschauen. Edinburgh ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Viele Gebäude sind noch richtig gut vom Mittelalter erhalten und natürlich hat die Stadt auch eine turbulente Geschichte aufzuweisen. Das weltberühmte Schloss/Burg in Edinburgh ist natürlich der Tourimagnet. Es ist aber auch echt der Hammer, wie es auf diesem Feld mitten in der Stadt trohnt. Die Besichtigung für 11 Pfund haben wir uns dann aber doch nicht gegeben. Es soll auch wirklich nur Geldmache sein, so wie das eben bei vielen großen Touristenattraktionen ist. Dafür hört man hier jeden Tag schottische Musik satt! Egal wo man steht, von irgendwo her hört man immer einen Dudelsack spielen.
Nach einer kleinen Stadttour haben wir dann ein Pub aufgesucht, welches Essen serviert, um dort vielleicht anschließend auch das Spiel zu schauen. Zu Essen gab’s Haggis, einmal Original für mich und für Tanja die vegetarische Version (zur Erinnerung: Haggis ist das Nationalgericht der Schotten und besteht aus im Schafsmagen gekochte Schafsinnereien, die dann noch besonders gewürzt werden. Dazu gibt’s gestampfte Kartoffeln, Steckrüben und Whiskeysoße). Der Haggis war wirklich der beste, den ich bisher in Schottland gegessen habe. Tanja war’s leider ein wenig zu scharf, aber ansonsten war der vegetarische auch echt ein Genuss. Glücklicherweise hatte Sie ja Ihren menschlichen Abfalleimer dabei. :) Dem Pub sind dann aber immer mehr die Leute weggelaufen, sodass wir beschlossen, auch ein anderes aufzusuchen, da wir ja hauptsächlich wegen der Stimmung hier waren.
Auf dem alten Exekutionsplatz der Stadt, wo es heute viele Pubs gibt, haben wir dann auch eins gefunden. Wir hatten echt glück, da es nach Spielbeginn dichtmachte, sowie die meisten anderen Kneipen auch (da es sonst Überfüllungen geben würde). Das Spiel fand ich dann auch war ein gutes, zumindest soweit ich das als nicht Rugby Experte beurteilen kann. Zu Beginn bei der Schottischen Hymne bebte natürlich das ganze Pub und im zweiten Spielabschnitt war etwas mehr Stimmung als im ersten. Was ich aber super fand, dass überall Iren und Schotten gemeinsam feierten, auch nach dem Spiel. Schottland hat übrigens verloren. Aber die Iren sind momentan auch die beste Mannschaft Europas.
Am Abend haben wir noch eine Tour durch den Untergrund gemacht, welche auch ein wenig gruselig beschrieben wurde. Edinburgh ist mit unterirdischen Kammern durchzogen, in denen früher sogar Menschen lebten und in der Regel innerhalb eines Jahres aufgrund der widrigen Lebensumstände starben. Wir hatten einen Führer, der wirklich klasse war, da er super die alten Geschichten erzählen konnte. Ein großes Problem der Schottischen Geschichte ist, dass vieles auf Mythen aufbaut und es sehr schwer ist, zu erkennen, was stimmt und was erlogen ist. Jedenfalls geht unter anderem ein Mythos um, dass in den Kammern ein Poltergeist sein Unwesen treibt. In der letzten Kammer, die stockdunkel war, kam er dann auch, der Poltergeist. Natürlich in verkleideter Form, aber wir sind alle so dermaßen erschrocken, das war echt der Wahnsinn. 10-15 erwachsene Menschen schreien wie kleine Kinder. Echt hart. Die Tour hat sich wie gesagt aber echt gelohnt, weil man eben einiges über die Geschichte der Stadt und des Landes erfuhr und er auch ein paar lustige Stories erzählte.
Danach sind wir noch zum Schloss gelaufen um bei Nacht einen Blick drauf zu werfen. Anschließend ließen wir den Tag im Pub bei Liveband und Whiskey ausklingen, wobei ich (sowie Tanja denke ich) wohl absolut kein Whiskeytyp bin. Ich denke, es ist auch schwer, guten von schlechtem Whiskey zu unterscheiden, wenn man sonst keinen trinkt. Ist ja dasselbe mit Wein. Aber wir haben ihn beide tapfer ausgetrunken und eins muss man ihm lassen, mir war es danach nicht mehr kalt und ich habe auch keinen Zug am Hals mehr gespürt. :)
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| 14.03.09 Edinburgh |





