Einen wunderschönen guten Morgen/Tag/Abend/Nacht (bitte nicht zutreffendes durchstreichen :) )
Da ist er nun also auch schon vorbei, der gute alte Februar und mit Ihm meine ersten beiden Wochen in Schottland. Das war ja echt mal was. Von der ersten ist ja schon so ziemlich alles bekannt, daher hier ein paar kurze Worte zu den letzten Tagen:
In Woche Nummer 2 ging es von Montag bis Freitag erstmal mit Vollgas in Sachen Diplomarbeit los. Wobei man eher sagen muss, Vollgas mit einigen Unterbrechungen. Bei dem Berg an Aufgaben die vor einem liegen fällt es schwer, sich aufzuraffen mal irgendwo anzufangen, was so mancher Leser aufgrund seiner eigenen derzeitigen Situation bestimmt nachvollziehen kann. Dann gab es beim Einarbeiten in den Stoff (v. a. Programmiersprachen) doch immer wieder erhebliche Probleme, sodass auch Tage verstrichen, an denen statt Vollgas Stagnation herrschte. Daher ein Lob an den Kollegen, der den Freitag erfunden hat. Dort habe ich eigentlich 90% meines Wochenziels noch erledigen können. Hatte schon gedacht, na das geht ja gut los, aber mittlerweile schnurrt der Motor wieder. :)
Man sollte es aber natürlich nicht übertreiben. Da könnte es ansonsten schnell mal einen Kolbenfresser geben. Daher empfiehlt es sich, hin und wieder die Spätschicht in der Garage aufzusuchen um alles wieder gut einzuölen. So geschehen am Donnerstag. Spontane Küchenparty in unserer WG, Freitag, Party beim Studentenbund wo Sie das Öl auch aus dem Zapfhahn auf Lager haben und Samstag, mal hier mal dort ein wenig gequatscht, entspannt Einkaufen gewesen und dem strömenden Regen zugeschaut, der sämtliche Aktivitäten im Freien platzen ließ. Man beachte auch den grandiosen Wortwitz welcher sich in diesem Abschnitt versteckt findet.
Das Wochenende bestand aber nicht nur aus Kundendienst. Nein, nein. Bei gelegentlicher Internetverbindung wurde noch versucht, die für meine Diplomarbeiten benötigten Sachen (Programme, etc.) auf dem Laptop zu installieren, was mich einiges an Nerven gekostet hat. An dieser Stelle nochmals recht herzlichen Dank an Ralf, der mich nach Kräften beim Kampf gegen den Computerteufel unterstützt hat. Merci!
Eine nähere Betrachtung Glasgows musste daher aus mangelnder Zeit aufs nächste Wochenende verschoben werden. Dafür hab ich mich in Paisley noch ein wenig umgeschaut und auch ein super Pub entdeckt. Hat mich auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gesehen. :)
Kleiner Ausblick bzw. Rückblick auf den bisherigen März:
Habe mir heute 3 Stunden mit meinem Betreuer die Zeit "vertrieben". Mann-o-mann, war das anstrengend! 3 Stunden lang aufpassen wie ein Luchs, um auch ja kein Schlüsselwort seiner Sätze zu verpassen. Dies ist notwendig um 80% der Sätze seinerseits überhaupt verstehen zu können. Beim Rest erriche ich sogar schon den Hauptgewinn indem ich es schaffe, Subjekt, Verb und Objekt zu entschlüsseln. Er erkundigte sich heute sogar nochmals bei mir, ob ich Ihn verstehen kann. Er sei einfach schlecht im langsam reden, "normales" Englisch kann er irgendwie nicht und wenn er euphorisch wird, also so ziemlich immer, überschlagen sich sowieso die Vokabeln. Aber mittlerweile hab ichs echt schon ganz gut drauf. Ich dürfe Ihn aber natürlich jederzeit anhauen und nochmal nachfragen. Nur meistens bis ich merke, ich kann den Satz mir jetzt nicht zusammenreimen, fragst mal nach, ist er schon wieder 3 Sätze weiter. Jaja, nicht ganz einfach das ganze. Vor allem ist für meine Arbeit ja so ziemlich alles wichtig was er so sagt. Aber wie gesagt, es klappt bereits ganz gut und wird immer besser. Außerdem wieso schreibt man sonst seine Arbeit im Ausland, um sich nicht mit solchen Problemen rumzuschlagen? Herrlich. :)
Zum Thema Sprache fällt mir noch eine kleine Geschichte ein. Am Sonntag waren ich, Steffen (Mitbewohner) und noch ein Mädel aus Deutschland deren Namen die ich vorher noch nicht kannte und deren Namen mir schon wieder entfallen ist, wie bereits erwähnt einkaufen. Ja, richtig gelesen. In Paisley, wo nach 18Uhr eigentlich die Bürgersteige hochgeklappt werden (außer die pubs natürlich) kann man Sonntags im Supermarkt einkaufen! Wir haben uns mit ein paar Kartons Bier eingedeckt, weil es gerade ein Angebot gibt (2 für 1,5), da ja nächstes Wochenende eine kleine Feier sich ankündigt und was man halt sonst so braucht. Man nehme aufgrund der Last natürlich ein Taxi zurück (3 Pfund, also für jeden 1, passt!). Erstmal musste der Taxifahrer auf dem Handy angerufen werden (mir kam natürlich die Ehre zu teil). Schottische Dialekt + Telefon = nix verstehe in Athen bzw. Paisley. Aber ging sogar noch gerade so. Taxi kam dann auch sehr fix angebraust. Der Fahrer machte dann ein paar Witzchen über unser ganzes Bier. Keiner lachte bzw. sagte was. Steffen warf einfach mal ein "ist für eine Party" in die Runde, auf gut glück es könnte darauf passen. Auf dem Weg zur Unterkunft bog er dann auf einmal ab in eine Straße, die genauso heißt wie unsere Unterkunft, nur eben ohne "Campus" noch hintendran. Wir hatten bei seiner Zielangabe einfach mal ja gesagt, weil wir dachten, er hat das "Campus" einfach mal wieder verschluckt. Nach ein bis zwei Minuten Sightseeing waren wir dann aber auch wieder auf der Spur und alsbald am Ziel. Der Taxifahrer, der übrigens wirklich nett war, lies sich natürlich nicht lumpen und stieg nochmal aus um uns ein paar Phrasen um die Ohren zu hausen. Um nicht völlig bedäppert dazustehen antworteten wir einfach mal jeden zweten Satz auf gut glück Dann rauschte er wieder davon.
Steffen: "Hast du ihn verstanden?"
Ich: "Ne, du?"
Steffen: "Ne."
Ob unser gesagtes also Sinn gemacht hat, wird wohl für immer ein Mysterium bleiben. :)
So viel also zum Thema Sprache. Heute geht hier übrigens schon fast die Welt unter bei Sturm und mörderischem Regen. Ich wurde eiskalt davon auf dem Heimweg von der Uni erwischt. Tja, auch darauf muss man sich eben einstellen. Schirme bringen bei dem üblichen Wetter hier übrigens auch nicht mehr viel. Es sei denn, man hat einen aus T-Trägern.... Morgen soll es Schnee geben. Na, da sind wir ja mal gespannt was so kommen mag....
Nachfolgend findet ihr noch ein paar auserwählte Bilder der Woche. Viel Spaß beim gucken!
Carsten Scoles (So wurde mein Name neulich von einer Sekretärin ausgesprochen...)