Das Wetter in Sambias Hauptstadt
(manchmal gibt es keine Daten oder sie sind verzögert)

Dienstag, 24. Februar 2009

Tour durch Süd-West SChottland: Tag 2- Von Ayr zum Galloway Forest Park

Der zweite Tag begann gegen 7:30Uhr. Nachdem alle Gelenke wieder eingerenkt waren, ging es erstmal an den Strand zum Frühstücken und aufwachen. Dort konnten wir in der Ferne auch noch die Burgruine von Ayr erkennen, die sich direkt an der Küste befindet. Es ging anschließend weiter Richtung Süden immer an der Westküste entlang. Zwischendrin sind wir immer mal wieder angehalten, um die schöne Landschaft zu genießen und auch eine Burgruine haben wir noch entdeckt. Nächster planmäßiger Stopp war Culzean Castle, eines der besterhaltendsten Schlösser in Schottland und somit auch eines der wichtigsten. Der Eintritt in das Schloss kostet auch satte 15€, was wir uns vor Ort überlegt hätten, ob wir die investieren wollen. Aber da Winter und gerade keine Saison ist hat auch dieses Schloss, wie auch viele andere Sehenswürdigkeiten auf unserem Ausflug, geschlossen gehabt. Wer will, kann für 500€ hier sogar in den Gemäuern noch übernachten. Drumherum ist alles noch sehr gut erhalten, wie zum Beispiel Schießpulvertürme oder auch Seen und Parkanlagen. Wir machten noch ne kleine Wanderung und reisten dann wieder weiter an der Küste entlang nach Süden. Das Ziel war die Halbinsel im äußersten Süd-Westen Schottlands, wo sich auch der südlichste Punkt (Mull of Galloway) befindet. In Stranraer, einer etwas größeren Hafenstadt, nahmen wir noch ein zünftiges Englisches Frühstück zu uns und es konnte gestärkt weitergehen um die Halbinsel zu erkunden. Hier fanden wir viele wunderschöne grüne Hügellandschaften und Klippenszenerien vor. Wir sind immer wieder einfach ein wenig herumgewandert, sodass wir fast die Zeit vergessen haben und der Tag immer schneller zu Neige ging. Gerade so schafften wir es noch bei Sonnenuntergang zum südlichsten Punkt Schottlands und sind anschließend wieder ein Stück Landeinwärts nach Newton Stuart gefahren, um dort die Jugendherberge aufzusuchen um uns zu erkundigen, was dort die Nacht denn kosten würde. Tja, leider war die Herberge dieses Wochenende von einer Gruppe gemietet worden und Bed & Breakfast war uns zu teuer. Es ging daher erstmal in ein Pub. Weil wir von der ganzen Tour doch wieder ziemlichen Hunger nach etwas richtigen hatten (Brot und Kekse hatten wir ja dabei), war es gar nicht so einfach, noch eines zu finden, welches Essen servierte. Als wir dann eines fanden, beschloss ich meinen ersten Haggis zu probieren. Das Nationalgericht Schottlands. Haggis ist mit Schafsinnereien gefüllter Schafsmagen, der drei Stunden gekocht werden muss. Meiner (und auch Holgers, der das gleiche aß) war aber komischerweise zerkleinert. Dabei wird er eigentlich im Ganzen serviert. Tja, dieses Gericht muss wohl noch mal wo anders probiert werden. Zu späterer Stunde fuhren wir dann noch ein wenig weiter Richtung Galloway Forest Park, einem Nationalpark und gleichzeitig das größte zusammenhängende Waldgebiet Schottlands, wo wir am nächsten Tag eine Wanderung machen wollen. Übernachten in der Juhe viel ja flach, daher packte ich noch mitten in der stockdunklen Nacht mein Zelt aus. Holger und Steffen schliefen im Auto. Obwohl ich der festen Überzeugung war, meine Luftmatratze in Paisley eingepackt zu haben, war dies wohl nicht der Fall und es blieb mir nichts anderes übrig, als einen dünnen Teppich von Holger und ein Badetuch von Steffen als Ersatz zu nehmen. Es war zwar trotzdem noch ziemlich kalt vom Boden her und natürlich auch sehr uneben, es ging aber gerade noch so. Problematischer war eher, dass ich meine dicken Socken im Auto liegen lassen hab und dies erst eine Stunde später bemerkte. Ich kann daher nun bestätigen, dass es sich mit eisigen Füßen ziemlich unruhig schläft. Immerhin, am Oberkörper und Hals war es mir warm und ich kam daher ohne Erkältung davon. Nur mit etwas wenig Schlaf…

21.02.09 Tour durch Süd-West Schottland Tag 2 - Von Ayr an der West - und Südküste entlang

Tour durch Süd-West Schottland: Tag 3 - Vom Galloway Forest Park zurück nach Paisley

Tag drei unserer Tour begann für mich schon um 7Uhr. Länger hielt ich es ohne Überzug an den Füßen einfach nicht aus. Beim aus dem Zelt kriechen bemerkte ich dann, in welch schöner Umgebung wir hier gelandet sind (siehe Bilder). Nachdem wir alle mehr oder weniger wach waren ging es dann bei Sonnenaufgang los zum Wandern durch einen kleinen Teil des Nationalparks. Über Wege, Pfade und Wiesen hoch auf “Berge“, vorbei an Wasserfälle und durch Nadelwälder. Sogar eine Ziege gesellte sich zu uns. Sie hatte sich wohl verirrt und versuchte laut schreiend ihre Gruppe wieder zu finden.

Anschließend ging es weiter Richtung Süden zum Isle of Whithorn, einem Örtchen an der Küste wo früher auch viele Einwanderer landeten. Dort blies uns der Wohl stärkste Wind des Wochenendes in Gesicht, aber auch hier wieder sattes grün und schöne Küstengebiete. Die Weiterreise führte uns dann entlang der Südküste nach Westen über auf dem Weg liegende Burgruinen und eine Whiskeydistille, die leider nur Werktags geöffnet hat, zur Künstlerstadt Kirkcudbright, die zwar schön aber an diesem Sonntag wie ausgestorben war.

Nach einem Rundgang, Käffchen und Suppe ging es weiter. Immer noch an der Südküste entlang, vorbei an Klosterruinen bis nach Dumfries, eine Stadt, die laut Reiseführer einen Besuch lohnt. Wir hatten jedoch schon wieder keine Zeit mehr, da der Tag unerbittert dem Ende zu ging und sind daher nur kurz durchgefahren. Unser nächstes Ziel hieß der Ort Moffat in dessen Umgebung wir noch wandern wollten. Zuvor hielten wir aber noch beim auf dem Weg liegenden Lockerbie und besuchten die Gedenkstätte der Opfer des Flugzeugattentats von 1988. Auf dem Weg nach Moffat standen wir dann noch auf der Landstraße im Stau wegen eines Unfalls. Die Straße war so eng, dass ein Umdrehen unmöglich war und es wurde dunkler und dunkler. Leider wurde es dann nichts mehr mit der Wanderung und wir machten uns auf den Rückweg nach Paisley. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. :)

Es war wirklich ein superschönes Wochenende. Wir haben echt unglaublich viel gesehen, sind gewandert und hatten verdammt viel Spaß! Das nenne ich mal einen Abschluss für die erste Woche Schottland!

22.02.09 Tour durch Süd-West Schottland Tag 3 - Galloway Forest Park, Whithorn, Kirkcudbright,...

Freitag, 20. Februar 2009

Thema fuer die Diplomarbeit und Volklore

Es hat sich seit meiner ersten Meldung viel getan, daher hier mal kurz ein kleiner Rundumschlag der letzten Tage.

Bis einschliesslich Mittwoch bin ich eigentlich jeden Tag hier nur von einem Buero zum anderen gehetzt, um mich endlich einschreiben zu koennen (das geht naemlich immer nur Mittwochs von 14-16Uhr!). Aber es hat Gott sei Dank alles geklappt. Am Mittwoch um 15:30Uhr konnte ich den letzten Wisch von A nach B transportieren, habe meinen Studentenausweis erhalten und jetzt kann es endlich ganz offiziell mit dem studieren hier losgehen.

In der Zwischenzeit hat sich auch in sachen Betreuer fuer die Diplomarbeit etwas getan. Bobby Geary, ein echter Schotte wie er im Buche steht (bis auf den Namen natuerlich :) ), hat sich bereit erklaert, sich meiner anzunehmen und ich hatte am Donnerstag das erste Treffen mit Ihm. Dort haben wir dann auch gleich mein Thema festgelegt bzw. zumindest einmal die Inhalte. Ich werde fuer den Interessierten mal kurz darauf eingehen. Wem das zu fachlich wird, kann das auch gerne ueberspringen. :)

Seine Idee ist es, physikalische Zusammenhaenge grafisch zu modellieren. Es gibt hier an der Universitaet ein Labor in der eine art virtuelle Realitaet erzeugt werden kann, d.h. man setzt aehnlich wie beim 3D-Kino eine Brille auf. Das Bild wird dann von einem Computer erzeugt und man denkt, man befindet sich tatsaechlich im Bild. Wie das hier genau ausschaut, weiss ich noch nicht, da wir das Labor leider noch nicht besichtigen konnten. Es war naemlich schlicht weg abgeschlossen und keine Moeglichkeit vorhanden, den Schluessel zu beschaffen (uebrigens ein weiteres Beispiel fuer die Organisation hier vor Ort, die oftmals doch sehr chaotisch ist). Am Montag, da treffe ich mich wieder mit Ihm, weiss ich dann mehr. Meine Aufgabe ist es dann , dieses Bild zu programmieren und die physikalischen Versuche zu modellieren. Z.B. sollen zu Beginn meiner Arbeit zwei Billardkugeln erzeugt werden. Man gibt dann an, wie weit die Kugeln voneinander entfernt sind, wie stark und wo man eine Kugel anstossen moechte. Dann soll das ganze Berechnet werden (das Programm schreibe ich), sprich, wie ist der Verlauf der Kugel und was passiert bei einem Aufprall auf die andere Kugel. Das ganze sieht man dann in 3D durch die Brille. Wenn das mal steht, soll es noch komplizierter werden oder wir machen noch andere Projekte oder oder oder. Jedenfalls hoert es sich echt interessant an, wird aber bestimmt auch einiges an Arbeit sein. Wir werden sehen. Bin ja schliesslich (nicht nur) zum Spass hier. :)

Ansonsten ist mein Betreuer echt total sympathisch, auch wenn er einen extremen schottischen Slang drauf hat. Er sagte auch beim ersten Treffen bereits, dass er (zusaetzlich zum schottischen Englisch) immer sehr schnell spreche und sich schonmal dafuer entschuldige. Hatte auch ein paar mal Probleme, ihn zu verstehen. Hoffe mal, ich gewoehne mich noch daran. Heute habe ich ihn nochmal kurz auf dem Gang getroffen. Da hat alles prima geklappt mit dem Verstaendnis. Ansonsten muss ich einfach oefter mal nachfragen. Wird schon.

Am Mittwoch Abend war dann hier an der Universitaet noch ein Volkloreveranstaltung, um schottische Musik zu hoeren und natuerlich, wie es sich gehoert, auch dazu zu tanzen. Es gibt hier einen Studentenbund, der ein ganzes Gebaeude einnimmt mit Cafe, Bar und einem Saal fuer groessere Veranstaltungen wie der Volkloreabend. War echt ein sau lustiger Abend. Erstmal war die Band echt spitze, alle Schotten liefen im Schottenrock herum und das Mittanzen hat nach anfaenglichen Schwierigkeiten echt Spass gemacht. Dazu ist das Bier noch richtig guenstig bei knapp ueber 2€. Unten findet Ihr noch ein paar Bilder von dem Abend und auch noch was von Paisley.

Ja und dann werde ich dieses Wochenende, bevor es dann naechste Woche richtig losgeht, auch schon gleich meine erste Autotour unternehmen. Ich, Steffen (der mit mir im Apartment wohnt) und Holger, auch Deutscher der hier mit dem Auto hergefahren ist, werden uebers Wochenende mal den Teil Schottlands suedlich von Glasgow erkunden. Werde hier dann im laufe der naechsten Woche, je nachdem wann ich dazu komme, auf jeden Fall berichten, wie es war und natuerlich auch ein paar Bilder reinstellen.

So, dann hoffe ich mal, ihr habt auch ein schoenes Wochenende (vor allem ein waermeres als die letzten Tage) und ich melde mich naechste Woche wieder.

18.02.09 Volkstanz an der Uni und noch ein paar Eindruecke von Paisley

Dienstag, 17. Februar 2009

Ankunft und erste Eindrücke aus Pasiley

So, etwas später als eigentlich geplant kommt hier nun meine erste Meldung aus dem seit meiner Ankunft dauerbewölkten Pasiley/Schottland.

Gestern (Montag) morgen ging es ja schon in aller hergottsfrühe, die S-Bahn fuhr um 05:00Uhr, los zum Stuttgarter Flughafen. Danke auch noch mal an Sabrina und Katrin für das Asyl und dass Ihr die Aufbruchhektik ertragen habt :). Nach einem Hollywoodreifen Abschied am Flughafen ging es dann auch schon los, d.h. aufgrund des Schneefalls mit etwas Verspätung, da die Maschine kurz vor dem Start noch enteist werden musste. Hab ich bisher auch noch net mitgemacht, wenn man da schon fast auf der Startbahn steht und dann zwei LKWs angefahren kommen und die ganzen Tragflächen mit einer Salzwasserlösung abspritzen. Der Start war dann witterrungsbedingt auch nicht gerade der sauberste, den ich mitgemacht habe, aber wie man sieht sind wir ja glücklich hoch und wieder runtergekommen, soviel sei schon einmal verraten. Vielleicht merkt man auch, dass mir beim Fliegen immer ein klein wenig mulmig ist, auch wenn ich jeden Flug bisher immer voll und ganz genossen habe. Ist einfach komisch, so ewig weit oben zu sein und sein Leben in ein bisschen Metall und Elektronik zu legen. Aber zurück zum Thema. Der Flug verlief dann über den Wolken problemlos, bis auf einige starke Turbulenzen überm Ärmelkanal. Dann also Ankunft in London Heathrow, dem berühmt berüchtigten Chaos-Flughafen und ich kann das auch nur bestätigen. Ich kam an am Terminal 5 und konnte Gott sei Dank auch dort in die andere Maschine umsteigen, da um allein vom ersten zum letzten Gate zu kommen man schon 30Minuten einplanen muss (an einem einzigen Terminal und mit Bus oder Zug, die hin und her pendeln!) Zuvor musste ich mich aber erstmal noch in die richtige Warteschlange einreihen (Weiterreise in ein Europäisches Land, weiterreise in ein nicht-europäische Land, weiterreise innerhalb Großbrittaniens, EU Bürger, nicht-EU Bürger). Nach zweifacher Pass – und Ticketkontrolle mit anschließendem Fototermin wurden dann wieder alle Schlangen zusammengeführt um einen erneuten Sicherheitscheck durchzuführen. Zur Erinnerung: Ich habe seit meinen Abflug das Flughafengelände nie verlassen, habe also keine Möglichkeit gehabt, mich mit irgendwelchen „gefährlichen“ Utensilien zu bestücken und in Stuttgart hatte ich selbstverständlich schon einen Sicherheitscheck durchlaufen. In London hieß es dann aber erstmal 30 Minuten anstehen um dann (fast) alles auszuziehen, d.h. sogar Gürtel und Schuhe. Nachdem ja ein paar Mal hier Alarm war, nimmt man es wohl mit den Sicherheitsvorkehrungen ganz genau. Vielleicht auch ein bisschen zu genau meiner Ansicht nach. Naja, jedenfalls ging es dann nach den ganzen Querelen auch schon bald wieder los Richtung Glasgow. Im Landeanflug gab es erneut heftige Turbulenzen aufgrund von Schlechtwetterwolken. Außerdem ist mir vor lauter Druck auf den Ohren bei beiden Landungen fast der Kopf geplatzt. Irgendwie scheint es aber nur mir so gegangen zu sein, wenn ich mich so umschaute, da der Rest immer sehr relaxt dagesessen ist. Verglichen mit London ist der Glasgower Flughafen ein echtes Wohnzimmer und es gab nicht einmal mehr eine Passkontrolle (obwohl internationaler Flughafen!).

Als ich dann nach draußen kam wurde ich sogleich vom Nieselregen begrüßt, welcher waagerecht von einer anhaltenden „Briese“ über das Land gepeitscht wurde. Willkommen in Schottland! Trotz schwerem Gepäck habe ich mich dann aber gegen ein Taxi entschlossen und versuchte, meine zuvor in Deutschland geplante Bustour mit einmal umsteigen durchzuziehen. Obwohl ich den im Internet gefunden Bussteig am Flughafen dann nicht vorfand, habe ich wenigstens den Bus gefunden. Das ist ja schon mal die Hauptsache. Problem nur, dass es in Schottland trotz Großstadt keine Ticketautomaten gibt sondern es wird noch ganz klassisch im Bus bezahlt. Das hat dann aber auch gut geklappt, obwohl die gute Frau mir hätte auch alles verkaufen können. Trotz ebenfalls fehlender Haltestellenanzeige oder Durchsage habe ich es geschafft, meine Haltestelle zum Umsteigen nicht zu verpassen. Im nächsten Bus musste ich dann gleich nochmals bezahlen, da, nächstes Problem, der komplette Busverkehr von 4 verschiedenen, völlig voneinander unabhägigen Busgesellschaften betrieben wird und man eigentlich generell immer in eine andere umsteigt. Komischerweise unterschieden sich sogar die Ticketpreise ziemlich stark, sodass es sein kann, man bezahlt für dieselbe Strecke 80 cent mehr als bei einer anderen. (Ich spreche hier natürlich selbstverständlich aus Erfahrung)

Nachdem dies alles wie am Schnürchen geklappt hat bin ich dann bei meiner Unterkunft angekommen, welche komplett mitten im Grün liegt. Man sieht wirklich kein einziges Haus mehr drumherum. Aber wenigsten mit Bushaltestelle davor. Man braucht ca. 10 Minuten bis in das Zentrum von Paisley, wo auch eine Bahnverbindung mit Glasgow besteht. Als ich mich dann beim Hausmeisterbüro angemeldet habe, wurde mir erstmal mitgeteilt, dass abweichend von meinen bisherigen Informationen keine Bettsachen bereitgestellt werden, d.h. außer eine nichtüberzogene Matratze ist nichts vorhanden. Aber man könne Bettwäsche bei Ihnen für 53 Pfund (momentan ungefähr 60€) kaufen. Habe darauf erstmal verzichtet und die erste Nacht in mitgebrachten Schlafsack und auf kleinem Campingkissen verbracht, was übrigens echt gar nicht übel war. Werd aber nachher mal im Einkaufszentrum schauen, ob ich da nicht was günstigeres finde. Jedenfalls wurde mir anschließend der Schlüssel in die Hand gedrückt mit einem Infozettel über öffentliche Verkehrsmittel, Internet, nächster Supermarkt, usw. Das Wohnheim auf dem „Thornley Park Campus“ (so heißt das Areal auf dem es sich befindet) besteht aus mehreren Häusern (manche neuer, manche älter - meins ist älter), welche in der Regel drei Etagen besitzen mit jeweils zwei Appartements. Pro Appartement kommen dann bei vollständiger Belegung 6 Leute, jeder sein eigenes Zimmer, die sich einen Aufenthaltsraum inkl. Küche und zwei Badezimmer (beide mit WC, eines mit Dusche, das andere mit Badewanne) teilen. Als ich dort ankam, wurde ich erstmal von den beiden Putzfrauen begrüßt, die jeden Tag die Gemeinschaftsräume reinigen und dann habe ich noch Steffen kurz getroffen. Dass er auch Deutscher ist, stellte sich erst beim zweiten Treffen am Abend heraus. Wir haben aber sofort beschlossen, dass wir Englisch reden werden und das hat dann gestern auch prima funktioniert. Sonst ist ja der ganze Aufenthalt der Sprache wegen für die Katz. Außerdem wohnen in unserer WG noch zwei Chinesen, Jean und Scott (warum auch immer sie mir diese Namen nannten), die man aber laut Aussage anderer anscheinend nicht sehr oft zu Gesicht bekommt und sich nur von Eiern ernähren (wir haben in der Küche mindestens 10 so große Stapelkartons wie man Sie beim Eierhändler sieht) und noch James, einen Inder mit ebenfalls typisch indischem Namen. Mein eigenes Zimmer ist echt nicht schlecht mit viel Stauraum und ansonsten eben zweckmäßig eingerichtet. Da kann man sich nicht beschweren.

Anschließend bin ich dann ohne Rast gleich mal an die Uni gefahren, welche sich im Zentrum von Pasiley befindet, um vielleicht gleich so organisatorische Sachen wie Einschreiben usw. zu erledigen. Außerdem musste ich mich noch für die Internetnutzung im Wohnheim registrieren. In der Uni wurde ich dann erstmal 5 mal von Amt zu Amt geschickt, bis ich endlich ankam, wo man mir weiterhelfen konnte, aber auch nur bedingt. Erledigen konnte ich noch nichts, aber immerhin alles anschieben und spätestens am Mittwoch habe ich dann hoffentlich meinen Studentenausweis und dann steht zumindest schon mal der ganze Verwaltungskram. Für das Internet konnte ich mich immerhin gleich anmelden, aber selbst hier an der Uni, wo ich mich gerade befinde, ist es stellenweise so langsam, dass ich mit Modem echt noch schneller wäre und was am traurigsten war, im Wohnheim funktionierte es überhaupt nicht bzw. nur mal kurz, da sich das W-LAN Gerät wohl irgendwo befindet, aber nur nicht in Zimmerreichweite. Das Problem haben übrigens alle die dort wohnen. Heute wurde mir dann auch noch von der Computerverwaltung an der Uni erzählt, dass Sie schon seit MONATEN Probleme mit dem Internet im Wohnheim haben und auch hier an der Uni kommt es immer wieder zu Störungen. Na super sag ich da nur. Dann wird es wohl doch schwieriger, ab und zu mal über Skype zu telefonieren. Schaun mer mal.

Am Abend dann war gleich noch ne Feier. Ein Franzose von der Nachbar-WG hat in den Geburtstag reingefeiert. James, der Inder, hat daher Abendessen gekocht und danach haben wir noch mit Dosenbier, Wein und einer Bowle aus Sekt und Zitronenlimonade reingefeiert. War echt ein super Abschluss und es kamen noch ein paar andere Stunden aus anderen WG’s vorbei. Als sich dann noch herumsprach, dass mein Geburtstag auch schon quasi vor der Tür steht, war die Begeisterrung groß, die Feier schon fast organisiert und das Datum für die Party hängt auch schon aus. So schnell kanns gehen und ich musste nicht mal nen Finger rühren. :)

Ansonsten geht es mir hier wirklich sehr gut. Ich habe mich sofort zurechtgefunden und auf meinen Orientierungssinn konnte ich mich auch sofort verlassen. Hat auch was, wenn man hier komplett nach der Ankunft auf sich allein gestellt ist (in Singapur hat mir ja ein Dozent vor Ort gleich alles gezeigt, wo ich was finde) und sich dann so irgendwie zurechtfinden muss. Aber wie gesagt, hab das alles bestens hinbekommen. Der schottische Dialekt ist natürlich noch gewöhnungsbedürftig und ab und zu verschlucken sie mir doch mal ein Wort zu viel, sodass ich nachfragen muss. Klappt aber auch prima. Nur das Essen hier, tja, was soll man sagen. Sehr fettig oder ölig. Es gibt zu allen Gerichten die ich irgendwo gesehen habe Pommes. Außer Salat gibt es eigentlich nichts, dass nicht in irgendeiner Weise Fett oder Öl in der Pfanne oder Fritteuse gesehen hat. Und wenn beim Salat mal Dressing dabei ist, dann meist etwas mit mayo. Heute morgen habe ich mir mal ein original Britisches Frühstück gegönnt, was mit 3,50 Pfund (ungefähr 4€) auch richtig günstig war. Es beinhaltete Ein Spiegelei, 2 Streifen gebratenen Speck, Blutwurst (gebraten!), eine Art Kartoffelpfannkuchen, gebratenes Hackfleisch vom Schwein, einen Tost und gebackene Bohnen. Dazu noch Englischen Tee mit Milch. War eigentlich echt nicht schlecht, nur eben alles ziemlich fettig und ich bin nach 4 Stunden immer noch papp satt. Das will echt was heißen. Sprich, wenn ich hier jeden Tag echt Britisch essen würde, könnte sich mein Aussehen evtl. ein wenig verändern. An manchen Schotten kann man die hiesigen Essgewohnheiten schon ziemlich gut erkennen. Selbst im Supermarkt bekommt man außer frischen Sachen nur fettiges Zeug. Es gibt sogar Supermärkte, die ausschließlich gefrorene Fertigprodukte verkaufen. Am krassesten viel mir das beim Brot auf. Dieses ist extrem weich, sodass es sich bei der kleinsten Belastung zu einem Klumpen verformt. Dann gibt es natürlich fast ausschließlich Weißbrot und wenn mal Vollkorn draufsteht, ist da zwar irgendwas anderes und vielleicht noch ein paar Körner drin, aber ganze bestimmt kein anderes Mehl, wenn dies überhaupt drin ist. Schenkt sich also nicht viel. Darauf werd ich mich also wohl am meisten freuen wenn ich mal wieder in Deutschland bin. Eine richtig schöne Brotzeit. :) So schlimm ist es dann aber auch nicht. Generell sind die Schotten, beurteilt anhand derer die ich bisher kennen gelernt habe, ein sympathisches Völkchen das wie es den Anschein hat den Alltag auch noch ein wenig ruhiger angehen lässt. Zum Beispiel musste ich allein an der Supermarktkasse 15 Minuten anstehen, obwohl gerade mal drei Kunden vor mir waren. Gestört hat das aber niemanden.

Bezüglich der Diplomarbeit war ich heute morgen schon bei Neil Pitcher, dem Dozenten, mit dem ich im Vorfeld schon viel Kontakt hatte und der meinen Aufenthalt hier auch ein wenig zu managen scheint. Es sieht so aus, also würde sich nun endlich ein Betreuer für mich herauskristallisieren. Gleich nachher soll ich nochmal bei Ihm vorbeikommen. Vielleicht gibt’s ja schon irgendwelche Neuigkeiten.

So, das soll es dann fürs erste auch mal gewesen sein. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen, da einfach momentan jede Minute wieder etwas neues passiert. Unten finden Ihr wieder einen Link zu ein paar Bildern, die ich gestern gemacht habe. So ein paar erste Eindrücke. Die Tage werde ich auch mal Unterkunft usw. ein wenig ablichten. Einfach bei Gelegenheit und Interesse mal wieder vorbeischauen. Ich hoffe, euch geht’s soweit auch ganz gut. Abgesehen von der Dauerbewölkung und dem ab und zu einsetzenden Nieselregen lässt es sich bei konstant 10-11°C hier eigentlich echt gut aushalten. Da habt Ihr es ja glaube ich noch ein klein wenig kälter… Also, bis die Tage!

16.02.09 Ankunft in Paisley/Schottland

Dienstag, 20. Januar 2009

Der Countdown läuft....

Am 16.02.2009 wird es also soweit sein. Ich trete die Reise ins schottische Paisley bei Glasgow, vergleichbar mit Esslingen bei Stuttgart, an, um dort an der "University of the West of Scotland", kurz UWS, einer Partnerhochschule, meine Diplomarbeit zu schreiben. Momentan gibt es aber noch mehr als genug in Deutschland zu tun (die letzten Prüfungen des Studiums, usw.). Sobald es aber losgeht, wird der interessierte Leser hier wie schon vor zwei Jahren in Singapur immer mal wieder etwas von mir hören, bzw. lesen können, was ich da oben so treibe. Also, bei Interesse einfach ab und zu mal vorbeischaun.